Nikolaus - 6. Dezember

Der 6. Dezember ist der Gedenktag des Heiligen Bischofs Nikolaus von Myra, ein Heiliger der Nächstenliebe. Zum Brauchtum rund um seinen Gedenktag gehört auch der Nikolaus-Einzug, der in Ehrwald am Vorabend, 5. Dezember, stattfindet.

Montag, 5. Dezember
Ab 17 Uhr Nikolaus-Einzug
Nikolausfeier und Bescherung im Pavillon

 

NIKOLAUS, der Bischof von Myra (Kleinasien), im Osten und Westen viel verehrt, lebte wahrscheinlich im 4. Jahrhundert. Als Sohn reicher Eltern soll er sein ererbtes Vermögen unter die Armen verteilt haben. Er soll auch am Konzil von Nizäa teilgenommen haben. Im 6. Jahrhundert baute Kaiser Justinian zu  seiner Ehre eine Kirche in Konstantinopel. 1082 kamen seine Reliquien durch Kaufleute, die sie in Myra gestohlen hatten nach Bari (Apulien). Er gilt als Schutzpatron der Seefahrer, Händler, Ministranten und Kinder.

Es ist interessant, dass, obwohl so wenig geschichtliche Fakten über den Heiligen bekannt sind, er einer der bekanntesten Heiligen ist. Er muss also schon zu Lebzeiten eine „Legende“ gewesen sein, denn einige Legenden erwähnen seine wunderbare Hilfe, die Menschen schon vor seinem Tod erfahren haben.

 

Nikolaus-Legenden:

Stillung des Seesturms

In Seenot geratene Schiffsleute rufen in ihrer gefährlichen Lage den heiligen Nikolaus an. In der Tat erscheint ihnen ein mit Wunderkräften ausgestatteter Mann und übernimmt die Navigation, setzt die Segel richtig und bringt sogar den Sturm zu Abflauen. Daraufhin verschwindet der Mann wieder. Als die Seeleute in der Kirche von Myra zum Dank für die Errettung beten, erkennen sie den Heiligen und danken ihm.

 

Kornvermehrung

Während einer großen Hungersnot erfährt der Bischof von Myra, dass ein Schiff im Hafen vor Anker liegt, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hat. Er bittet daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese weisen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden müsse. Erst als Nikolaus ihnen verspricht, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmen die Seeleute zu. Als sie später in der Hauptstadt ankommen, stellen sie verwundert fest, dass das Gewicht der Ladung sich trotz der entnommenen Menge nicht verändert hat. Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden.

 

Ausstattung der drei Jungfrauen

Ein verarmter Mann beabsichtigt, seine drei Töchter, die er mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten kann, zur Prostitution zu schicken. Nikolaus, noch nicht Bischof und gerade durch Erbe mit einem größeren Vermögen ausgestattet, erfährt von der Notlage und wirft in drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers mit den drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, ihn zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm herzlich zu danken. Daraus entspringt die häufige ikonografische Darstellung mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln.