Hoher Frauentag: Dank für Engagement und Glauben
Zum Hohen Frauentag versammelten sich am Samstag zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft in Innsbruck. Der Tiroler Landesfeiertag wurde traditionell mit einem Festgottesdienst in der Jesuitenkirche begangen. Hauptzelebrant war Abt Leopold Baumberger OPraem, Konzelebrant Domkapitular Clemens Bieber aus Würzburg, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg. Im Mittelpunkt standen das Hochfest Mariä Himmelfahrt, die Tiroler Geschichte sowie die Würdigung von Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen.
Der Hohe Frauentag am 15. August zählt zu den ältesten Marienfesten der Christenheit. In Tirol ist Mariä Himmelfahrt zugleich kirchliches Hochfest und Landesfeiertag. Neben Gottesdiensten, Prozessionen und Kirchtagen prägt vor allem die Kräutersegnung das Fest. Der Brauch geht auf die alte Überlieferung zurück, wonach die Apostel im Grab Mariens keine sterblichen Überreste, sondern Blumen und wohlriechende Kräuter vorgefunden hätten. Bis heute bringen Gläubige in vielen Pfarren kunstvoll gebundene Kräuterbuschen zur Segnung in die Kirchen. Diese galten traditionell als Zeichen von Schutz und Segen und wurden häufig das ganze Jahr über in Haus und Hof aufbewahrt.
In seiner Predigt stellte Abt Leopold Baumberger die biblische Bedeutung Mariens in den Mittelpunkt. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel erinnere daran, dass menschliches Leben auf Gott hin ausgerichtet sei. Nicht Herkunft, besondere Lebenserfahrung oder außergewöhnliche Heldentaten hätten Maria ausgezeichnet. Entscheidend sei vielmehr das Wort Jesu aus dem Evangelium: „Selig sind vielmehr die das Wort Gottes hören und es befolgen.“
Maria eröffne damit einen „Horizont nach oben“, betonte der Abt. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und vielfältiger Herausforderungen brauche es Menschen, die ihren Blick nicht auf das Trennende richten, sondern auf das Verbindende. Auch die Kräutersegnung deutete Baumberger in diesem Sinn: Die Kräuter seien „ein Sinnbild für das Heilsame, dafür Wunden zu schließen“. Es gelte, alles daranzusetzen, „dass keine neuen Wunden entstehen“.
Einen Bogen spannte der Hauptzelebrant zur Tiroler Geschichte. Der Landesfeiertag erinnert an die Ereignisse des Jahres 1809, als Tiroler aller Stände in der dritten Bergiselschlacht gegen ein hochprofessionelles Heer kämpften und schließlich die bayerisch-französischen Truppen zum Rückzug zwangen. Als Andreas Hofer am 15. August unter dem Jubel der Bevölkerung in Innsbruck einzog, habe er auf die Anerkennung mit den Worten reagiert: „I nit, es a nit, er da oben!“ Auch Leopold Figls berühmter Appell „Glaubt an dieses Österreich“ zeige, wie sehr Hoffnung und Zusammenhalt historische Wendepunkte geprägt hätten.
„In vielen Situationen haben die Menschen gemeinsam bewiesen, was möglich ist“, sagte Baumberger. Er verband diesen Gedanken mit den anschließenden Ehrungen des Landes Tirol. Gerade im Jahr des Ehrenamts würden Menschen vor den Vorhang geholt, die Verantwortung für andere übernehmen und sich oft über Jahrzehnte für ihre Mitmenschen engagieren. „Wie schön wäre es, wenn wir nicht auf die nächste Katastrophe warten und uns nicht im täglichen Klein-Klein verlieren“, gab der Abt den Feiernden mit auf den Weg.
Foto: Cincelli
Im Anschluss an den Gottesdienst ehrten das Land Tirol und das Land Südtirol zahlreiche Persönlichkeiten für ihren Einsatz für Gesellschaft, Kultur, Vereine, Sozialwesen und kirchliches Leben. Unter den Ausgezeichneten befanden sich auch mehrere Menschen, die sich seit vielen Jahren in Pfarren, Pfarrgemeinderäten, Kirchenchören und kirchlichen Diensten engagieren.
Aus dem kirchlichen Bereich wurden unter anderem ausgezeichnet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Verdienstkreuz des Landes Tirol
Georg Juen sen. (Kirchenchor Pfarrkirche Galtür)
Verdienstmedaille des Landes Tirol
• Reinhard Gastl (Pfarrkirchenrat und Mesner, Mieming) • Veronika Holzknecht (Pfarrkirche Umhausen) • Erna Zimmermann (Mesnerin, Vorbeterin und Chorleiterin „Chor Magnificat“ Wildermieming) • Stefan Hauser (Pfarrkirchenrat und Pfarrgemeinderat Kappl) • Mag. Günter Riezler (Wortgottesdienstleiter und Lektor, Pfarre Fließ) • Christine Hofmann (Obfrau Pfarrgemeinderat Außervillgraten) • Ing. Franz Holzer (Pfarrkirchenrat Amlach) • Bernhard Klammsteiner (Pfarrkirchenrat Terfens) • Claudia Winkler (Bibliothekarin Terfens)