Preis in Gedenken an Jakob Gapp für Mut und Glauben

Diözese Innsbruck schreibt erstmals Jakob-Gapp-Preis für Zivilcourage aus

Im Jahr des Ehrenamts 2026 stellt die Diözese Innsbruck gelebte Zivilcourage und sichtbaren Glauben ins Rampenlicht. Zum 30-jährigen Jubiläum der Seligsprechung von Pater Jakob Gapp – dem Ordenspriester, der sich mutig gegen das NS-Regime stellte – wird ein neuer, mit insgesamt 9.000 Euro dotierter Preis vergeben. Einreichungen sind bis zum 20. September 2026 möglich. 

 

Zivilcourage als gesellschaftlicher Auftrag 

„Zivilcourage heißt, nicht wegzuschauen, wenn andere in ihrer Würde bedroht sind. Mit dem Jakob-Gapp-Preis wollen wir Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn es unbequem ist“, betont Bischof Hermann Glettler. „Gesellschaftliches Engagement braucht Mut und Ausdauer. Genau dieses Engagement wollen wir mit dem Jakob-Gapp-Preis stärken und sichtbar machen.“ Ausgezeichnet werden Menschen und Initiativen, die mit Mut, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Kirche leisten – etwa in den Bereichen soziale Gerechtigkeit, Integration, Frieden, Nachhaltigkeit oder Erinnerungskultur. 

 

Jakob Gapp als Vorbild für das Heute 

Namensgeber des Preises ist der Selige Jakob Gapp (1897–1943), der aus seinem christlichen Gewissen heraus Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete und dafür hingerichtet wurde. „Jakob Gapp ist ein Beispiel dafür, wie Glaube und Zivilcourage zusammengehören“, so Glettler. Das Jubiläum seiner Seligsprechung bildet den Anlass, sein Vermächtnis neu ins Heute zu übersetzen. Die Idee entstand in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jakob Gapp aus der Pfarre Wattens. „Der Preis macht dieses Vermächtnis im Hier und Jetzt sichtbar und verbindet Erinnerungskultur mit konkretem Engagement“, erklärt Johannes Erler, Vorsitzender des Arbeitskreises. 

 

Details zur Ausschreibung und Teilnahme 

  • Wer kann einreichen? – Einzelpersonen ab 16 Jahren, Gruppen, Pfarren, Initiativen und Betriebe. 
  • Was wird gesucht? – Laufende Initiativen oder Projekte der letzten drei Jahre, die ehrenamtliches Engagement fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. 
  • Dotierung: Insgesamt 9.000 Euro (1. Preis: 4.000 €, 2. Preis: 2.000 €, 3. Preis: 1.000 € plus 2.000 € Sonderpreis für Erinnerungskultur). 
  • Frist: Einreichungen sind bis zum 20. September 2026 möglich. 
  • Verleihung: Festakt am 21. November 2026 in Wattens. 

 

Der Preis wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Jakob Gapp und der Tiroler Tageszeitung verliehen.

Preis in Gedenken an Jakob Gapp für Mut und Glauben
Szene aus „Kreuz oder Quer“ (2023), dem Theaterstück über den Seligen Jakob Gapp, der für seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit dem Leben bezahlte. Foto: Arbeitskreis Jakob Gapp/Johannes Erler