Europas Bischöfe veröffentlichen Friedensappell
Die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen haben zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Salzburg einen Appell für den Frieden veröffentlicht. "Unser Kontinent Europa erlebt den größten militärischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Niemand kann gegenüber den Gräueltaten, die in der Ukraine geschehen, gleichgültig bleiben. Niemals dürfen wir uns an derartige Verletzungen gegen die Normen der Zivilisation gewöhnen", halten die Bischöfe in ihrem am Freitag veröffentlichten Appell fest. "Wir ermutigen alle Menschen guten Willens, am Aufbau eines echten Friedens mitzuwirken", so die Bischöfe.
Unter Bezugnahme auf Papst Leo XIV. will der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) für einen "unbewaffneten und entwaffnenden Frieden" eintreten und betont: "Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig." In ihrem Appell erinnern die Bischöfe daran, dass die Europäischen Bischofskonferenzen die Gläubigen immer wieder dazu aufgerufen haben, für den Frieden einzutreten und um den Frieden zu beten. "Unsere Gebete und karitativen Tätigkeiten gelten allen Opfern von Krieg, Gewalt und Vertreibung. Wir denken auch an die vielen Menschen in unseren Ländern, die in Zeiten von Unsicherheit und erhöhten Spannungen um ihre Zukunft fürchten", heißt es in der am Freitag veröffentlichten Erklärung.
Wahrer Friede ist kein Deal
"Wir erneuern unseren entschiedenen Appell für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in allen Konfliktgebieten dieses Kontinents und der ganzen Welt", halten die Vorsitzende der Bischofskonferenzen Europas fest und betonen: "Wahrer Friede kann nicht aufgezwungen werden; er ist kein Deal, den man macht. Er beginnt in den Herzen der Menschen."
Der heiligen Franz von Assisi, der vor 800 Jahren verstorben ist und als Lehrer des Friedens und der Versöhnung gilt, habe gelehrt, einander mit den Worten zu grüßen: "Der Herr schenke dir Frieden", erinnern die Bischöfe und halten fest: "Indem sie vergeben, verwandeln Christen ihre Herzen und ebnen den Weg zum Frieden. Wir wissen, dass dies nie ein leichter Weg ist. Aber es ist der Weg des Evangeliums."
Rat der Europäischen Bischofskonferenzen
Die Vollversammlung des CCEE hat am Dienstag (27. Oktober) begonnen und endet am Freitag. Österreich ist durch den Bischofskonferenz-Vorsitzenden Erzbischof Franz Lackner vertreten, auf dessen Einladung das Treffen erstmals in Salzburg stattgefunden hat. Am Donnerstag wurde das Präsidium für die nächsten fünf Jahre gewählt. Als Präsident wurde der litauische Erzbischof Gintaras Linas Grusas (65) wiedergewählt. Neu im Präsidium des CCEE sind der irische Erzbischof Eamon Martin (65) und der kroatische Erzbischof Drazen Kutlesa (58).
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) (lateinisch: Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) ist der Zusammenschluss der Präsidenten der römisch-katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Rat umfasst 39 Mitglieder: 33 Bischofskonferenzen, die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, den maronitischen Erzbischof von Zypern sowie die Bischöfe von Chisinau (Moldau), der Eparchie Mukatschewo (Ukraine) und der Diözese Tallinn (Estland). Gemeinsam vertreten sie die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents.
Der CCEE wurde 1971 gegründet, nachdem europäische Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) entsprechende Initiativen ergriffen hatten. Er fördert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Bischofskonferenzen Europas und unterstützt eine gemeinsame pastorale Antwort auf die sozialen, kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. Zu seinen Schwerpunkten zählen etwa die Zusammenarbeit in Bereichen wie Migration, Medien, Ökumene, interreligiöser Dialog und soziale Fragen. Besonders eng arbeitet der CCEE mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammen und setzt sich für den Dialog zwischen den christlichen Kirchen sowie für ein gemeinsames christliches Zeugnis in Europa ein.
