Todesfall - Begräbnis

Wenn eine Teilnahme am Begräbnis nicht möglich ist.

Hier finden Sie:

  • Diözesane Richtlinien und Empfehlungen für Begräbnisse.
  • Gebet für eine/n Verstorbene/n (wenn die Teilnahme am Begräbnis nicht möglich ist) - Anleitung für die Feier in einem kleinen Personenkreis.
  • Hinweise und weitere Angebote

 

 

Diözesane Richtlinien für Begräbnisse

(aktualisiert: 31. März 2020)

  • Begräbnisse sind nur im engsten Familienkreis am Friedhof möglich.
  • Ein Gottesdienst mit größerer Beteiligung kann für einen späteren Zeitpunkt vereinbart werden.
  • Zeitgleich bzw. zeitnah zum Begräbnis kann ein Gebet zu Hause stattfinden.

 

Engster Familienkreis
Laut Verordnung des Gesundheitsministeriums sind darunter zu verstehen: Eltern, Groß- und Urgroßeltern, Kinder, Enkel und Urenkel, Geschwister, Adoptivkinder sowie Ehegatten und Lebenspartner. NICHT dazu zählen Onkel und Tanten, Neffen und Nichten, Cousins und Cousinen. 

Friedhof
Das Begräbnis findet ausschließlich im Freien statt.
Ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter sowie alle weiteren staatlichen Vorgaben für das Verhalten im öffentlichen Raum (z. B. ggf. das Tragen eines Nase-Mund-Schutzes) sind einzuhalten. 

Seelenrosenkränze
Unter den gegebenen Bedingungen können keine Seelenrosenkränze in der Kirche stattfinden. Angehörige, Freunde/Freundinnen, Nachbar/innen sind eingeladen zu Hause für den/die Verstorbene/n zu beten. 

Gebet im kleinen Kreis / zu Hause
Alle, die an der Feier eines Begräbnisses nicht teilnehmen können, sind eingeladen, zeitgleich zuhause zu beten. Einen Vorschlag für den Ablauf eines solchen Gebets im kleinen Kreis finden Sie unten stehend. 

Weihwasser und Erde
In dem Wissen, dass beide Symbole bzw. die entsprechenden Handlungen für die Gläubigen in unserem Land sehr wichtig sind, wird folgende Vorgangsweise empfohlen: Stellvertretend für alle besprengt ausschließlich der Zelebrant bzw. der/die Begräbnisleiter/in das Grab mit Weihwasser und wirft Erde hinein. Anschließend werden Weihwasser und Erde entfernt. 

Kondolenzbuch
Wird nicht aufgelegt (Ansteckungsgefahr über die Benutzung des Schreibgeräts). Bitte greifen Sie auf die Möglichkeit, Ihre Anteilnahme mittels digitaler Kondolenzbücher zum Ausdruck zu bringen, zurück. 

Übertragung per Livestream – pro und contra
Manche Bestatter bieten an, das Begräbnis per Livestream zu übertragen. Sie wollen damit eine Möglichkeit schaffen, zumindest virtuell an der Zeremonie teilzunehmen. 

Dazu wird seitens der Diözese Innsbruck festgehalten:

Das Live-Streaming darf ausschließlich und in alleiniger Verantwortung des Bestattungsunternehmens erfolgen und nur, wenn die Angehörigen und der Priester, der Diakon bzw. der/die Begräbnisleiter/in ausdrücklich zustimmen. Das Streaming ist kein pfarrliches oder kirchliches Angebot.

Grundsätzlich gilt es, folgende Fragen zu bedenken:

Trauern ist ein sehr persönlicher Prozess und das Ritual der Bestattung bietet einen schützenden Rahmen für den emotionalen Ausnahmezustand am Beginn der Trauerzeit.

  • Kann dies mit dem entsprechenden Feingefühl übertragen werden?

Ärger mit technischen Probleme kann in der sensiblen Zeit des Abschiednehmens die Trauer verstärken bzw. die Trauerbewältigung stark beeinträchtigen. Fragen der technischen Ausstattung und Umsetzung müssen daher sorgfältig erwogen werden:

  • Verfügen jene, die den Livestream sehen möchten, weil sie am Begräbnis nicht teilnehmen können (oftmals ältere Personen) über die technische Ausstattung bzw. die entsprechenden Kenntnisse
  • Ist dafür gesorgt, dass nur ausgewählte Personen den Livestream empfangen können?
    Was ist zu beachten, wenn er öffentlich zugänglich ist?
  • Kann gewährleistet werden, dass es keinen Ausfall der Übertragung gibt und auch alle Teilnehmer/innen zu Hause rechtzeitig den Einstieg schaffen, um die Übertragung sehen zu können?

Bildmaterial und der sorgfältige Umgang damit:

  • Wer ist bei der Übertragung im Bild?
    Ist es nur der/die Leiter/in des Begräbnisses, dann ist zu berücksichtigen, dass jede Unsicherheit und jedes vielleicht nicht ganz passende Wort festgehalten wird.
    Sind auch die Angehörigen im Bild, werden sie durch die Kamera in all ihrer Trauer festgehalten. In jedem Fall muss jede/r, der/die ins Bild kommt, im Vorhinein seine/ihre Zustimmung dazu geben.
  • Auch wenn ein Livestream durch den Anbieter nicht abgespeichert wird, kann er leicht von anderen aufgezeichnet werden. Wie kann verhindert werden, dass solche Aufzeichnungen oder Ausschnitte davon missbräuchlich verwendet werden?

