Sozialzertifikate an 15 engagierte Lehrlinge vergeben
Passend zum World Youth Skills Day am 15. Juli gibt es von Seiten der Caritas Tirol Positives zu vermelden: Kürzlich bekamen 15 Lehrlinge aus verschiedenen Tiroler Unternehmen ihre Sozialzertifikate feierlich überreicht. Dabei setzten sie sich mit Themen wie Inklusion, kultureller Teilhabe, psychischer Gesundheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinander. Im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Caritas-Integrationshaus erhielten die Teilnehmer*innen ihre Zertifikate.
Die Lehrlinge aus den Unternehmen ANDREAS STIHL Tirol GmbH, Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H., der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG und der Raiffeisenbank Wipptal - Stubaital Mitte schlossen damit einen mehr als eineinhalbjährigen Entwicklungsprozess ab, in dem sie ihre sozialen Kompetenzen in sieben Modulen vertieften und aktiv gesellschaftliche Verantwortung übernahmen.
„Junge Menschen brauchen Räume, um Verantwortung für sich selbst und andere zu lernen. Das Sozialzertifikat zeigt eindrucksvoll, wie viel Engagement, Kreativität und soziale Kompetenz in unseren Lehrlingen steckt. Sie gestalten ihre Zukunft aktiv mit und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu einem solidarischen Miteinander“, betont Elisabeth Rathgeb, Direktorin der Caritas Tirol.
Das Sozialzertifikat der youngCaritas richtet sich an Lehrlinge und Trainees und stärkt Fähigkeiten wie Empathie, Selbstreflexion, Selbstfürsorge und verantwortungsvolles Handeln. Ergänzend dazu entwickelten und realisierten die Teilnehmer*innen eigene soziale Projekte und setzten ihre Erfahrungen praxisnah um.
Erlebnis „Barrierefreiheit“
Besonders prägend war für viele die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Barrierefreiheit. In Workshops und bei einer gemeinsamen Rollstuhl-Begehung eines Gebäudes konnten die Jugendlichen unmittelbar erleben, welchen Hindernissen Menschen mit Behinderungen im Alltag begegnen. Die Wirkung reichte weit über den Modultag hinaus: Noch Monate später berichteten die Lehrlinge von Barrieren, die ihnen in ihren eigenen Betrieben aufgefallen waren. Diese nachhaltige Sensibilisierung zeigt, wie sehr sich ihre Perspektive verändert hat.
Projekte mit Herz
Großes Engagement bewiesen die Teilnehmer*innen auch bei ihren sozialen Projekten. Aus eigener Motivation entwickelten sie Ideen für besonders unterstützungsbedürftige Zielgruppen und setzten diese eigenverantwortlich um.
So entstand unter anderem ein besonderes Herzensprojekt für die Kinderherzklinik: Alena Raaß und Katharina Bacher von der Raiffeisen-Landesbank Tirol organisierten gemeinsam mit Kindern kreative Bastelaktionen. Dabei entstanden rund 90 liebevoll gestaltete Mutmach-Pakete für die jungen Patient*innen der Innsbrucker Kinderklinik.
„Wir wollten etwas mit und für Kinder gestalten – mit echtem Herz dahinter. Deshalb war es uns wichtig, gemeinsam kreativ zu sein und nicht nur Sachspenden zu übergeben“, erzählen die beiden.
Mit viel Begeisterung bastelten die Kinder des Caritas-Kindergartens St. Paulus sowie den Jugendspieler*innen des Handballvereins UHC Absam. „Die fertigen Pakete haben beinahe nicht in den Kofferraum meines Autos gepasst. Es sind wunderschöne, kreative und mit viel Liebe gestaltete Pakete entstanden“, berichtet Katharina Bacher. Alena Raaß ergänzt: „Wir wollten Kindern, die im Krankenhaus sind, eine Freude bereiten. Dass auch die bastelnden Kinder dabei so viel Spaß hatten und so stolz auf ihre Werke waren, war besonders schön zu erleben.“
Auch für die beiden Projektinitiatorinnen war die Resonanz überwältigend. Als sie die fertigen Mutmach-Pakete schließlich mit persönlichen Grußbotschaften versahen, flossen vor Freude sogar ein paar Tränen. Das große Engagement aller Beteiligten und die vielen liebevollen Beiträge machten das Projekt zu einem ganz besonderen Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit.
Bei einer weiteren Projektgruppe wurde es bunt. Sie setzte künstlerische Akzente und gestaltete die zuvor kahlen Wände im Caritas-Integrationshaus mit farbenfrohen Graffitis. Auch ein selbstorganisierter Mittagstisch zeigte, wie selbstverständlich Verantwortung übernommen werden kann: Die Lehrlinge planten, kochten und servierten gemeinsam und schufen einen Raum gelebter Gemeinschaft und Fürsorge.
In all ihren Projekten organisierten die Gruppen die Zusammenarbeit eigenständig, koordinierten Abläufe und bewiesen ein hohes Maß an Teamfähigkeit, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein. Dabei überzeugten sie mit Empathie, Klarheit und Organisationstalent.
Die Abschlussveranstaltung bot den Gästen die Möglichkeit, die entstandenen Projekte kennenzulernen und gemeinsam auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Deutlich wurde dabei vor allem eines: Wenn junge Menschen die Chance bekommen, Verantwortung zu übernehmen, entstehen nicht nur wertvolle Projekte, sondern auch Haltungen, die weit über die Dauer eines Lehrgangs hinauswirken.
Nächster Lehrgang
Im Oktober startet bereits der nächste Lehrgang, der mit dem Sozialzertifikat abgeschlossen wird. Alle Informationen zu den Modulen und zur Anmeldungen finden sich hier.