1. Auftrag zur Schöpfungsverantwortung

Jedes Geschöpf besitzt Eigenwert und verweist zugleich über sich hinaus. Die Welt ist kein Nebeneinander, sondern ein Beziehungsgefüge. Auch Ökosysteme zeigen, wie eng Leben miteinander verflochten ist. Lebensnotwendige Stoffe zirkulieren in komplexen Kreisläufen. Pflanzen, Mikroorganismen, Tiere und Menschen befinden sich sowohl untereinander als auch mit ihrer Umwelt in Wechselbeziehung. Eingriffe an einer Stelle wirken oft weit über ihren Ursprung hinaus. Diese Zusammenhänge machen die ökologischen Krisen schmerzhaft sichtbar. Theologisch gesprochen gründet diese Verbundenheit in der gemeinsamen Herkunft aus Gott, der uns sein Werk, das „gemeinsame Haus“ der Schöpfung, anvertraut hat.

Auftrag zur Schöpfungsverantwortung

Zitat

Es ist notwendig, viel mehr in die Forschung zu investieren, um das Verhalten der Ökosysteme besser zu verstehen und die verschiedenen Variablen der Auswirkung jeder beliebigen wichtigen Veränderung der Umwelt zu analysieren. Da alle Geschöpfe miteinander verbunden sind, muss jedes mit Liebe und Bewunderung gewürdigt werden, und alle sind wir aufeinander angewiesen. Jedes Hoheitsgebiet trägt eine Verantwortung für die Pflege dieser Familie. Es müsste für sie eine sorgfältige Bestandsaufnahme der Arten erstellen, die es beherbergt, um Programme und Strategien für den Schutz zu entwickeln, und dabei mit besonderer Sorge auf die Arten zu achten, die im Aussterben begriffen sind. LS 42

Impulse

1. Beziehung aufbauen:  Welches Anliegen nimmst du auf diesen Pilgerweg der Nachhaltigkeit mit?

2. Verantwortung leben: Welche deiner Fähigkeiten wirst du einsetzen, um

ein lebensförderndes Mit- einander zu stärken?

Gebet für unsere Erde

Allmächtiger Gott,
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
und im kleinsten deiner Geschöpfe,
der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
damit wir das Leben und die Schönheit hüten.
Überflute uns mit Frieden,
damit wir als Brüder und Schwestern leben
und niemandem schaden. 

Gott der Armen,
hilf uns,
die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde,
die so wertvoll sind in deinen Augen,
zu retten.
Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind
und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen
und nicht Verseuchung und Zerstörung.
Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen
auf Kosten der Armen und der Erde.
Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind
mit allen Geschöpfen
auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden. 

Papst Franziskus LS 246

English Summary

In the perspective of Pope Francis, the world is not a collection of isolated units but a web of relationships: every creature has intrinsic value and points beyond itself. Theologically, this interconnectedness is rooted in a shared origin in God. Creation is both gift and responsibility. Responsibility arises from relationship: those who see themselves as part of creation act not from domination, but from care. From a scientific perspective, this becomes visible in ecosystems, where cycles of water, energy, and matter connect all life. Interventions extend far beyond their point of origin. To care for creation, then, means to perceive and respect these connections—as a mindful response to a world that sustains us.

Guiding questions:
– What or whom do you choose to carry with you today? What is it that you admire or love in them?
– Where do you feel invited to take on greater responsibility? How might you make this sense of interconnectedness visible in the world around you?