Jenbach - SR Jenbach-Münster-Wiesing

FASTENZEIT

Bedeutung der Fastenzeit und Traditionen

Das mittelhochdeutsche Wort „vasten“, althochdeutsch „fasten“ bedeutete im Gotischen „[fest-] halten, beobachten, bewachen“. Fasten – nicht zu verwechseln mit Diät – versteht sich als religiös begründete freiwillige Nahrungsenthaltung. Außerhalb der reduzierten Ernährung geht es beim Fasten auch um die Konzentration auf das Wesentliche, um eine Reduktion der Komplexität und um Einkehr. Durch das Fasten sollen Ressourcen freigesetzt werden, die im normalen Alltag gebunden sind. 

Ab dem 4. Jahrhundert wurde eine 40-tägige Vorbereitungszeit auf Ostern praktiziert. Davor gab es im 2. Jahrhundert ein zweitägiges Trauerfasten vor Ostern, das sich später zur Karwoche ausdehnte. Es diente der Vorbereitung für die Taufkandidat:innen zu Ostern und die damals übliche Form des öffentlichen Büßens. Die Zahl 40 ist in der Bibel eine „Symbolzahl“. Sie bezeichnet eine Phase, in der sich Menschen auf ein besonderes Ereignis und auf eine Begegnung mit Gott vorbereiten: 40 Tage und Nächte regnete es während der Sintflut; 40 Jahre wanderten die Israeliten durch die Wüste; 40 Tage und 40 Nächte fastete Jesus in der Wüste. 

Die Fastenzeit lässt sich in folgende Abschnitte gliedern:  
• Aschermittwoch und darauffolgende Tage  
• Fünf Fastenwochen  
• Palmsonntag / Karwoche  
• Drei österliche Tage ab dem Abend des Gründonnerstags: Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag             

Aschenkreuz und kein Fleisch am Aschermittwoch  

Mit Aschermittwoch beginnt die 40- tägige Fastenzeit. Wie der Karfreitag gilt er in der katholischen Kirche als sogenannter „strenger Fasttag“. Aus diesem Grund wird am Aschermittwoch Fastensuppe oder Fisch gekocht. Traditionell wird am Aschermittwoch das Aschenkreuz auf die Stirn der Gläubigen gestreut. Die Asche gilt als ein Zeichen der Hoffnung und Reinigung. Sie entsteht durch die Verbrennung der Palmzweige des Vorjahres. 

Fastentücher in Tiroler Kirchen verhüllen und fokussieren zugleich  

Die Fastentücher werden am Aschermittwoch aufgehängt und verhüllen die Kreuze und den Altarraum in Kirchen. Mit Karsamstag, dem Auferstehungstag des Herren, werden die Fastentücher wieder entfernt. Die Verhüllung soll bezwecken, dass man sich nicht vom Altarraum ablenken lässt, sondern der Fokus auf die Worte im Gottesdienst gerichtet werden. Der Brauch entstand vor 1000 Jahren.

Die Passion näherbringen – Traditionelle Fastenkrippen und Kreuzweg   

In einer Fastenkrippe werden die biblischen Ereignisse vom Palmsonntag bis zum Ostermontag dargestellt. Die Krippe entstand im Mittelalter und sollte die Passion Christi vor allem den vielen Analphabet:innen dieser Zeit etwas näherbringen. In unserem Seelsorgeraum ist in Jenbach eine Fastenkrippe zu sehen.

Ein Kreuzweg besteht zumeist aus 14 Stationen, die den Leidensweg Christi in Bildern darstellen. Einen Kreuzweg findet man in Kirchen und Kapellen sowie auch auf den Wegen zu Wallfahrtsorten. Bei Kreuzwegandachten halten Gläubige vor jeder einzelnen Station ein Gebet und Gedenken den Leiden, die Jesus Christus und andere Menschen erleben mussten.   

Am Karfreitag laden wir herzlich zum Familienkreuzweg zur Grünangerlkapelle ein. Treffpunkt ist um 14:15 Uhr beim Gasthof Waldruh im Wiesing bzw. um 14:30 Uhr beim Haus Kruselburger in Münster. Die Andacht bei der Grünangerlkapelle findet um 15 Uhr statt.

Außerdem sind während der Fastenzeit in unserem Seelsorgeraum folgende Kreuzwegandachten geplant:

Jenbach: jeden Dienstag um 19 Uhr

Wiesing: jeden Donnerstag um 19 Uhr

Münster: jeden Freitag um 19 Uhr

 

 

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