Seelsorgeraum Jenbach-Wiesing-Münster

11. Sonntag im JK

Liebe Kinder und Jugendliche!
Liebe Erwachsene!        

Arbeiter/in im Weinberg Gottes

Das heutige Evangelium, das uns mehr oder weniger vertraut ist, verleitet dazu, beim Satz „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“ stecken zu bleiben. Ich möchte dieser Versuchung heute bewusst widerstehen.
Ich brauche euch erstens nicht mehr erzählen, dass wir zu wenig Priester haben in unserer Diözese, wie auch in den vielen anderen im deutschsprachigen Raum.
Ich möchte auch nicht meine Sorge mit euch teilen, wie wir neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen.   

Sondern ich möchte das Evangelium heute nutzen, mich bei den vielen zu bedanken, die Pfarrgemeinde möglich machen.

Und dazu das Evangelium bis zum Schluss lesen.

Denn damals wie heute sendet Jesus konkrete Menschen aus. Wir hörten die Namen der Apostel. Manche sind uns vertraut, von denen erzählt die Heilige Schrift viel. Andere der Jünger Jesu sind nur mit Namen bekannt, bei manchen wissen wir halt auch noch den Namen des Vaters. Aber das war es dann auch schon. Keine große Biografie. Keine Lobeshymne.
So auch heute. Manche von uns – wie ich – stehen und gehen vorne voran. Da weiß man wer sie sind, was sie machen, was sie können und nicht können. Andere wieder sind stillere Mitgeher.    

Perspektiven der Nachfolge Jesu 

6 Perspektiven gibt Jesus heute mit – dir und mir:

1.     Geht zu den verlorenen Schafen 

Ich möchte heute allen danken, die Menschen in unserem Dorf im Blick haben, die nicht oder nicht mehr in die Kirche gehen.

Die vielleicht sogar den bewussten Schritt eines Austritts genommen haben. Die sich um Erstkommunionkinder und Firmlinge bemühen, auch wenn das Resultat meistens ist, dass man sie nach der Feier nicht mehr hier bei uns sieht.

2.     Verkündet: das Himmelreich ist nahe! 

Ich möchte allen danken, die anderen ein Stück Himmel schenken.

Die – um es mit Prof. Jozef Niewiadomski zu sagen – das Gottesgerücht wach halten, das Fenster zum Himmel offen haben. Die beständig treu sind im einfachen Beten.

Allen, die in der Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen tätig sind.

3.     Heilt Kranke! 

Dankbar dürfen wir alle sein, für Menschen die Kranke pflegen, den Ärzten und den Pflegern im Gesundheitssystem. Gerade in den letzten Monaten ist - nicht nur mir – wieder bewusst geworden, dass der Sozialstaat Österreich ein Segen ist.

Auch wenn sie nicht alle in die Kirche kommen – was ich mir heute schon allein deshalb wünschen würde, damit sie den Dank hören – so geben sie durch ihr Tun Zeugnis von der Liebe Gottes.

4.     Weckt Tote auf! 

Danken möchte ich allen, die anderen helfen, die nicht mehr weiter wissen. Die den sozialen Tod erleben, weil sie arbeitslos geworden sind, oder Alkoholika, andere Drogen nehmen und damit abgestürzt sind. Dankbar allen, die in ihren Familien und im Freundeskreis nicht zu den „schwarzen Schafen“ sagen: du bist für mich gestorben!

5.     Macht Aussätzige rein! 

Ähnlich wie die Toten dieser Gesellschaft gibt es auch die Aussätzigen heute.

Die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihres Anders- oder Nichtglaubens, ihrer Weltanschauung, die wir nicht teilen können und wollen, ihrer Herkunft aus Ländern der Flucht, zu Randfiguren werden.

Wo Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen oder auch selbst haben, durch den Mist, den sie gebaut haben, hereingenommen werden, kann ein sozialer Aussatz heilen. All jenen, die sich hier im Sinne Jesu engagieren, sei ebenfalls mit Dank gedacht.

6.     Treibt Dämonen aus.   

Die "Abergeister“ – wie Fridolin Stier das Wort übersetzt – die Geister, die auch heute aktiv sind, die Menschen dazu bewegen, bewusst falsche Nachrichten in die Welt zu setzen, die Geister, die einem einreden, sich und anderen ruhig schaden zu können, die Geister, die behaupten, der Glaube an Gott sei überflüssig und Zeitverschwendung, diese vielen Dämonen sind sehr gefährlich.

All jenen, die diesen widerstehen, die diese erkennen, merken, wo sie und bei wem sie am Werk sind, und die dagegenhalten mit Geduld und Liebe, sei besonders auch gedankt.

„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“, sagt Christus nüchtern. Aber bedankt werden dürfen sie dennoch.

Herzliche Grüße euch allen!

euer Pfr. Wolfgang

 

 

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