Heiliges Jahr: Ein Weg, der weiterführt
Das Heilige Jahr 2025 ist zu Ende – ein Jahr, das weltweit Millionen Menschen berührt hat und auch in der Diözese Innsbruck tiefe Spuren hinterlässt. Während Papst Leo XIV. am Dreikönigstag in einer bewegenden Zeremonie die Heilige Pforte schloss, bleibt hier wie dort die zentrale Botschaft lebendig: Hoffnung endet nicht mit einem Kalenderjahr. Sie bleibt Herzschlag christlichen Glaubens und Auftrag für die Zukunft.
In Tirol war die „Pilgerschaft der Hoffnung“ ein intensiver gemeinsamer Weg. Die Diözese stand über Monate hinweg im direkten Kontakt mit mehr als 180 Pfarren, die sich mit großem Engagement beteiligten. Zehntausende Materialien fanden ihren Weg zu den Menschen: rund 10.000 Gebetskarten, 15.000 Hoffnungskarten, 10.000 LUCE‑Sticker, 20.000 Postkarten und 50 Hoffnungsbücher. Sie begleiteten Gläubige und Suchende durch das Jahr und setzten Impulse, die weit über den Moment hinauswirkten.
Vor Ort wuchsen Hoffnungsbäume, wurden Hoffnungswege und -bänke gestaltet, Hoffnungsträger:innen benannt und ein Hoffnungsfest im Außerfern gefeiert. Pilgerreisen führten nach Rom und zu Hoffnungsorten in den eigenen Pfarren. Diese vielfältigen Zeichen machten sichtbar, dass die Idee des Jahres nicht abstrakt blieb, sondern in den Gemeinden gelebt wurde. „Hoffnungsbäume wachsen, und Hoffnungskerzen werden sicherlich noch weit über das Heilige Jahr hinaus leuchten“, betonte Koordinatorin Natalie Margreiter im Jahresverlauf.
Auch überregional zeigte das Heilige Jahr Wirkung: Materialien aus Tirol fanden ihren Platz in Wien, Kärnten, Salzburg, Bayern und Südtirol – ein Zeichen dafür, dass die Initiativen der Diözese Innsbruck weit über ihre Grenzen hinausstrahlten. Ganz besonders beliebt waren dabei die Postkarten, die hier gestaltet wurden. Darüber hinaus werden die im Jahr gesammelten Hoffnungs-karten und -bücher künftig wissenschaftlich ausgewertet: Ein Team unter Leitung von Roman Siebenrock nutzt sie für Forschung und Lehre und sichert damit den inhaltlichen Ertrag des Jahres nachhaltig.
Getragen wurde das Heilige Jahr von großen liturgischen Momenten ebenso wie von stillen Gesten. Der feierliche Auftakt am 2. Februar 2025, der mit Maria Lichtmess verbunden wurde, legte den Grundstein. Schon damals unterstrich Bischof Hermann Glettler, dass dieses Jahr Menschen miteinander in Beziehung bringen solle – „Wallfahrten zueinander“. Die Novene der Hoffnung im November bildete einen gemeinsamen geistlichen Höhepunkt, bevor am 28. Dezember in den 15 Jubiläumskirchen der diözesane Schlusspunkt gesetzt wurde.
Margreiter sieht die Bedeutung dieses Jahres vor allem in der Vielfalt der persönlichen Wege: „Unterschiedliche Pilgerreisen, organisierte und private Wallfahrten zu besonderen Orten der Hoffnung und das Besuchen von Menschen spielen da zusammen.“ Überall sei spürbar geworden, dass Hoffnung kein fertiges Produkt sei, sondern ein Prozess, der in Begegnungen wachse.
Das Jahr mag abgeschlossen sein – doch seine Botschaft bleibt. Die vielen Schritte, Zeichen und Impulse haben gezeigt, wie stark Hoffnung Menschen verbinden und tragen kann. Oder, wie Margreiter es zusammenfasst: „Viele Menschen sind auf Pilgerschaft gegangen – manche klassisch nach Rom, andere auf einem der Hoffnungswege, und wiederum andere auf den vermeintlich kürzesten Weg zueinander.“
Die Türen des Glaubens bleiben offen. Hoffnung geht weiter.