Trauerpastoral: „Verwaiste Eltern, Geschwister...“

Ein Studientag am 16. November im Bildungshaus St. Michael will Raum schaffen zum Nachdenken und zum Erzählen von eigenen Trauererfahrungen.

Menschen in ihrer Trauer wahrnehmen  

Eltern ist man ein Leben lang. Ein Kind zu verlieren ist unfassbar, egal ob einem ein Kind am Beginn des Lebens in froher Hoffnung, oder aus der Mitte des Lebens genommen wird.Der Verlust, die Trauer, viele Fragen und Emotionen brauchen einen guten Raum und hilfreiche Begleitung...Impulse von SeelsorgerInnen, Rituale und liturgische Elemente sollen den Blick auf die seelsorglichen Möglichkeiten in der Trauer weiten. Der Studientag startet mit einem Impuls „Wenn die Sonne vor dem Abend untergeht“  von Klinikseelsorgerin Mag. Gabriele Danler und  lässt betroffene Menschen zu Wort kommen. Am Nachmittag besteht die Möglichkeit folgende Themen zu vertiefen: Trauer von Eltern, Großeltern, Geschwistern, Trauercafe, Suizid, Abtreibung und Seelensport.

Gesichter der Trauer 

Die Trauerbewältigung ist oft eine Zeit der Neuorientierung und immer individuell zu betrachten.

Eine Großmutter berichtete am letzten Studientag von dem Tod ihres Enkelkindes, den Sie drei Jahre lang begleitete. In ihrem Fall war die beste Trauerbewältigung, die Trauer des eigenen Kindes zu begleiten und tröstend an ihrer Seite zu sein. Dass sie auf diesem Weg aktiv sein konnte, hat ihr sehr geholfen die Trauer zu überwinden.

Ein anderer Teilnehmer berichtete von dem Tod seines achtjährigen behinderten Bruders, der im selben Jahr wie seine Oma verstorben ist und einer Mutter die selbst traumatisiert war von diesen Ereignissen. Er, selbst erst dreieinhalb Jahre alt, fühlte sich allein gelassen mit seinem tiefen Schmerz, wie eine Weinbergschnecke zog er sich zurück und hat sich in diesem Schmerz vergraben. Er war neben der Spur, wie ein Gefangener seiner selbst, und niemand war da, der ihn da „abholte“. Er kann heute nicht mehr sagen wann und wodurch er wieder am Leben teilnehmen konnte, aber auch heute kann ihn noch eine abgrundtiefe Trauer überkommen und nur gute Gespräche mit Freunden holen ihn da wieder raus.

Niemand ist zu jung oder zu alt zum Trauern. Von der ganz alltäglichen Trauer über die weggezogene Freundin, über das Ende eines Lebensabschnittes, bis zur Erfahrung der Endlichkeit und Endgültigkeit beim Tod eines geliebten Menschen, immer geht es darum, Menschen in ihrer Trauer wahrzunehmen.

Datum: Samstag, 16. November 2019, 10:00-16:00 Uhr

Ort: Bildungshaus St. Michael, Matrei a.Br.

Kontakt: Familienreferat, 0512 2230 4301 oder familienreferat@dibk.at

Alle weiteren Informationen und Details finden Sie hier:

https://www.dibk.at/Themen/Trauer/Veranstaltungen/Studientag-Trauerpastoral-Verwaiste-Eltern-Geschwister