Spielerische Dimension in der Pastoral neu entdecken
Angesichts sich immer stärker verengender Lebensspielräume sollte die Kirche sich der Frage stellen, wie die Seelsorge eben solche Spielräume neu öffnen und damit Lebenschancen erweitern kann: Darauf hat der Innsbrucker Pastoraltheologe Prof. Andree Burke bei einem Vortrag am Montagabend in Innsbruck hingewiesen. Lernen könne Kirche wie Theologie dabei von den vielfältigen Formen des Spiels und Spielens heute, sagte Burke bei seinem Vortrag unter dem Titel "Auf der Suche nach Spielraum". Der Vortrag stellte zugleich seine Antrittsvorlesung an der Universität Innsbruck dar. Burke ist dort seit Oktober vergangenen Jahres Professor für Pastoraltheologie und Homiletik.
Ein moderner Spielbegriff stehe für ein "bewegliches Denken, das interdisziplinär anschlussfähig ist und die Gegenwartskultur erreicht", heißt es in einem von der Theologischen Fakultät verbreiteten Bericht über die Antrittsvorlesung Burkes. Spiel zeige sich dabei in mehreren Dimensionen: als ordnungs- und regelbasiertes "game", als kreatives Handeln ("play"), als rollenbasiertes "acting" und als leiblich basiertes "performing".
Die Pastoraltheologie könne aus diesen verschiedenen Dimensionen auch auf Räume und Praktiken rückschließen, die es heute brauche, um Kreativität freizusetzen und Leben zu ermöglichen. Pastoral sei insofern "heute als forschende, kreative Investition der Tradition in gegenwärtige Situationen zu verstehen" - und sie müsse sich den drei Leitfragen stellen: "Wo ist Spielraum? Wo spielt das Leben? Wie finden Menschen Zugang zum Leben?"
Andree Burke stammt aus Norddeutschland und war vor seinem Ruf an die Innsbrucker Theologische Fakultät Leiter der "Pastoralen Dienststelle" (Seelsorgeamt) in der Erzdiözese Hamburg.
Eine Meldung von www.kathpress.at