WG Zams: 30 Jahre Betreuung auf Augenhöhe

Feldmesse mit anschließendem Fest findet am 28. Juni in der WG Zams statt

ie Wohngemeinschaft (WG) Zams der Caritas Tirol feiert Ende Juni ihr 30-jähriges Bestehen. Seit drei Jahrzehnten bietet die Einrichtung Menschen mit Behinderungen ein Zuhause und begleitet sie auf ihrem Weg zu einem möglichst selbstbestimmten Leben. Aktuell leben neun Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf in der WG, betreut von einem 15-köpfigen Team unter der Leitung von Dietmar Wolf. Finanziert wird die Einrichtung vom Land Tirol, Abteilung Inklusion, Kinder- Jugendhilfe.

 

„Die Bewohnerinnen und Bewohner der WG Zams haben dort Heimat gefunden. Sie erhalten genau jene Unterstützung, die sie brauchen, um ihr Leben möglichst selbstständig gestalten zu können“, betont Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb.

 

Dietmar Wolf arbeitet seit 1999 in der WG Zams und leitet die Einrichtung seit 2013. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte beschreibt er mit vier Begriffen: „selbstbestimmter, jünger und herausfordernder und dynamischer“. Bewohner:innen seien heute deutlich selbstbewusster und individueller geworden. Das verlange mehr Flexibilität, Offenheit und kreative Begleitung – eine Entwicklung, die Wolf ausdrücklich positiv bewertet.

 

Zuhause mitten im Dorf
Was die WG Zams besonders macht, sind ihre zentrale Lage und die familiäre Atmosphäre. Für die meisten Bewohner:innen ist die WG ihr dauerhaftes Zuhause. „Wir achten sehr darauf, dass die Menschen, die hier leben, gut miteinander harmonieren. Nur so kann ein wertschätzendes und angenehmes Zusammenleben gelingen“, erklärt Wolf. 

 

Der Alltag in der WG ist individuell und gemeinschaftlich zugleich gestaltet – von gemeinsamen Mahlzeiten über Spaziergänge, unterschiedlichen Aufgaben- bzw. Arbeitsbereichen und Freizeitaktivitäten bis hin zur persönlichen Abendgestaltung. Gerade weil viele Bewohner:innen nonverbal kommunizieren, spielen Vertrauen, Beziehung und Geborgenheit eine zentrale Rolle.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Selbstbestimmung. Mithilfe von Zukunfts- und Wunschplanung werden persönliche Ziele gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Dabei gehe es oft auch um kleine, aber wichtige Wünsche des Alltags – etwa Einkäufe, Ausflüge oder individuelle Freizeitgestaltung. „Im Mittelpunkt stehen nicht Pflegestufen, sondern Würde, Mitbestimmung und Teilhabe“, so Wolf.

 

Ein starkes und erfahrenes Team
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der WG Zams ist das engagierte Team. „Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Zuhören sind entscheidend, um auch schwierige Situationen gemeinsam zu bewältigen“, sagt Wolf. Viele Mitarbeitende sind bereits seit Jahrzehnten Teil der Einrichtung. 

 

Auch die Einrichtung selbst hat sich im Laufe der Jahre stark verändert: von einer ursprünglich stark psychiatrisch geprägten Betreuung hin zu einem modernen und selbstbestimmten Lebensraum. Neben pädagogischen Entwicklungen wurde auch baulich investiert – unter anderem in den Hildegarden-Zubau, die Neugestaltung des Gartens sowie energetische Sanierungen und eine Photovoltaikanlage.

 

Für die Zukunft wünscht sich Wolf vor allem, die wertschätzende Teamkultur zu erhalten, offen für Veränderungen zu bleiben und den Menschen weiterhin auf Augenhöhe zu begegnen. Besonders freut ihn, dass sich Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen bewusst für das Leben in der WG entscheiden und sich dort zuhause fühlen.

 

Jubiläumsfeier am 28. Juni
Gefeiert wird das 30-jährige Jubiläum am Sonntag, 28. Juni, mit einer Feldmesse im Garten der WG Zams. Bei Schlechtwetter findet die Messe in der Pfarrkirche Zams statt. Im Anschluss laden die Caritas Tirol und die WG Zams zu einem gemütlichen Beisammensein ein. Eingeladen sind Bewohner*innen, Angehörige, Mitarbeitende, Ehrengäste sowie die gesamte Bevölkerung von Zams. 

WG Zams: 30 Jahre Betreuung auf Augenhöhe
In der WG Zams findet seit 30 Jahren Betreuung auf Augenhöhe statt. Foto: Caritas Tirol/R. Lackner