Begegnung mit Gästen

Begegnung mit Gästen ist mehr als ein Vortrag. Welthaus will Ihnen gemeinsame Erlebnisse und Gespräche mit Gästen aus Afrika, Asien und Lateinamerika bieten.

 

Auf Einladung von Welthaus Österreich besuchen regelmäßig Gäste, die in Entwicklungsprojekten in ihren Ländern arbeiten, Schulen, Pfarren und interessierte Institutionen. Die Projekte der SüdpartnerInnen zeigen Wege für eine zukunftsfähige und solidarische Gesellschaft auf. Bei den Begegnungen erfahren Sie die Auswirkungen der Globalisierung auf den Alltag in Entwicklungsländern und in Europa. Nicht nur die Gäste sollen erzählen, sondern auch die Erfahrungen der ÖsterreicherInnen sind gefragt. Begegnung mit Gästen wird gemeinsam von den Welthaus Innsbruck, Linz, Graz, Klagenfurt, St. Pölten und Wien durchgeführt.

Kontakt
Sibylle Auer, Heiliggeiststraße 16/I, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/7270-73  

Begegnung mit Gästen

Begegnung mit Gästen - Burkina Faso Mai 2019

„Wir leben alle auf der gleichen Erde und werden darum auch alle die gleichen Konsequenzen spüren müssen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle an die gleichen Regeln halten. Umweltschutz ist eine Überlebensfrage. Das muss eine Bedingung sein für alles.“

Hitzewellen, Starkregen, Dürren, Ernteausfälle: Der Klimawandel ist längst auch in Österreich angekommen. Gerade alpine Regionen sind besonders stark betroffen. 

Noch stärker spürbar sind die Folgen des Klimawandels in der westafrikanischen Sahelzone. Vom 6. bis zum 12. Mai 2019 erzählen Gäste aus Burkina Faso in der Diözese Innsbruck, wie die Klimakrise die Lebensgrundlagen von Kleinbauernfamilien in ihrer Heimat bedroht.

 Der ausbleibende Regen macht es schier unmöglich, ausreichend Getreide für ihre Ernährung zu ernten. Schon kurz nach der Ernte sind die Vorräte aufgebraucht und die Menschen auf Hilfe von außen angewiesen. Désiré Somé und Sr. Adeline Ouedraogo von der Caritas Burkina Faso können aber auch von Erfolgen im Kampf gegen die Klimakrise berichten: Dank angepasster landwirtschaftlicher Methoden sind selbst bei extremen Bedingungen meist ausreichende Ernten möglich. Bildungsarbeit stärkt die Menschen, durch ressourcenschonendes Handeln den Klimawandel zu bremsen.

Die größte globale Herausforderung verbinde die Welt in der Notwendigkeit, gemeinsam zu handeln und konkrete Schritte zu setzen, betonen unsere Gäste: „Wir leben alle auf der gleichen Erde und werden darum auch alle die gleichen Konsequenzen spüren müssen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle an die gleichen Regeln halten. Umweltschutz ist eine Überlebensfrage. Das muss eine Bedingung sein für alles.“

Die Begegnung mit Désiré Somé und Sr. Adeline Ouedraogo führt die Dringlichkeit zu handeln vor Augen. Vor allem aber ermutigt sie, gemeinsam Perspektiven zu entwickeln für eine Welt, auf der wir alle gut leben können. Workshops, Vorträge und persönliche Begegnungen schaffen die Gelegenheit, voneinander zu lernen und authentische Einblicke in den Lebensalltag in Burkina Faso zu erhalten.

Möchten Sie Sr. Adeline Ouedraogo und Désiré Somé in Ihre Schule, Pfarre oder Gemeinde einladen? Anfragen unter: Sibylle Auer, Tel.: 0512 7270 73, Sibylle.Auer@dibk.at. Kosten: Euro 50,00 pro Workshop

Rückblick Begegnung mit Gästen aus den Philippinen (April 2018)

“Lupang ninuno”- “Land ist Leben”

Die Folgen des exzessiven Bergbaus sind auf den Philippinen an vielen Orten sicht- und spürbar: Seen und Flüsse, die auf den ersten Blick malerisch die Landschaft prägen, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als eine Mixtur giftiger Abfallprodukte. Berge und Hügel sind durchlöchert von tausenden kleinen und größeren Tunnels. Die abgebauten Rohstoffe, die auch in unseren Smartphones, Tablets, und Solarpanelen landen, sind für die Konzerne ein gutes Geschäft. Dass sie auch die Verantwortung für die Ausbeutung von Mensch und Natur übernehmen, dafür setzen sich u.a. unsere beiden Gäste ein.

