Auszeit: Eine Woche voller Abenteuer
Vom 3. bis 8. August 2026 hat das Jugendrotkreuz Tirol heuer erstmals das Camp „Zusammen in Tirol – Abenteuerzeit“ veranstaltet. 20 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 13 Jahren aus ganz Tirol waren dabei. Das inklusive Ferienangebot richtete sich an Kinder aus belasteten Familien und ermöglichte ihnen eine abwechslungsreiche Ferienwoche – unabhängig vom Wohnort und den finanziellen Möglichkeiten. Gelungen ist das Camp dank eines engagierten ehrenamtlichen Betreuer:innenteams und der Unterstützung durch die Gemeinde Mils.
Ferien bedeuten für viele Kinder Abenteuer, Ausflüge und eine gemeinsame Zeit mit der Familie und Freund:innen. Für Familien, die mit finanziellen, sozialen, gesundheitlichen oder familiären Belastungen zu kämpfen haben, sind solche Erlebnisse jedoch nicht immer selbstverständlich. Hier setzt die „Zusammen in Tirol – Abenteuerzeit“ an: „Wir möchten Kindern, die in ihrem Alltag mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, eine Woche schenken, in der diese Herausforderungen einmal nicht im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben, Neues auszuprobieren und zu erleben, dass man Teil einer Gemeinschaft ist“, sagt Nina Walch, Leiterin Jugendservice im Jugendrotkreuz Tirol.
Ein Programm, das keine Langeweile kennt
Mit der Abenteuerzeit wartete auf die insgesamt 20 Teilnehmer:innen jeden Tag ein abwechslungsreiches Programm. Im Turnsaal, auf dem Spielplatz und in den Klassenräumen der Volksschule in Mils wurde gespielt, gebastelt, gemalt und gemeinsam daran gearbeitet, dass aus einer Gruppe eine Gemeinschaft wird. „Dazu kamen zahlreiche Ausflüge“, wie Martina Wiederin, Campleiterin vor Ort, erzählt: „Die Kinder erkundeten den Kugelwald am Glungezer, verbrachten Zeit am Weißenbach in Absam, besuchten das Silberbergwerk in Schwaz oder den Waldspielplatz in Rum. Auch ein Kinobesuch stand am Programm. Das Beste gabs aber zum Schluss“, sagt Wiederin. „Grillen am Lagerfeuer ist kaum zu toppen“, schmunzelt die Campleiterin - und das, obwohl schon die An- und Abreise zum Camp ein Abenteuer gewesen ist.
VON LANDECK BIS KUFSTEIN GEMEINSAM UNTERWEGS
Die An- und Abreise ist Teil des Campkonzeptes. Die Kinder sind täglich öffentlich mit Bus oder mit dem Zug angereist, von den Betreuer:innen an den Haltestellen in Empfang genommen und in die Volksschule nach Mils gebracht worden. Am späten Nachmittag gings auf demselben Weg wieder zurück nach Hause - um am nächsten Tag wieder zu kommen. Nina Walch freut sich über die Win-win-Situation: „Für Kinder, die kein Schulticket besitzen, hat das Jugendrotkreuz die Tickets zur Verfügung gestellt. Damit wurde die Campteilnahme für Kinder aus weiter entfernten Regionen möglich und wir können eine nachhaltige Form der An- und Abreise umsetzen“.
Betreuungsschlüssel sichert Qualität
Damit jedes Kind vor Ort gut betreut und begleitet werden konnte, setzte das Jugendrotkreuz Tirol auf einen besonders hohen Betreuungsschlüssel. „Für 20 Kinder standen acht ehrenamtliche Betreuungspersonen zur Verfügung“, erläutert Martina Wiederin. Zudem brachte das multiprofessionelle Betreuungsteam Kompetenzen aus der Sozial- und Elementarpädagogik, Kinderkrankenpflege, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Lehramt, Medizin und Freizeitpädagogik ein und konnte so die individuellen Bedürfnisse der Kinder bestmöglich berücksichtigen.
Nachfrage zeigt, der Bedarf ist da
Wie groß das Interesse aber auch der Bedarf an diesem neuen Freizeitangebot des Jugendrotkreuzes Tirol ist, zeigen die Anmeldezahlen deutlich. „30 Kinder wurden für das Camp angemeldet, zehn von ihnen mussten wir auf eine Warteliste setzen“, berichtet Nina Walch. „Diese Nachfrage zeigt uns, dass wir als Jugendrotkreuz auch künftig Ferienangebote für Kinder anbieten müssen, die aufgrund ihrer Lebenssituation besondere Unterstützung und Möglichkeiten für eine soziale Teilhabe brauchen“. Finanziert wurde das Camp hauptsächlich über Spenden sowie über eine Pro-Kopf-Förderung des Landes Tirol für Ferienaktionen. Für die Familien konnte so die Teilnahme am Tagescamp bewusst niederschwellig gehalten werden.
Gemeinsam für mehr Teilhabe
Trotz finanzieller Förderung benötigt die Umsetzung solcher Konzepte immer auch die Unterstützung durch Partner:innen. „In unserem Fall war das besonders die Gemeinde Mils, die uns die Volksschule kostenlos zur Verfügung gestellt und damit die Grundlage geschaffen hat, dass das Camp direkt mitten im Ort stattfinden konnte. Für die überwiegend vegetarische Verpflegung der Kinder sorgte ein Cateringunternehmen aus Hall, welches das Essen direkt in die Volksschule geliefert hat“, ist Nina Walch dankbar. „Und nicht vergessen werden darf auf den Überraschungsbesuch des Eiswagens, der die Kinder mit kühlem Schleckeis versorgt hat“, schmunzelt Martina Wiederin und weiß: „Es sind oft die kleinen Momente, die bei den Kindern für Begeisterung sorgen und für die es sich lohnt, sich ehrenamtlich zu engagieren“.