Fest des hl. Martin: Teilen hilft

Am 11. November begeht die Kirche das Fest des hl. Martin von Tours. Seine Bekanntheit verdankt der hl. Martin unter anderem den vielen Martinsumzügen, die an die große Hilfsbereitschaft des Soldaten aus dem 4. Jahrhundert erinnert.

"Das weiß doch jedes Kind" - Dieser Satz wird oft leichtfertig verwendet, aber beim heiligen Martin hat er sogar eine gewisse Berechtigung. Denn am 11. November ziehen in den Pfarren und Gemeinden viele Kinder- und Schülergruppen durch die Straßen. Ausgestattet mit meist selbst gebastelten Laternen erinnern die Kinder an den Heiligen, der vor allem durch seine große Bereitschaft zum Teilen einen fixen Platz im Veranstaltungskalender von Kindergärten, Schulen und Pfarren gefunden hat.

Vom Soldaten zum Bischof 

Martin lebte im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt (316 - 397) und stammte aus Sabaria in Ungarn. Er war ein römischer Offizier, der später zum Bischof von Tour in Frankreich ernannt werden soll. Zwei Geschichten, die sich um den hl. Martin ranken, haben den Heiligen zu seiner großen Bekanntheit verholfen: Mit einem nur wenig bekleideten Bettler am Straßenrand soll er seinen Offiziersmantel geteilt haben, indem er den Mantel mit seinem Schwert in zwei Hälften geteilt hat und eine Hälfte dem Bettler gegeben hat. Eine zweite Erzählung berichtet darüber, dass sich Martin, der vom Soldaten zum christlichen Einsiedler geworden war, in einem Stall versteckt haben soll, da er nicht Bischof werden wollte. Die Gänse im Stall sollen jedoch mit ihrem Geschnatter den Einsiedler verraten haben, und so wurde Martin zum Bischof von Tours in Frankreich ernannt. 

Lehrmeister der Nächstenliebe 

Papst Franziskus hat den hl. Martin, einmal im Rahmen einer Audienz auf dem Petersplatz als einen Lehrmeister der Herzlichkeit, der Aufnahme von Notleidenden und der Nächstenliebe bezeichnet. Er würdigte damit den Heiligen, der sich als Bischof vor allem der Verbreitung des Evangeliums im Nordosten von Frankreich gewidmet hat und sich immer wieder durch seine Hilfsbereitschaft und die Hinwendung zu den Armen und Ausgestoßenen ausgezeichnet hat.

Martinsgans und Laternenfest 

Eng mit dem hl. Martin verknüpft ist der Brauch des Ganslessens rund um das Fest des Heiligen. Die Martinigans erinnert dabei an die Erzählung von den Gänsen, die das Versteck des Martin verraten haben sollen. Die Lichterprozessionen und Martinsumzüge erinnern vor allem an die Hilfsbereitschaft des Heiligen und an das Teilen seines Soldatenmantels. In manchen Orten werden auch Martinsfeuer angezündet.

In der Diözese Innsbruck sind 17 Pfarrkirchen auf den hl. Martin geweiht, zudem tragen viele Kapellen den Namen des Heiligen. Die Diözese Eisenstadt hat den hl. Martin zu ihrem Patron gewählt.

 

Weiterführende Informationen

Die Diözesen Innsbruck und Bozen-Brixen haben vor einigen Jahren eine Broschüre aus der Reihe "Familien feiern Feste" dem hl. Martin gewidmet. Es hält Anregungen für die Feier des Martinsfestes in der Familie: 
http://www.familien-feiern-feste.net/165d410.html 

 

Der hl. Martin im ökumenischen Heiligenlexikon: 
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_von_Tours.htm 

 

Mit selbstgebastelten Laternen gedenken Kinder in ganz Tirol des hl. Martin. Foto: Hölbling