Neue Perspektive für das Kloster Thurnfeld in Hall

Nach dem letzten Sonntagsgottesdienst beginnt Planungsphase für zukünftige Nutzung

Am Sonntag, 25. Januar 2026, feierte Bischof Hermann Glettler den letzten Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche Thurnfeld in Hall in Tirol. Dieser Schritt war naheliegend, nachdem sich im vergangenen Jahr die noch verbliebene Schwesterngemeinschaft aufgelöst hatte: Sr. Luzia verstarb am 1. März 2025, Sr. Krystina ging im November zurück in ihre Heimat Kroatien und Sr. Bernadette übersiedelte ins „Haus zum guten Hirten“ in Hall, wo sie eine gute Pflege erhält und auch mit Freude am religiösen Angebot teilnehmen kann. Bischof Glettler bedankte sich bei der kleinen Gottesdienstgemeinde, die in den letzten Jahren zusammen mit den geistlichen Schwestern gefeiert hat. Sein besonderer Dank galt Burgi Schweinberger und Karin Purner, die neben ihrer Sorge für die Schwestern auch für Kirche, Sakristei und den kleinen Friedhof verantwortlich waren. Der Bischof ermutigte zum Abschluss die kleine Gemeinschaft, in Zukunft die zahlreichen Sonntagsgottesdienste in den Ordensgemeinschaften und in der Stadt Hall zu nutzen.

 

Geistlicher Ort für Jahrhunderte 

Mit dem letzten Sonntagsgottesdienst ging jedoch in Hall eine Geschichte zu Ende: Seit 1525 war Thurnfeld mit einer Unterbrechung von 70 Jahren stets ein geistlicher Ort. Zunächst durch die Augustinerinnen, dann durch die Stiftsdamen des Haller Damenstifts und in den letzten 160 Jahren durch die Salesianerinnen vom Orden der Heimsuchung. Seit dem 19. Jahrhundert führten die Schwestern ein Internat für Mädchen, das jedoch in den 60er Jahren zum Salesianischen Bubenheim umgestaltet wurde.

 

In absehbarer Zeit werden die Planungsarbeiten für die zukünftige Nutzung des Klosters Thurnfeld beginnen, bzw. fortgesetzt werden. Ein Architektenwettbewerb wurde bereits erfolgreich durchgeführt. Es soll in den großzügigen Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters das diözesane Archiv und Depot für Papierarchivalien sowie Kunst- und Kulturgüter errichtet werden. Diese Investition ist notwendig, weil nicht alle Pfarren die Möglichkeit haben, ihre historischen Dokumente und Kulturgüter den konservatorischen Notwendigkeiten entsprechend zu lagern. Ebenso ist die Errichtung von Wohnmöglichkeiten für die Mitglieder des Vereins Emmaus vorgesehen, der im Klosterareal eine alternative Landwirtschaft betreibt.

Neue Perspektive für das Kloster Thurnfeld in Hall
Ordensreferentin Sr. Ilsemarie Weiffen rscj, Bischof Hermann Glettler, Karin Purner, Diözesanarchivar Martin Kapferer und Burgi Schweinberger (v. l. n. r.) - Foto: Schöch/dibk.at