Rückblick - Begegnung mit Gästen aus Guatemala (Mai 2017)

Wohlstand gerecht verteilen - Einsatz für soziale Gerechtigkeit

Armut und große soziale Ungleichheiten sind in allen Gesellschaften zu finden. Auch in Österreich wird darüber diskutiert, wie der Wohlstand verteilt ist und wer daran teilhaben darf. Gegenwärtig verfügt eine Minderheit über Geld und Vermögen im Überfluss. Zugleich haben immer mehr Menschen zu wenig für ein gutes Leben. Eigentlich sind aber doch genug Ressourcen für alle da – sie sind nur extrem ungleich verteilt. Es gilt also die Frage zu beantworten, was wir für ein Leben brauchen, was wirklich gut für alle ist.

Auch in Guatemala ist die Frage der gerechten Verteilung ein wichtiges Thema. Kein anderes Land in Lateinamerika verzeichnet eine so große Schere zwischen Arm und Reich. Der größte Teil der natürlichen Ressourcen, des wirtschaftlichen Vermögens und der politischen Gestaltungsräume sind in der Hand einiger weniger Personen. Zudem sind die Folgen des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs bis heute spürbar: Ethnische Diskriminierungen, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt sind auch 20 Jahre nach Unterzeichnung der Friedensverträge allgegenwärtig. Insbesondere die indigene und ländliche Bevölkerung sind davon betroffen. Sie bilden die große Mehrheit der Bevölkerung und prägen das Land mit ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Das auf den ersten Blick beeindruckende Bild einer vermeintlich multikulturellen Gesellschaft hält jedoch bei einer näheren Betrachtung nicht stand. Zu offenkundig sind die sozialen Gegensätze sowie die wirtschaftliche und politische Ausgrenzung der Mehrheitsbevölkerung. Trotz Repressalien seitens der staatlichen und wirtschaftlichen Eliten leisten die indigenen Gemeinschaften gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen beharrlichen Widerstand.

Unsere Gäste Hilda Elizabeth Cabrera López und Elvis Santiago Morales Sican erzählen, wie sich in ihren Organisationen für ein würdiges Leben der benachteiligten Mehrheitsbevölkerung einsetzen. Sie fordern Mitspracherecht und Teilhabe an Bildung, Gesundheit, Justiz und Kultur. Sie schlagen alternative Wirtschaftssysteme vor, die die Umwelt schützen und zu einem guten Leben für alle Menschen beitragen. Sie inspirieren und machen Mut.

Termin: 08. - 13. Mai 2017

Sondersendung auf FREIRAD | Mut.Macht.Gesellschaft | 31. Mai

Rückblick - Begegnung mit Gästen aus Uganda (Mai 2016)

Wenn Müll sich nützlich macht…

Gäste aus Uganda erzählten, wie sie Abfall kreativ wiederverwerten und so die Lebensbedingungen in ihrer Heimat verbessern. 

Das Abfallsystem in Österreich ist gut organisiert. Wir können uns darauf verlassen, dass die Müllabfuhr regelmäßig den Müll wegschafft. Und davon produzieren wir täglich genug: Unzählige Plastikverpackungen, Flaschen, Dosen, Papier – und auch jede Menge Nahrungsmittel, die abgelaufen sind, übrig bleiben oder uns einfach nicht schmecken. Einiges davon wird wiederverwertet, anderes landet auf Müllhalden irgendwo auf der Welt.

Immer mehr Menschen entdecken aber wieder neu, was früher selbstverständlich war: Vieles muss nicht in der Mülltonne landen, wenn man nur ein bisschen kreativ ist: Alte Geräte werden gemeinsam repariert, Kleidung wird umgenäht, Obst und Gemüse, das nicht den Schönheitskriterien der Supermärkte entspricht, wird verkocht und schmeckt noch hervorragend.

Auch in Uganda beschäftigt der zunehmende Müll die Menschen. In den ländlichen Regionen wartet man oft vergeblich darauf, dass der Abfall abgeholt wird. In den schnell wachsenden Städten ist Müll allgegenwärtig und bedeutet auch eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Aber auch hier finden Menschen darauf kreative Antworten. Der Müll in den Städten, der Mist auf dem Land ist nützlich, wenn er sinnvoll verwertet wird. So schaffen Plastikberge und Komposthaufen neue Einkommensquellen und verbessern die Ernährungssituation der Menschen.

Unsere Gäste aus Uganda, Josephine Lubyayi und Andrew Ogwal erzählten, wie sie kreative Antworten auf die wachsenden Müllberge und die Umweltzerstörung gefunden haben: Von der Mini-Biogasanlage über Maisbriketts bis zu „neuen“ Kochtöpfen aus Metallresten.

Danke den Kooperationspartnern und Fördergebern