Diözese Innsbruck bestürzt über Terrorattacke in Burkina Faso

Caritas der Diözese arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Caritas/OCADES der Diözese Dori zusammen – Hilfe geht weiter.

  

Mit Bestürzung hat die Diözese Innsbruck von der Terrorattacke gegen eine katholische Gemeinde in der Partnerdiözese Dori in Burkina Faso am vergangenen Sonntag erfahren. 15 der in Essakane zum Gottesdienst versammelten Menschen starben gewaltsam.

Die Sicherheitslage der Region hatte bereits dazu geführt, dass die Hälfte der Pfarren in der Diözese Dori geschlossen wurden und keine Sonntagsmessen mehr stattfinden. Weiterhin versammeln sich jedoch in den Gemeinden kleinere Gruppen von Gläubigen sonntags zum gemeinsamen Gebet. „Wir bitten um euer Gebet für die im Glauben Verstorbenen, für die Heilung der Verwundeten und den Trost der Trauernden.“, schreibt die Diözese Dori in einer ersten Stellungnahme. „Beten wir auch für die Bekehrung jener, die Tod und Verzweiflung in unserem Land sähen“, so heißt es dort weiter.

 

Caritas der Diözese Innsbruck unterstützt seit vielen Jahren Nothilfeprojekte 

Erst kürzlich beschrieb der Bischof der Diözese Dori, Laurent Dabiré, im Gespräch mit der Caritas Tirol, wie sehr das Leben der Menschen in seiner Region vom seit 2015 andauernden Konflikt bedroht und eingeschränkt werde: „Der Terrorismus ist über unsere Region gekommen und hat viele der ohnehin schon schwachen sozialen Strukturen zerstört.“ Die Diözese Dori und ihre Caritas versuchen das Leid der Menschen durch Nothilfe zu lindern. Sie unterstützt insbesondere die Menschen, die aus ihren Dörfern flüchten, durch Wasserversorgung, Unterkünfte, Einkommensmöglichkeiten und Schulbildung – auch mit finanzieller Hilfe aus Tirol. „Die Kirche muss immer an der Seite der Schwächsten, des Friedens und der Wahrheit stehen“, so Bischof Dabiré, der sich in der Region für Frieden und Dialog einsetzt.

Die Caritas der Diözese Innsbruck arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Caritas/OCADES der Diözese Dori zusammen und unterstützt im Rahmen von verschiedenen Ernährungssicherungs- und Nothilfeprojekten die lokale Bevölkerung. Mit den aktuell laufenden Projekten kann rund 24 000 Begünstigten – Binnenflüchtlingen sowie lokal ansässigen, benachteiligten Familien -  im Gebiet der Diözese Dori geholfen werden.

 

Bischof Glettler: Es braucht unsere erhöhte Aufmerksamkeit - Hilfe aus Tirol geht ungebrochen weiter 

Die Diözese Innsbruck sieht sich sehr verbunden mit der Diözese Dori und drückt ihre Verbundenheit aus.

Bischof Hermann Glettler: „In dieser extremen Notsituation braucht es unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Die über 40jährige Verbundenheit unserer Diözese Innsbruck mit den Notleidenden in den betroffenen Regionen wollen wir gerade jetzt stärken. Gefordert sind trotz der vielen globalen Krisensituationen eine politische Wahrnehmung und effektive Bekämpfung des dschihadistischen Terrors, der ganze Regionen Afrikas ins Elend treibt. Wir danken allen, die angesichts der aktuellen Gewalteskalation nicht aufgeben und mit Gebet und finanzieller Unterstützung die Kirche vor Ort auch weiterhin stärken.“

 

DATEN und FAKTEN 

Kathpress berichtet zu den Hintergründen:  

Bei Sonntagsgottesdienst 15 Menschen getötet 

In dem Dorf Essakane in der Diözese Dori im Nordosten von Burkina Faso waren während des Sonntagsgottesdienstes am 25. Februar 15 Menschen bei einem Angriff getötet worden. Bewaffnete Männer stürmten laut Kirchenangaben das katholische Gotteshaus. Zwölf Menschen seien sofort tot gewesen, drei weitere später ihren Verletzungen erlegen, teilte Ortsbischof Laurent Dabire mit. "Die Dschihadisten schossen auf die Männer und verschonten die Frauen", berichtete Dabire gegenüber dem vatikanischen Missionspressedienst "Fides" (Montag). Essakane liegt in der Grenzregion zu Mali und zum Niger, einer Hochburg dschihadistischer Gruppen. 

Burkina Faso ("Land des aufrichtigen Menschen") ist ein Binnenstaat in Westafrika. Hauptstadt ist Ouagadougou; zweitgrößte Stadt ist Bobo-Dioulasso. Rund 60 Prozent der etwa 20 Millionen Einwohner des Landes sind Muslime, etwa 25 Prozent Christen, davon ein Großteil Katholiken; etwas mehr als 7 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen. Die frühere französische Kolonie Obervolta wurde 1960 unabhängig; 1984 erfolgte die Umbenennung in Burkina Faso durch den im Jahr zuvor an die Macht gelangten panafrikanistisch-sozialistischen Präsidenten Thomas Sankara. Amtssprache ist Französisch; wichtige Handelssprache ist Arabisch, dazu kommen fast 70 lokale Sprachen und Idiome. 

Burkina Faso liegt zu Teilen in der oft von Dürre heimgesuchten Sahelzone und gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Die politischen Konflikte in den Nachbarländern Mali und Elfenbeinküste machen sich auch in Burkina Faso bemerkbar, etwa in Form islamistischer Anschläge. Im Jänner 2022 wurde der seit 2015 amtierende Präsident Roch Marc Christian Kabore bei einem Putsch abgesetzt - der vierte Staatsstreich in Westafrika binnen weniger als eineinhalb Jahren. 

Seit vielen Jahren sind die Diözesen Innsbruck und Dori miteinander verbunden. Das Bild stammt von einer Projektreise im Jahr 2019: v.l. Verena Egger, Verena Gutleben, Bischof Hermann Glettler und der ehemalige Caritasdirektor Georg Schärmer mit Partner:innen aus Burkina Faso.