Bischof Hermann eröffnet Max-Weiler-Kongress
Mit einem Grußwort von Bischof Hermann Glettler ist am Mittwoch im Innsbrucker Haus der Begegnung der internationale Max-Weiler-Kongress eröffnet worden, der bis 30. Jänner Werk und Wirkung des Tiroler Malers Max Weiler (1910-2001) beleuchtet. Weiler, der zu den prägendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Österreich zählt, sei "widerständig sympathisch" und ein "freiheitsliebender Lehrer", der sich einfachen Etikettierungen entziehe, beschrieb Glettler den Künstler, der in seinem Werk Gegensätze wie Tradition und Erneuerung, Mystik und politische Wachheit ins Gespräch gebracht hat.
Anlass des Kongresses, an dessen Organisation die Max-Weiler-Gesellschaft und die Diözese Innsbruck in Form von Diözesankonservator Stefan Schöch maßgeblich beteiligt sind, ist der 25. Todestag Weilers. "Max Weiler war sein Leben lang, wo auch immer er gelebt und gearbeitet hat, von Tirol geprägt und er hat zeit seines Lebens Tirol geprägt", so der Innsbrucker Bischof über Weilers Bedeutung für Tirol.
Zugleich verwies der Bischof auf die katholische Prägung Weilers, der seine Bildsprache immer wieder aus der christlichen Schöpfungstheologie entwickelt, diese aber in eine "kosmisch-mystische Naturbetrachtung" geweitet habe. Weilers Sakralkunst - etwa in der Innsbrucker Theresienkirche - habe die religiöse Bildsprache seiner Zeit nachhaltig verändert. In der Thérèse von Lisieux geweihten Kirche auf der Innsbrucker Hungerburg habe etwa die Darstellung eines Tiroler Schützen, der Jesus die Lanze ins Herz stößt, "zu einem der größten Skandale in der Tiroler Kulturgeschichte geführt", erinnerte Glettler, der den Künstler 1989 in Wien kennenlernte.
Der Kongress versammelt Kunsthistorikerinnen, Theologen und Zeithistoriker aus dem In- und Ausland. Auf dem Programm stehen Fachvorträge sowie Führungen zu zentralen Weiler-Werken in Innsbruck. Am 30. Jänner endet der Kongress mit Führungen zu den bedeutenden Weiler-Fresken auf der Innsbrucker Hungerburg und im Hauptbahnhof Innsbruck, geleitet von Monika Frenzel. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. (Infos: https://max-weiler-gesellschaft.at/veranstaltung/internationaler-max-weiler-kongress)
Eine Meldung von www.kathpress.at