10. Technologie und Künstliche Intelligenz

Eine der größten sozial-ökologischen Heraus- forderungen unserer Zeit liegt im Umgang mit künstlicher Intelligenz. KI-Systeme wirken längst über die digitale Welt hinaus. Sie entscheiden bereits jetzt über Sichtbarkeit, Arbeitschance oder Teilhabemöglichkeit. Doch sind Berechnungen und Kategorisierungen nie neutral: Sie verstärken Ungleichheiten und sie reproduzieren Vorurteile gegenüber Menschen und Tieren. Zu den prekären sozialen Auswirkungen kommt die ökologische Dimension: Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Energie und Rohstoffen – im Ausmaß ganzer Städte. Ja, wir stehen an einem Scheideweg, daher liegt es an uns, unsere gesellschaftliche Haltung zur Mitwelt zu verändern.

10. Technologie und Künstliche Intelligenz

Zitat

Die Menschheit ist in eine neue Ära eingetreten, in der uns die Macht der Technologie vor einen Scheideweg stellt. Wir sind die Erben von zwei Jahrhunderten enormer Veränderungswellen [...]. Die Technologie hat unzähligen Übeln, die dem Menschen schadeten und ihn einschränkten, Abhilfe geschaffen. [...] Man neigt zu der Ansicht, „jede Zunahme an Macht sei einfachhin »Fortschritt«; Erhöhung von Sicherheit, Nutzen, Wohlfahrt, Lebenskraft, Wertsättigung“, als gingen die Wirklichkeit, das Gute und die Wahrheit spontan aus der technologischen und wirtschaftlichen Macht selbst hervor. Tatsache ist, dass „der moderne Mensch nicht zum richtigen Gebrauch der Macht erzogen wird“, denn das enorme technologische Wachstum ging nicht mit einer Entwicklung des Menschen in Verantwortlichkeit, Werten und Gewissen einher. Jede Zeit neigt dazu, eine dürftige Selbsterkenntnis in Bezug auf die eigenen Grenzen zu entwickeln. Aus diesem Grund ist es möglich, dass die Menschheit heute nicht den Ernst der Herausforderungen, die sich ihr stellen, wahrnimmt. LS 102

Impulse

KI versus eigenes Denken: Vermeide unnötige KI- Anwendungen und vertraue deinen eigenen Ideen, Instinkten und Erfahrungen!

Zeit teilen: Schenke heute einem Menschen oder Tier fünf Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit – ohne Bildschirm.

Gebet

GIB MIR DIE FREIHEIT 

Guter Gott, gib mir den Mut,
für einen neuen Himmel und eine neue Erde
zu leben und zu arbeiten wie Jesus. 

Gib mir die Freiheit, Kritik zu üben,
wo ich Böses sehe, und Lob zu spenden,
wo Gutes geschieht. 

Doch vor allem lass mich
treu zu der Vision stehen,
die du mir zuteilwerden ließest,
damit ich an jedem Ort, an den ich komme,
und jedem Menschen, dem ich begegne,
ein Zeichen deiner alles erneuernden Liebe sein kann. 

Amen

 

Henri J. M. Nouwen (zitiert nach „Hörgott“, Herder, S.90)

English Summary

Artificial intelligence is one of the major socio-ecological challenges of our time. AI systems already shape visibility, work opportunities, and participation far beyond the digital world. Yet calculations and categorizations are never neutral: they can reinforce inequalities and reproduce biases against humans and animals. At the same time, data centers consume vast amounts of energy and resources. We are at a crossroads: our attitude toward the more-than-human world needs to change.

Guiding questions:
– Where could you avoid unnecessary AI applications and trust your own ideas, instincts, and experiences instead?
– Could you give a person or an animal five minutes of your undivided attention today — without a screen?