Lebensschutz ist Indikator für Menschlichkeit einer Gesellschaft
Eine Gesellschaft zeigt ihre wahre Menschlichkeit damit, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Das hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler anlässlich einer Kundgebung der "Jugend für das Leben" am Samstag in Innsbruck betont. Der Einsatz für den Schutz des menschlichen Lebens sei kein Anliegen einer einzelnen Gruppe, "sondern eine gemeinsame Verantwortung für unsere ganze Gesellschaft", so der Bischof in einem Grußwort an die Teilnehmenden der Veranstaltung. Er rief zugleich zum Gebet für den umfassenden Schutz des Lebens auf.
"Jedes Kind - vom Augenblick seiner Empfängnis an - ist ein einzigartiges und wertvolles Geschenk Gottes", so Glettler wörtlich: "Als Christinnen und Christen sind wir gerufen, dort Zeugnis zu geben, wo Menschen Schutz und Hoffnung brauchen." Dieses Anliegen verbinde viele Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Überzeugungen, so der Bischof. Zugleich hielt er fest: "Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung. Aus diesem Grund gehört sie nicht in die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen." Das Grußwort des Bischofs wurde bei der Veranstaltung verlesen, die um 13 Uhr auf dem Innsbrucker Landhausplatz begann.
Lebensschutz dürfe nicht zu einer ideologischen oder parteipolitischen Frage werden, betonte Glettler: "Weder die Debatte über Abtreibung noch andere Fragen am Beginn und Ende des Lebens dürfen radikalisiert oder für gesellschaftliche Polarisierung missbraucht werden. Die Würde jedes Menschen steht über politischen Lagern und weltanschaulichen Gegensätzen." Gerade bei sensiblen Fragen brauche es "Respekt, Dialogbereitschaft und die gemeinsame Suche nach Lösungen, die dem Menschen dienen".
Für eine "Kultur des Lebens, die nicht verurteilt"
Es brauche "eine Kultur des Lebens, die nicht verurteilt, sondern begleitet; die nicht allein lässt, sondern hilft; die Frauen und Familien in schwierigen Situationen Unterstützung, Ermutigung und echte Hoffnung schenkt". Eine solche Kultur des Lebens verbinde den Schutz des ungeborenen Lebens mit einer umfassenden Sorge um Frauen, Familien, Kranke, Menschen mit Behinderung, alte Menschen und alle, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Die Antwort auf schwierige Schwangerschaftssituationen dürfe in einer lebens- und menschenfreundlichen Gesellschaft nicht die Beendigung eines Lebens sein. Sie müsse vor allem darin liegen, Frauen und Familien verlässlich zu begleiten und ihnen konkrete Hilfen und Perspektiven anzubieten.
Leihmutterschaft widerspricht Menschenwürde
Mit klaren Worten sprach sich Bischof auch gegen Leihmutterschaft aus. Bei allen persönlichen Schicksalen und verständlichen Sehnsüchten nach einem Kind dürfe man die grundlegende Frage nach der Würde jedes Menschen nicht aus dem Blick verlieren. "Ein Kind ist niemals das Ergebnis eines Anspruchs oder eines Vertrages, sondern immer Geschenk und eigene Person. Ebenso verdient jede Frau Achtung und Schutz vor jeder Form der Instrumentalisierung ihres Körpers", erklärte Bischof Glettler.
Anliegen der Kirche sei es, aufzurichten und nicht zu verurteilen, so der Bischof. Er danke allen, die sich mit Respekt, Verantwortung und Menschlichkeit für die Würde des Lebens einsetzen. "Jeder Beitrag, der Verständnis fördert, konkrete Hilfe ermöglicht und Menschen zusammenführt, stärkt unsere Gesellschaft", schloss Glettler.
Er ermutigte alle Tirolerinnen und Tiroler, für den umfassenden Schutz des Lebens zu beten: "Beten wir für alle ungeborenen Kinder und ihre Eltern, für Frauen in belastenden Schwangerschaften, für Familien mit unerfülltem Kinderwunsch, die oft einen schweren Weg gehen. Beten wir darum, dass unsere Gesellschaft Wege findet, die von Mitgefühl, Gerechtigkeit und der unantastbaren Würde jedes Menschen geprägt sind. Beten wir, dass alle Kinder, die empfangen wurden, auch zur Welt kommen dürfen!"
Eine Meldung von www.kathpress.at
Lebensschutz zeigt die Menschlichkeit einer Gesellschaft
„Ihr seid das Salz der Erde, Ihr seid das Licht der Welt!“ Dieser Zuspruch Jesu ist Auftrag und Ermutigung zugleich. Salz gibt Geschmack und bewahrt vor dem Verderben. Licht zeigt den Weg und vertreibt die Dunkelheit. Als Christinnen und Christen sind wir gerufen, dort Zeugnis zu geben, wo Menschen Schutz und Hoffnung brauchen. Dieses Anliegen verbindet heute viele Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Überzeugungen. Gemeinsam erinnern wir daran, dass menschliches Leben Schutz und Aufmerksamkeit verdient.
