Kommentar zum Sonntag: Felsenfester Glaube?

Petrus - Kommentar zu Mt 16, 13–20

“Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Ein kurzes Glaubensbekenntnis wie eine “Steintafel” des Neuen Bundes, das die Jünger*innen buchstabieren lernen. Im Johannes-Evangelium spricht es Marta vor der Auferweckung ihres Bruders Lazarus. