Kommentar zum Sonntag: Urlaubsreif
Auch schon ferien- und urlaubsreif? Kennst du diese Vorfreude auf ein paar Tage, ohne an die Arbeit oder ans Lernen zu denken? Ich merke bei vielen, die mir begegnen wie auch bei mir selbst, dass der Kopf am Ende des Schuljahres ganz schön voll und „beladen“ ist. An den Fragen, die öfters gestellt oder die Geschichten, die mehrmals erzählt werden.
Menschen, die nicht nur vom Kopf her beladen sind, darf ich ebenfalls begleiten: Eine Frau, die ihren Mann verloren hat; ein Mann, der von seiner Wohnung ins Altersheim übersiedeln musste; einen Jugendlichen, der auf der Suche nach Arbeit ist und keine findet.
„Kommt zu mir… ich will euch erquicken!“, sagt Jesus im Evangelium. Man könnte dieses Erquicken aus dem Altgriechischen auch mit „ich will euch stärken und aufatmen lassen“ übersetzen. Es geht nicht nur um ein Aufhören von Belastungen. Es geht um ein Wiederherstellen von Kraft und innerem Frieden.
Während ich so denke, schaue ich in den Hof neben unserer Kirche, wo Kindergartenkinder spielen und sich am schönen Wetter freuen. Die Pädagogin sitzt scheinbar nur daneben, hat aber alles im Blick.
Im Evangelium sind es die „Unmündigen“, die von Gott wissen. Das sind nicht nur die kleinen Kinder. Es sind auch die, die wie ein Kind offen sind und vertrauen können. So wie die Kinder im Garten vertrauen, dass jemand auf sie schaut und für sie da ist.
Ich wünsch dir in den kommenden sommerlichen Tagen nicht nur Orte und Momente des Auftankens, wie zum Beispiel eine kühle Kirche. Viel mehr wünsche ich dir ganz konkrete Menschen, wie die Kinder vom Kindergarten gegenüber, von denen du und ich dieses Vertrauen lernen und abschauen können. Begegnungen, die helfen den inneren Frieden zu finden, dir eine Portion Wärme für Herz und Seele schenken, um einen kühlen Kopf zu bewahren in einer überhitzten Welt.
Wolfgang Meixner
Pfarrer im SR Arzl-Mühlau-Saggen