Priesterliches Band zwischen Innsbruck und Brixen

Beim Titularfest des Foedus Sacerdotale wurde die historische Verbundenheit sichtbar.

Neun Priester aus der Diözese Innsbruck haben am 6. August am Titularfest des Foedus Sacerdotale Oenipontanum in Brixen teilgenommen. Die Delegation wurde von Direktor Pfarrer Johannes Laichner geleitet. Das traditionsreiche jährliche Treffen wird am Fest der Verklärung des Herrn im Brixner Dom gefeiert.

 

Dem Foedus Sacerdotale gehören derzeit 106 Priester aus den Diözesen Bozen-Brixen und Innsbruck an. Das gemeinsame Fest erinnert an die jahrhundertelange kirchliche Verbundenheit beider Regionen: Bis zur Errichtung der Diözese Innsbruck im Jahr 1964 gehörten große Teile Nordtirols zur Diözese Brixen. Das Foedus zählt damit zu den wenigen bis heute lebendigen priestergemeinschaftlichen Verbindungen über den Brenner hinweg.

 

Ermutigung im priesterlichen Dienst 

Den Festgottesdienst leitete Erzbischof Giampietro Dal Toso, Apostolischer Nuntius in Jordanien und Zypern. In seiner Predigt sprach er über die Herausforderungen des priesterlichen Dienstes, über persönliche Grenzen, pastorale Enttäuschungen und die Erfahrung sinkender Gottesdienstbesuche. Gleichzeitig ermutigte er die Priester, aus dem Glauben Hoffnung zu schöpfen.

 

Die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor sei ein Zeichen dafür, dass Gottes Nähe auch in schwierigen Zeiten Kraft geben könne, sagte Dal Toso. Christliche Hoffnung bedeute nicht, Belastungen auszublenden, sondern darauf zu vertrauen, dass Leid und Scheitern nicht das letzte Wort haben. Diese Hoffnung weiterzugeben, gehöre zum zentralen Auftrag des Priesters.

 

Blick in die Geschichte des Brixner Doms 

Im Anschluss stellte die Historikerin und Diözesanarchivarin Erika Kustatscher ihre neue Monografie „Kanoniker und Kapläne um die Kathedra. Der niedere Klerus am Dom zu Brixen in siebeneinhalb Jahrhunderten“ vor. Das Werk beleuchtet die Geschichte jener Geistlichen, die über Jahrhunderte am Brixner Dom gewirkt haben.

 

Das Titularfest wurde damit erneut zu einem sichtbaren Zeichen der priesterlichen und kirchlichen Verbundenheit zwischen Innsbruck und Brixen, die trotz der bestehenden Diözesangrenze bis heute lebendig geblieben ist.

Priesterliches Band zwischen Innsbruck und Brixen
Erzbischof Dal Toso im Kreis der Innsbrucker Foedus-Mitglieder vor dem Brixener Dom - Foto: Laichner