Eine Meldung von www.kathpress.at
"Der Herr schenke uns Frieden!"
Die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen haben zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Salzburg einen Appell für den Frieden veröffentlicht. "Unser Kontinent Europa erlebt den größten militärischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Niemand kann gegenüber den Gräueltaten, die in der Ukraine geschehen, gleichgültig bleiben. Niemals dürfen wir uns an derartige Verletzungen gegen die Normen der Zivilisation gewöhnen", halten die Bischöfe in ihrem am Freitag veröffentlichten Appell fest. "Wir ermutigen alle Menschen guten Willens, am Aufbau eines echten Friedens mitzuwirken", so die Bischöfe. Kathpress dokumentiert den Friedensappell im Wortlaut:
Der Herr schenke uns Frieden!
Appell der Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen für den Frieden, anlässlich ihrer Vollversammlung in Salzburg 2026
In diesem Jahr gedenkt die Kirche weltweit des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi. Als wahrer Jünger Jesu Christi gilt er zu Recht als Lehrer des Friedens und der Versöhnung. In seinem berühmten "Sonnengesang" ruft er aus:
Gelobt seist du, mein Herr, für jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Not. Selig, die ausharren in Frieden, denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.
Unser Kontinent Europa erlebt den größten militärischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Niemand kann gegenüber den Gräueltaten, die in der Ukraine geschehen, gleichgültig bleiben. Niemals dürfen wir uns an derartige Verletzungen gegen die Normen der Zivilisation gewöhnen.
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat die Gläubigen immer wieder dazu aufgerufen, für den Frieden einzutreten und um den Frieden zu beten. In jeder Fastenzeit sind die Bischofskonferenzen Europas durch eine "Eucharistische Kette" miteinander verbunden, die dem Frieden in der Ukraine, im Heiligen Land und in der ganzen Welt gewidmet ist. Unsere Gebete und karitativen Tätigkeiten gelten allen Opfern von Krieg, Gewalt und Vertreibung. Wir denken auch an die vielen Menschen in unseren Ländern, die in Zeiten von Unsicherheit und erhöhten Spannungen um ihre Zukunft fürchten.
Als Vorsitzende der Bischofskonferenzen Europas möchten wir erneut das Zeugnis hervorheben, das der heilige Franziskus für den Frieden abgelegt hat. Wir erneuern unseren entschiedenen Appell für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in allen Konfliktgebieten dieses Kontinents und der ganzen Welt. Wahrer Friede kann nicht aufgezwungen werden; er ist kein Deal, den man macht. Er beginnt in den Herzen der Menschen.
Der heilige Franziskus lehrt uns, einander mit den Worten zu grüßen: "Der Herr schenke dir Frieden." Indem sie vergeben, verwandeln Christen ihre Herzen und ebnen den Weg zum Frieden. Wir wissen, dass dies nie ein leichter Weg ist. Aber es ist der Weg des Evangeliums.
Anlässlich des 40. Jahrestages des Internationalen Friedenstreffens in Assisi betonte Papst Leo XIV.: "Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig." Dem prophetischen Aufruf des Papstes zu einem "unbewaffneten und entwaffnenden Frieden, demütig und beharrlich" schließen wir uns an. Es ist der Friede des auferstandenen Christus.
Mit unseren Händen, mit unseren Herzen und in unseren Gebeten wollen wir uns dafür einsetzen, dass all jene, die für wahren Frieden arbeiten, "gekrönt werden". Wir ermutigen alle Menschen guten Willens, am Aufbau eines echten Friedens mitzuwirken. Und wir vereinen uns mit unserem Heiligen Vater in seiner Bitte: "Mögen unsere Gebete von Gott den ersehnten Frieden für alle Länder der Welt erwirken! Er mache uns zu unbewaffneten Werkzeugen seines Friedens."
Salzburg, 29. Oktober 2026
Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Europas