ANLIEGEN: Jedes Kind – vom Augenblick seiner Empfängnis an – ist ein einzigartiges und wertvolles Geschenk Gottes. Lebensschutz ist dabei kein Anliegen einer einzelnen Gruppe, sondern eine gemeinsame Verantwortung für unsere ganze Gesellschaft. Ihr erklärt, was viele Menschen in diesem Land wissen, auch wenn sie nicht den Mut haben, es auszusprechen: Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung! Aus diesem Grund gehört sie nicht in die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen! Bei der letzten Demo habt Ihr diese Forderung mit einem berührenden Bild inszeniert: unzählige Paar Schuhe, die stumm, aber umso kraftvoller auf Menschen aufmerksam gemacht haben, die nie geboren werden durften. Diese Schuhe erinnern auch heute, für wen wir einstehen: für die Schwächsten, die selbst noch keine Fußspuren auf dieser Erde setzen konnten.
FREIHEIT: Die heutige Lesung aus dem Römerbrief sagt uns: „Das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht.“ Diese Freiheit, die Christus schenkt, ist keine Freiheit zum gleichgültigen Wegsehen. Sie ist eine Freiheit, die zur Liebe, zur Verantwortung und zum Einsatz für die Schwächsten in unserer Mitte befähigt. Es ist eine Freiheit, die sich nicht aus Angst vor der öffentlichen Meinung ersticken lässt. Eine Freiheit für das Leben!
LEBENSSCHUTZ UND DIALOG: Lebensschutz darf nicht zu einer ideologischen oder parteipolitischen Frage werden. Weder die Debatte über Abtreibung noch andere Fragen am Beginn und Ende des Lebens dürfen radikalisiert oder für gesellschaftliche Polarisierung missbraucht werden. Die Würde jedes Menschen steht über politischen Lagern und weltanschaulichen Gegensätzen. Gerade bei sensiblen Fragen brauchen wir Respekt, Dialogbereitschaft und die gemeinsame Suche nach Lösungen, die dem Menschen dienen.
POLITIK: Eine Gesellschaft zeigt ihre wahre Menschlichkeit daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Deshalb brauchen wir eine Kultur des Lebens, die nicht verurteilt, sondern begleitet; die nicht allein lässt, sondern hilft; die Frauen und Familien in schwierigen Situationen Unterstützung, Ermutigung und echte Hoffnung schenkt. Eine solche Kultur des Lebens verbindet den Schutz des ungeborenen Lebens mit einer umfassenden Sorge um Frauen, Familien, Kranke, Menschen mit Behinderung, alte Menschen und alle, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ja, setzen wir uns gemeinsam für eine kinder-, frauen- und familienfreundliche Politik ein! Die Antwort auf schwierige Schwangerschaftssituationen darf in einer lebens- und menschenfreundlichen Gesellschaft nicht in der Beendigung eines Lebens bestehen. Sie muss vor allem darin liegen, Frauen und Familien verlässlich zu begleiten und ihnen konkrete Hilfen und Perspektiven anzubieten.
FAIRÄNDERN: Aus diesem Grund müssen wir daran arbeiten, die Bedingungen für schwangere Frauen und Familien zu verbessern – ganz im Sinne der wichtigen Kampagne „Fairändern“: Es braucht zusätzlich zu einer anonymen, statistischen Erfassung der Motive für stattgefundene Abtreibungen, eine verlässliche Beratung, die Frauen in ihrer schwierigen Situation stärkt, eine bessere Information über bestehende Hilfen und eine spürbare Unterstützung für Familien in Notsituationen. Diese wenigen Maßnahmen wären schon eine spürbare „Fairänderung“ hin zu einer Gesellschaft, in der jedes Kind willkommen geheißen werden kann. Hin zu einer echten Freiheit, Ja zum Leben zu sagen!
LEIHMUTTERSCHAFT: Unser Einsatz ist aber auch überall dort gefordert, wo menschliches Leben zum Gegenstand wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Interessen zu werden droht: Gerade in diesen Tagen wird intensiv über die Leihmutterschaft diskutiert. Bei allen persönlichen Schicksalen und verständlichen Sehnsüchten nach einem Kind dürfen wir die grundlegende Frage nach der Würde jedes Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Ein Kind ist niemals das Ergebnis eines Anspruchs oder eines Vertrages, sondern immer Geschenk und eigene Person. Ebenso verdient jede Frau Achtung und Schutz vor jeder Form der Instrumentalisierung ihres Körpers.
GEBET: Es ist immer unser Anliegen, aufzurichten und nicht zu verurteilen. Seien wir die helfende Hand, die ermutigende Stimme und der verlässliche Begleiter für das ungeborene Leben und für jede Mutter, die Unterstützung braucht. Um diesem Auftrag gerecht werden zu können, brauchen wir Gottes Hilfe, seinen Geist, seinen langen Atem: Ich lade Euch und alle Tirolerinnen und Tiroler von Neuem ein, für den umfassenden Schutz des Lebens zu beten. Beten wir für alle ungeborenen Kinder und ihre Eltern, für Frauen in belastenden Schwangerschaften, für Familien mit unerfülltem Kinderwunsch, die oft einen schweren Weg gehen. Beten wir darum, dass unsere Gesellschaft Wege findet, die von Mitgefühl, Gerechtigkeit und der unantastbaren Würde jedes Menschen geprägt sind. Beten wir, dass alle Kinder, die empfangen wurden, auch zur Welt kommen dürfen!
DANK: Ich danke allen, die sich mit Respekt, Verantwortung und Menschlichkeit für die Würde des Lebens einsetzen. Jeder Beitrag, der Verständnis fördert, konkrete Hilfe ermöglicht und Menschen zusammenführt, stärkt unsere Gesellschaft. Bleiben wir, was Jesus uns ermutigend zuruft: Salz der Erde und Licht der Welt!
Im gemeinsamen Anliegen mit Euch herzlich verbunden
Bischof Hermann Glettler