Forumtheater „Das KuchenStück“
Die Katholische Frauenbewegung der Diözese Innsbruck überreichte im Rahmen des Forumtheater-Projekts „Das KuchenStück – Theater für Verteilungsgerechtigkeit“ konkrete Anregungen und Handlungsvorschläge an politische Entscheidungsträger:innen. Die Unterlagen wurden an VertreterInnen des Landes Tirol sowie der Stadt Innsbruck überreicht.
- Eva Pawlata, Landesrätin des Landes Tirol (u.a. zuständig für Soziales, Inklusion und Frauen), „Was für die eine Person gerecht ist, kann sich für die andere ungerecht anfühlen. Deshalb müssen die eigenen Vorstellungen und Forderungen stets reflektiert werden, um andere Sichtweisen einnehmen zu können. Das Projekt „Das KuchenStück“ hat dies auf eindrückliche Weise gezeigt.“
- Elisabeth Mayr, Vizebürgermeisterin der Stadt Innsbruck (u.a. zuständig für Bildung, Familien und Frauen), Verteilungsgerechtigkeit ist das zentrale Thema. Wie verteilen wir den Kuchen so, dass kein Mensch zu kurz kommt. Mir fällt dazu ein Lied von Dota Kehr ein, in dem es heißt: „Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen. Es geht um die ganze Bäckerei.“ Die Vorschläge, die aus dem Forumtheater-Projekt gekommen sind, zielen genau darauf ab, dass wir Demokratie stärken, indem wir miteinander in Beziehung und Kontakt gehen. Die Aufgabe der Politik ist es, solche Räume zu schaffen, wo sich Menschen beteiligen und einbringen können. Das macht unser Zusammenleben aus. Danke dafür, es ist ein ganz, ganz tolles Projekt. Theater hat die Kraft Dinge aufzuzeigen, wo sonst oft ein blinder Fleck ist. Vielen Dank an die Katholische Frauenbewegung!“
Das interaktive Theaterprojekt wurde von der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Innsbruckinitiiert und umgesetzt. Es thematisiert Verteilungsungerechtigkeit in zentralen Lebensbereichen wie Wohnen, Pflege, sozialer Absicherung und politischer Beteiligung und macht sichtbar, wo strukturelle Hürden im Alltag von Menschen entstehen.
„Verteilungsgerechtigkeit entscheidet sich nicht in abstrakten Konzepten, sondern dort, wo politische Rahmenbedingungen auf konkrete Lebensrealitäten treffen“, betont Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. „Die im Projekt gesammelten Vorschläge zeigen eindrucksvoll, wie viel Lösungskompetenz in der Zivilgesellschaft vorhanden ist.“
Petra Unterberger, Projektinitiatorin und -begleiterin von „Das KuchenStück“, unterstreicht den Praxisbezug der Empfehlungen: „Die Vorschläge zeigen sehr klar die hohe Kompetenz der BürgerInnen. Es gilt daher Formate der Beteiligung zu entwickeln ähnlich der BürgerInnenräte, in denen Barrierefreiheit (bedarfsorientierte Kinderbetreuung und Dolmetsch) sowie eine Form des finanziellen Ausgleichs sichergestellt wird“.
Aus Sicht der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Innsbruck ist das Projekt ein zentraler Beitrag zur frauenpolitischen Bildungsarbeit: „‚Das KuchenStück‘ ist ein starkes Beispiel dafür, wie Frauenbildung, gesellschaftspolitische Verantwortung und konkrete Alltagserfahrungen zusammenwirken können“, sagt Helene Daxecker-Okon, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Innsbruck. „Als Katholische Frauenbewegung bringen wir bewusst jene Stimmen in den politischen Diskurs ein, die sonst oft überhört werden.“
Auch Armin Staffler, Regisseur und theaterpädagogischer Leiter des Projekts, betont den dialogischen Anspruch: „Forumtheater macht Handlungsspielräume sichtbar, aber auch die Grenzen individuellen Tuns. Der Dialog muss nach der Vorstellung weitergehen, damit Menschen aus Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam weiterdenken und etwas bewegen können.“
Die Katholische Frauenbewegung versteht die Übergabe der Unterlagen als konkreten Beitrag zu einer gerechten, partizipativen und gemeinwohlorientierten Politik und als Einladung zum weiteren Dialog zwischen Zivilgesellschaft und politischen Entscheidungsträger:innen.