Kommentar zum Sonntag: Pflanzerei (oder: Kulturbegleitpflanzen)

Manches geht von selber auf - Kommentar zu Mt 13, 24–30

Als Hobbygärtner schaue ich gerne diese Kurzvideos in den sozialen Netzwerken, wo es um Gartentipps geht. In einem wurde Unkraut als „Kulturbegleitpflanze“ bezeichnet. Der Begriff hat mir gefallen. Solche Begleitpflanzen finde ich auch in meinen Beeten. Wenn ich etwas ausgesät habe und es zu wachsen beginnt, stehe ich oft vor der Frage, ob es wirklich die gewollte ist, die da aufgeht.  

 

Ich frage mich auch, wo ist die Grenze zwischen Nutzpflanze und dem sogenannten Unkraut ist. Der Schnittlauch, der wild zwischen den Terrassenplatten aufging, darf natürlich weiterwachsen. Ebenso die wild aufgegangene Königskerze.  

Die Erfahrung aus dem Garten kann ich auch in mein Leben übertragen. Nicht alles lief bisher so, wie geplant. Auch wenn ich – wie wohl jede/r – gerne selber mein Leben bestimmen möchte und Hindernissen gern aus dem Weg gehe; Ich durfte die Erfahrung machen, dass nicht jeder Plan aufging. Da gab es Ereignisse, die ich nicht bestimmen konnte, und die auch oft schwierig und schmerzlich waren und Verluste bedeuteten. Doch im Nachhinein betrachtet hat sich mancher Konflikt, dem ich lieber ausgewichen wäre, manche Krise später als ein Segen erwiesen. Weil ich daran gewachsen und gereift und dadurch reifer geworden bin. Dazu die Erfahrung, dass manches Problem sich von selbst gelöst hat, wo ich geduldig war und abwarten konnte. Die richtige Idee einfach da war.  

Im Garten, wie im Leben manches wachsen lassen und schauen, was zum Guten führt. Das könnte auch die Botschaft des heutigen Evangeliums sein. Und darauf vertrauten, dass da noch einer da ist, der guten Samen sät.

 

 

Wolfgang Meixner 

Pfarrer im SR Arzl-Mühlau-Saggen

 

Kommentar zum Sonntag: Pflanzerei (oder: Kulturbegleitpflanzen)