Mariä Himmelfahrt: Festmessen und Prozessionen in ganz Österreich

Im Zeichen von Festgottesdiensten und Prozessionen steht am kommenden Mittwoch, dem 15. August, das "Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel".

Das Hochfest wird volkstümlich "Mariä Himmelfahrt" genannt. Eine Besonderheit sind in Österreich die traditionellen Schiffsprozessionen auf dem Wörther- und Bodensee, zu denen tausende Gläubige erwartet werden.

Die nächtliche Schiffsprozession auf dem Wörthersee (Beginn 20.30 Uhr) wird heuer von Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger geleitet. Bei den Anlegestellen Krumpendorf, Pörtschach und Velden wird auch in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Die Festansprachen hält P. Rudolf Osanger vom Orden der Salesianer Don Boscos. In Maria Wörth erreicht die Prozession mit der Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter und dem abschließenden Feuerwerk ihren Höhepunkt. Die Rückkehr nach Klagenfurt ist für ca. 24 Uhr geplant. Wie bereits im Vorjahr wird auch heuer wieder ein eigenes Schiff der "Jungen Kirche Kärnten" für Jugendliche mit dabei sein. Organisiert wird die mittlerweile 64. Marienschiffsprozession bereits traditionell von der Klagenfurter Stadtpfarre St. Josef-Siebenhügel.

Die Tradition der Schiffsprozession auf dem Wörthersee reicht zurück bis in das Jahr 1954. Damals kam aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima eine Marienstatue für die Pfarrkirche St. Josef-Siebenhügel nach Klagenfurt. Um die Statue festlich in die Stadt zu geleiten, kam man auf die Idee, sie per Schiff von Velden zum Klagenfurter Ufer zu bringen. Im Laufe der Jahre haben sich die größeren Orte rund um den See an dieser Prozession beteiligt.

 

Dreiländer-Wallfahrt auf dem Bodensee 

Mit rund 4.000 Wallfahrern ist die Schiffswallfahrt auf dem Bodensee eine der größten Europas. Am 15. August stechen die Pilger in Lindau (Deutschland), Bregenz (Österreich) und Rorschach (Schweiz) in See und treffen mitten auf dem Bodensee aufeinander, um gemeinsam für den Frieden zu beten. Auch ein eigenes Jugendschiff ist mit dabei. Die Wallfahrt findet heuer bereits zum 37. Mal statt. Jedes Schiff wird von einem Priester begleitet. Den Segen auf dem Bodensee spendet heuer der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich.

Die Wallfahrt über den Bodensee steht ganz im Zeichen der Fatima-Wallfahrten. 1917 war im portugiesischen Ort Fatima Maria den drei Hirtenkindern Lucia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto erschienen. Fatima zählt heute zu den größten Marienwallfahrtsorten weltweit.

Die Pilger aus Österreich treffen sich um 17.30 Uhr in der Kapuzinerkirche Bregenz zu einem Gottesdienst. Anschließend begeben sich alle zum Hafen, wo um 20 Uhr die eigentliche Schiffsprozession beginnt. Die "Alpenstadt Bludenz" sticht als Jugendschiff ebenfalls um 20 Uhr in See.

 

Tausende Pilger in Mariazell erwartet 

Tausende Pilger werden am Marienfeiertag auch im österreichischen Nationalheiligtum Mariazell in der Steiermark erwartet. Dem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Mariazeller Basilika wird Superior Michael Staberl vorstehen. Bereits am Vorabend, dem 14. August, wird in Mariazell um 20.30 Uhr eine große Lichterprozession durch die Stadt abgehalten.

 In Tirol wird das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel zugleich als Landesfeiertag zur Erinnerung an die Befreiung Tirols begangen. Der Festgottesdienst des Landes Tirol findet um 9 Uhr in der Innsbrucker Jesuitenkirche statt. Dem Gottesdienst steht der Wiltener Abt Raimund Schreier vor. Im Innsbrucker Dom zu St. Jakob wird die Heilige Messe mit Kräutersegnung um 10Uhr  mit dem Zelebranten Kidane Korabza gefeiert.

 

Fest seit 5. Jahrhundert bezeugt 

Der "Tag der Gottesmutter Maria" ist bereits für die Mitte des 5. Jahrhunderts bezeugt. Die östliche und die westliche Kirchentradition setzten später unterschiedliche Akzente: Die ostkirchliche Theologie spricht von der "Entschlafung" (dormitio) Mariens, die westkirchliche von der "Aufnahme in den Himmel" (assumptio). Papst Pius XII. (1939-1958) erklärte im Jahr 1950 - nach einer Befragung aller Bischöfe der katholischen Weltkirche - die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel" als bislang letztes katholisches Dogma. Der Pacelli-Papst hatte damit eine seit vielen Jahrhunderten von Theologie und Volksfrömmigkeit bezeugte Glaubenslehre feierlich proklamiert.

In Liturgie, Theologie und Volksfrömmigkeit wird Maria am 15. August einerseits als "Mutter" dargestellt - Mutter Jesu und Mutter der Menschen -, andererseits aber auch als "Urbild des Glaubens" und "Vorbild der Kirche".

Aus den Legenden um die Gottesmutter haben sich einige Bräuche entwickelt, die heute noch lebendig sind. Der alte Brauch der Kräutersegnungen am 15. August geht auf den Kirchenvater Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Seiner Erzählung nach ist dem Grab Mariens in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen. Eine andere Legende erzählt, dass die Apostel das Grab Mariens noch einmal öffnen ließen. Dabei fanden sie nicht mehr den Leichnam, sondern Blumen vor. Nach der Segnung der Kräuter am 15. August werden diese im Haus, oft in Form von Kräuter-Sträußen, aufbewahrt.

Eine Meldung von www.kathpress.at