Allerheiligen: Kritik an Straßengewalt und Familienquote
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hat anlässlich des Allerheiligenfestes sowohl die Straßengewalt bei den Demonstrationen in verschiedenen Städten Europas als auch die in Österreich geplante Quote beim Familiennachzug kritisiert. In seiner Predigt am Sonntag anlässlich des katholischen Hochfestes machte er auf die in der Bergpredigt geforderte Gewaltlosigkeit aufmerksam. Gleichzeitig unterstrich er, dass Allerheiligen den Blick öffne auf "himmlische Vielfalt": "Unter den Heiligen, die wir heute feiern, sind 99 Prozent Ausländer", so der Innsbrucker Bischof, der vor ideologischer Aufrüstung und Versuchen der Ausgrenzung warnte.
Die Bilder der Gewalt in europäischen Großstädte zeigten, dass das Maß verloren gegangen ist, um Kritik und Ungerechtigkeit öffentlich zu artikulieren. Anstelle dessen werde Zerstörung und Vandalismus zur üblichen Sprache, beklagte der Bischof und sagte: "Berechtigte Anliegen, für die demonstriert wird, werden zu Auslösern verheerender Schlachten mit der Polizei. Brandherde roher Gewalt!" Glettler weiter: "Das Gegenbild dazu ist die Community derer, die ihr Leben nach den Seligpreisungen Jesu ausgerichtet haben. Davon inspiriert haben sie auf Gewalt verzichtet - und trotzdem, aber gewaltfrei 'gesiegt'."
Zu Allerheiligen würde man mit den Heiligen nicht Siegertypen im weltlichen Sinn feiern. "Wir feiern Sanftmütige, die auf Gewalt verzichtet haben, um die Spirale des Bösen zu unterbrechen. Wir feiern Menschen, die großmütig waren im Verzeihen. Wir feiern Langmütige, die zuhören konnten und Lebenslasten mitgetragen haben", so der Innsbrucker Bischof.
Zu Allerheiligen feiern Christen "eine internationale Gemeinschaft, weil Gott sein Volk aus allen Völkern beruft - und es bei ihm nicht 'Fremde ohne Bürgerrecht' gibt", führte Glettler weiter aus und sagte: "Diese Zugehörigkeit, die alle irdischen Grenzen relativiert, ist so heilsam - gerade in Zeiten aggressiver Abschottungen und ideologischer Aufrüstungen."
Allerheiligen "kein harmloses Fest"
Das Allerheiligen-Fest sei damit "kein harmloses Fest". Es widerspreche dem Ausgrenzen von Menschen, wie auch immer dies geschieht - und warnt vor atmosphärischen Verschärfungen. Glettler wörtlich im Blick auf aktuelle Entwicklungen: "Angedrohtes Bestrafen der vermeintlich Nicht-Integrierten; eine willkürliche Quotenregelung beim Familiennachzug; Abschiebungen auch von jenen, deren Kinder schon hier geboren sind; das sind nur ein paar Maßnahmen, die atmosphärisch wirken - und die Ablehnung der Fremden salonfähig machen."
Als Gegenprogramm zu Gewalt und Ausgrenzung empfahl der Innsbrucker Bischof zwei konkrete Lebensmaximen für ein sinnvolles Leben: "Erstens: Gib dem Geist Gottes, ja Jesus selbst Heimatrecht in dir. Dann wirst du um dich herum Menschen, und nicht Fremde oder Feinde sehen. Wertvolle Beziehungen werden wachsen! Zweitens: Versuch die Seligpreisungen Jesu, die Lebensmaxime der Heiligen, immer vor Augen zu haben. Mit ihnen wirst du in deinem Sprechen und Verhalten auf Gewalt verzichten können."
Eine Meldung von www.kathpress.at
Die himmlische Community – Trost und Coaching
Einleitung: Ein verwundeter Engel klärt das Publikum auf: „Wos ma anschaut, des wochst - in oan drin!“ Ein starkes Stück Theater von Barbara Aschenwald erzählte heuer in Rattenberg vom Leben der Notburga von Eben, von ihrer sozialen Aufmerksamkeit und ihrem persönlichen Ringen. Sie hatte Christus vor Augen und die Notleidenden ihrer Zeit – vermutlich deshalb war sie so entschlossen, widerständig und zärtlich zugleich. Echte Menschlichkeit ist in ihr gewachsen. Zu Allerheiligen schauen wir auf zu ihr und zu vielen anderen, die ganz bei Gott sind. Eine himmlische Community, die Mut macht.
1. Die große Community im Himmel – Mutige, die gewaltfrei gesiegt haben
Die Bilder der Gewalt auf den Straßen haben wir vor Augen – selbst gestern Abend. Ich spreche nicht von der Ukraine, vom Jemen oder vom Gaza – wo der Dämon von Terror, Krieg und Vertreibung regiert. Es sind die europäischen Großstädte, in denen das Maß verloren gegangen ist, um Kritik und Ungerechtigkeit öffentlich zu artikulieren. Anstelle dessen wird Zerstörung und Vandalismus zur üblichen Sprache. Berechtigte Anliegen, für die demonstriert wird, werden zu Auslösern verheerender Schlachten mit der Polizei. Brandherde roher Gewalt! Das Gegenbild dazu ist die Community derer, die ihr Leben nach den Seligpreisungen Jesu ausgerichtet haben. Davon inspiriert haben sie auf Gewalt verzichtet – und trotzdem, aber gewaltfrei „gesiegt“.