Um als Verantwortliche/r für das Begräbnis eine begründete Entscheidung für oder gegen das Livestreaming treffen zu können, sollten die genannten Punkte sorgfältig bedacht und wenn möglich das Gespräch mit den Beteiligten gesucht werden.  

Text als PDF-Datei zum Downloaden: 2020-03-31_Dioezesane_Richtlinien_Bestattungen-aktualisiert

Gebet für eine/n Verstorbene/n

Wenn die Teilnahme am Begräbnis nicht möglich ist.

 

Vorschlag für die Feier in einem kleinen Personenkreis

Vorbereitung

  • Aufgaben verteilen: Vorbeter/in (V), Lektor/in (L);
  • alle Anwesenden (A) einladen, mitzubeten
  • Kerze anzünden
  • Bild bzw. Todesanzeige des/der Verstorbenen aufstellen

Hinweis:
Wo im Text „N.N.“ steht, bitte den Namen des/der Verstorbenen einsetzen und entsprechend die weibliche oder männliche Form des Textes verwenden. 

Eröffnung
V: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
V: Der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herren, der Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes – er tröste uns in aller Not.
V: Wir haben uns in diesem Haus versammelt, um in Verbundenheit mit den Angehörigen von N.N. Abschied zu nehmen. Dieser Tod erfüllt viele Menschen mit Schmerz. Wir möchten zum Ausdruck bringen, dass wir an ihrer Trauer mittragen. Als Christen und Christinnen leben wir aus dem Glauben, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Lebens ist. 

Kyrie
V: Im Vertrauen auf die Gegenwart Jesu Christi rufen wir zu ihm: Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden und hast Trauer und Schmerz erlitten.
V/A: Herr, erbarme dich unser.
V: Allen, die trauern hast du Trost verheißen.
V/A: Christus, erbarme dich unser.
V: Du bist von den Toten auferstanden und öffnest das Tor zum Leben.
V/A: Herr, erbarme dich unser. 

Gebet
V: Lasset uns beten: Gott, dein Sohn hat unser Leben geteilt bis in den Tod. Er hat gelitten, ist gestorben und ist begraben worden. Du aber hast ihn zum Leben auferweckt. Wir bitten dich für unseren verstorbenen Bruder / unsere verstorbene Schwester: Komm ihm/ihr in Liebe entgegen und führe ihn/sie in dein Reich. Denen aber, die voll Trauer sind, schenke Hoffnung und Trost durch deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
A: Amen. 

Schriftlesung
L: Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand
kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,1-6)
[Oder eine andere Schriftlesung.) 

Gedenken
An dieser Stelle können die Anwesenden ihre Erinnerungen an den Verstorbenen / die Verstorbene einander mitteilen (Form A).
Oder es erfolgt ein kurze Stille im Gedenken an den/die Verstorbene/n (Form B).
[Form A]
V: Wer möchte, ist eingeladen, eine Erinnerung an den Verstorbenen/ die Verstorbene mit uns teilen.
„Wenn ich an N.N. denke, ...“
„Als ich N.N. das letzte Mal gesehen habe ...“
„Mein schönstes Erlebnis mit N.N. war ...“
[Form B]
V: Lasst uns in Stille des/der Verstorbenen gedenken und ihn/sie der Güte Gottes
anvertrauen. 

Anrufungen
V: Zu unserem Herrn Jesus Christus beten wir voll Vertrauen für N.N.
V/A: Erlöse ihn/sie, o Herr!
V: Von aller Schuld
A: Erlöse ihn/sie, o Herr!
V: Durch deine Menschwerdung und dein heiliges Leben
A: Erlöse ihn/sie, o Herr!
V: Durch dein Kreuz und Leiden
A: Erlöse ihn/sie, o Herr!
V: Durch dein Sterben und Auferstehen
A: Erlöse ihn/sie, o Herr!
V: Durch deine Wiederkunft in Herrlichkeit
A: Erlöse ihn/sie, o Herr! 

Vater unser
V: Beten wir, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat:
A: Vater unser ... 

Abschluss
V: Barmherziger Gott, wir danken dir für alles Gute, mit dem du N.N. im irdischen Leben beschenkt hast und für das Gute, das wir durch ihn/sie erfahren durften. Wir empfehlen ihn/sie nun in deine Hände. In der Taufe hast du ihn/sie als dein Kind angenommen. Führe ihn/sie nun zur Herrlichkeit des Himmels und gib ihm/ihr Wohnung und Heimat bei dir. Uns aber, die wir zurückbleiben, gib die Kraft, einander zu trösten und im Glauben zu stärken.
Darum bitten wir durch Christus unseren Bruder und Herrn.
A: Amen.
V: Herr, gib ihm/ihr und allen Verstorbenen die ewige Freude.
A: Und das ewige Licht leuchte ihnen.
V: Lass sie ruhen in Frieden.
A: Amen.
V: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen. 

(Diözese Innsbruck, 13. März 2020)

Text als PDF-Datei zum Downloaden: 2020-03-13_Begraebnis_Gebet_zuhause