Kommentar zum Sonntag: Voll krass?
„Voll krass, wenn du reich und der Stärkere bist. Voll krass, wenn du anderen anschaffen kannst. Voll krass, wenn alle vor dir Angst haben oder dir zujubeln. Voll krass, wenn du tausende Follower in den Sozialen Medien hast.“ Unsere Schlagzeilen werden von solchen Menschen bestimmt, die „voll krass“ sind. Sie leben ohne Rücksicht auf andere und leiden an Herzensverhärtung. Von innen heraus versteinern sie. Mit ihrer Maske des Erfolgs verbreiten sie ein Klima des Neides, der Zerstörung und des Konkurrenzkampfes. Als absolutes Kontrastprogramm nimmt Jesus im heutigen Evangelium eine andere Gruppe von Personen in den Blick: Arme, Trauernde, Sanftmütige, Barmherzige, Ehrliche, Friedensstifter, Menschen mit Zivilcourage. Sie haben etwas ganz Wichtiges erfahren: Vieles im Leben ist nicht machbar. Wir können nur MIT anderen leben, nicht gegen sie. Und das, was über den Tod hinaus bleibt, sind nicht Einträge auf Social Media, sondern das, was wir einander an Zuwendung und Liebe weitergegeben haben. Diese Menschen haben ein verwundetes, aber lebendiges Herz.
Aber muss ich arm sein oder verfolgt werden, um ein lebendiges Herz zu haben? Nein, aber ich kann von diesen Menschen lernen, was dem wirklichen Leben und der Gemeinschaft dient und es umsetzen. Das sind oft kleine Dinge und Handlungen im Alltag. Exerzitien (=Übungen) im Alltag, die in unserer Diözese in der Fastenzeit zu Hause und im Austausch in einer kleinen Gruppe durchgeführt werden, bieten dazu Anregungen. Vielleicht auch einmal etwas für Sie? www.dibk.at/exerzitien
Mag. Irene Weinold MAS
Fachreferentin Spiritualität, Diözese Innsbruck