Wir feiern mit den Heiligen aber nicht Heroes, Heldinnen oder Siegertypen im weltlichen Sinn. Wir feiern Sanftmütige, die auf Gewalt verzichtet haben, um die Spirale des Bösen zu unterbrechen. Wir feiern Menschen, die großmütig waren im Verzeihen. Wir feiern Langmütige, die zuhören konnten und Lebenslasten mitgetragen haben. Wir feiern verrückte Leute, die verspottet und ausgeschlossen wurden, weil sie einem gefährlichen Mainstream „in die Speichen gefallen sind“ (Bonhoeffer). In diesen Tagen denken wir an Jakob Gapp und Otto Neururer, die vor 30 Jahren seliggesprochen wurden. Sie hatten die unantastbare Würde jedes Menschen vor Augen – sodass in ihnen Mut und eine unbestechliche Klarheit gewachsen ist.
2. In Zeiten ideologischer Aufrüstung – ein Blick auf die himmlische Vielfalt
Unter den Heiligen, die wir heute feiern, sind 99% Ausländer. Da nützt es auch nichts, wenn wir den Hl. Josef schon so heimisch gemacht haben, als ob er im Gschnitztal gelebt hätte. Er war Jude. Die Cäcilia war eine junge Römerin. Die Kathl, eine von den drei heiligen Madln, stammte aus Ägypten, usw.. Wir feiern eine internationale Gemeinschaft, weil Gott sein Volk aus allen Völkern beruft – und es bei ihm nicht „Fremde ohne Bürgerrecht“ gibt. Diese Zugehörigkeit, die alle irdischen Grenzen relativiert, ist so heilsam – gerade in Zeiten aggressiver Abschottungen und ideologischer Aufrüstungen. Das Fest Aller-Heiligen – ist ein Fest derer, die Menschen als Menschen menschlich an- und aufgenommen und nicht nach Herkunft geurteilt haben.
Das Allerheiligen-Fest ist damit kein harmloses Fest. Es widerspricht dem Ausgrenzen von Menschen, wie auch immer dies geschieht – und warnt vor atmosphärischen Verschärfungen: Angedrohtes Bestrafen der vermeintlich Nicht-Integrierten; eine willkürliche Quotenregelung beim Familiennachzug; Abschiebungen auch von jenen, deren Kinder schon hier geboren sind; Das sind nur ein paar Maßnahmen, die atmosphärisch wirken – und die Ablehnung der Fremden salonfähig machen. Ich frage: Wem nützt dies? Will man jene rechts überholen, zu deren politischer DNA das Schlechtreden und Diskriminieren gehört? Natürlich gibt es berechtigte Anliegen: Den Staat mit Sozialausgaben und die Schulen mit Integrationsaufgaben nicht überfordern – u.v.m.. Aber bitte: Wo wäre Österreich, wenn wir nur „die Hiesigen“ hätten?
3. Das Lebensziel vor Augen – damit Glaube und Zuversicht in uns wachsen
Vor einiger Zeit hat uns der ukrainische Bischof Maksym aus Donezk besucht, dessen Bischofssitz 40 km von der Front entfernt ist. Er hat uns mit seinen Erzählungen tief berührt – sowohl mit dem geschilderten Kriegselend, als auch mit seiner Glaubenskraft. Abschließend gab er uns ein besonderes Schlusswort mit: „Das Leben macht Sinn!“ Ein berührender Moment. Eine wichtige Ansage, weil viele unter uns den Eindruck haben, in einem sinnlosen „System“ keine Rolle mehr zu spielen – oder ein Leben zu führen, dass den hohen Ansprüchen ohnehin nicht gerecht werden kann. Weil die Heiligen auf den lebendigen Christus geschaut haben, ist in ihnen ein unbesiegbares Vertrauen gewachsen. Lernen wir von ihnen – und ihrem Coaching:
Erstens: Gib dem Geist Gottes, ja Jesus selbst Heimatrecht in dir. Dann wirst du um dich herum Menschen, und nicht Fremde oder Feinde sehen. Wertvolle Beziehungen werden wachsen!
Zweitens: Versuch die Seligpreisungen Jesu, die Lebensmaxime der Heiligen, immer vor Augen zu haben. Mit ihnen wirst du in deinem Sprechen und Verhalten auf Gewalt verzichten können.
Drittens: Niemand von uns war perfekt. Wenn du uns kennenlernst, siehst du unsere Kanten und Verrücktheiten. Sei deshalb gewiss, dass Gott auch dich braucht – mit allem, was du bist!
Viertens: Wir alle mussten Niederlagen, Frustrationen und Enttäuschungen erleben. Lass dich jetzt schon von Gott trösten und sei du dann ein Trost für jene, die schnell beim Verzweifeln sind.
Abschluss: „Wos ma anschaut, des wochst - in oan drin!“ Mit dem Fest Aller-Heiligen wächst in uns die Freude, Teil einer großen Community zu sein – ob schon bei Gott vollendet oder noch unterwegs. Lassen wir uns jetzt schon von der Lebensfreude anstecken, die im Himmel herrscht und vertrauen wir der Fürbitte und dem Coaching derer, die uns ein paar Schritte voraus sind!