Zahlen und Fakten zum Thema Gewalt und Missbrauch in der Diözese Innsbruck
Die Statistik der Stiftung Opferschutz umfasst jene Meldungen, bei welchen betroffene Personen eine Vorlage vor der Unabhängigen Opferschutzkommission einleiten. Die Daten jener Fälle sind nicht in der Stiftung Opferschutz anhängig, wo zwar eine Meldung an die Unabhängige Ombudsstelle erfolgt ist, von Betroffenen jedoch kein Verfahren angestrebt und eingeleitet wird.
- 649 Betroffene (47,1 % Frauen und 52,9 % Männer) von Gewalt und Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen auf Diözesangebiet haben sich an die Unabhängige Diözesane Ombudsstelle oder direkt an die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft gewandt. Insgesamt wurden von diesen Personen 1632 Vorfälle gemeldet. Das sind 18 % der österreichweit registrierten Gewalt- und Missbrauchsvorfälle im kirchlichen Bereich.
- 85 % der gemeldeten Vorfälle betreffen körperliche und damit einhergehende psychische Gewalt; 23 % der gemeldeten Vorfälle betreffen dezidiert sexuelle Gewalt; 11 % der gemeldeten Vorfälle betreffen eine Kombination von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt.
- 71 % der gemeldeten Vorfälle haben sich in den 60er und 70er-Jahren ereignet.
- 81 % der gemeldeten Gewalt- und Missbrauchsvorfälle haben Betroffene in Heimen und Betreuungseinrichtungen erlebt, welche vorwiegend von Orden geführt worden sind. 10 % der gemeldeten Vorfälle haben Betroffene in Internaten, Schulen und Kindergärten, 4 % in Pfarren und 4% in anderen kirchlichen Einrichtungen, Klöstern und privat erfahren.
- Insgesamt wurden von Orden und kirchlichen Einrichtungen auf dem Gebiet der Diözese Innsbruck rund 7,6 Millionen Euro an finanzieller Hilfestellung und/oder Therapie ausgeschüttet. Die Diözese Innsbruck hat davon Zahlungen von ca. 1,7 Millionen Euro geleistet.
- Für die Opferschutz-Zahlungen der Diözese Innsbruck werden keine Gelder aus dem laufenden Kirchenbeitrag verwendet. Die Zahlungen können durch Zinserträge aus Rücklagen abgedeckt werden.