Seelsorgeraum Jenbach-Wiesing-Münster

Ostern

 

Sich stören lassen in der Trauer
(Gedanken zum Evangelium von Pfr. Wolfgang Meixner)    

Liebe Pfarrgemeinden!
Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Erwachsene – jung und alt!    

„Ausgangsbeschränkungen haben zu Ostern noch nie funktioniert.“
Mit diesem Titel bekam ich diese Woche mehrmals ein Bild vom offenen Grab über die sozialen Netzwerke zugeschickt. Guter Humor in Zeiten von Corona. Es tut uns allen gut, wenn wir in diesen Tagen nicht nur auf das schauen, was uns einschränkt und traurig macht, auf die Steine, die, wie damals auch, Leben verhindern. Ostern bedeutet, wie Maria und die Jünger, genauer schauen zu lernen und wie ein Kind neugierig zu sein. Bei aller Trauer die Sehnsucht nach Freude und Leben in uns zu tragen.    

Als ich auf dem Weg zur Beerdigung meiner Großtante, die an Corona verstorben ist, im Zug meine Predigt schreiben will, werde ich von Kinderlachen „gestört“ und abgelenkt. Anfangs habe ich das Lachen noch zu überhören versucht. Es bei Seite geschoben. Aber irgendwann merkte ich, dass es nicht geht.
Dieses Kinderlachen steckte mich an. Ich musste selber schmunzeln, ohne zu wissen, was denn da so lustig ist. Und es hat mir gutgetan, mich einfach mitzufreuen. Beginnt nicht auch Ostern damit, dass sich die Freundinnen und Freunde Jesu „stören“ lassen in ihrer Trauer?   

Ostern verstehen, bedeutet mehr als nur den Palmsonntag feiern, Palmbuschen und Speisenkörbe zu segnen. Ostern richtig feiern kann man erst dann, wenn man auch hineingeht in die Stille der Kartage, in die Dunkelheit und Nacktheit nicht nur liturgischer Feiern. Wenn man sich auch dieser Stille und Dunkelheit im eigenen ich und im Miteinander mit anderen Menschen stellt. Die Pandemie hat vieles sichtbarer, schneller deutlicher gemacht an einer gesellschaftlichen Schieflage und Spaltung, die sich vorher schon abgezeichnet hat.

Erst dann aber, wenn wir uns dieser Situation ehrlich stellen, gesellt sich auch eine Hoffnung dazu. Es ist ein kleines Licht, das mitten in finsterer Nacht leuchtet. Dieses Licht, das wir schnell Licht der Auferstehung nennen, ist der Hinweis Gottes, dass er immer schon da war und da ist – beim schnellen Jubel und im Kippen der Stimmung, in der eigenen Einsamkeit und dem Ausgeliefertsein an die Kräfte, die wirken – damals wie heute. Ein Licht, das in mir Widerhall finden will, wenn ich mich aufmache, IHM entgegenzugehen, der mir entgegengeht. Wenn das Herz brennen beginnt, weil nicht kirchliche Strukturen das Wichtigste sind, sondern gläubige Herzen, die sich vereinen zum „Halleluja“, zur echten Freude, wie ich es im Zug erlebte. Eine Freude, die keine Ausgangsbeschränkung kennt und andere ansteckt. Weil nur im WIR Glauben lebbar ist, einem WIR, das Gott selbst ist.

Ein frohes, gesegnetes Osterfest wünschen euch
Andrea, Evelyn, Katharina, Monika, Sabine, Pfr. Franz und Pfr. Wolfgang    

Brief des Pfarrers und Impuls zur Haus_Kirche 

 

Es gelten für die Gottesdienste weiterhin folgende Regelungen:         

  • Eine FFP2-Maske tragen
  • Mindestabstand von 2 Meter zu anderen, die nicht im gleichen Haushalt leben.

Danke für euer Verständnis und eure Mithilfe für sichere Gottesdienste!

Euer Pfarrer Wolfgang                             

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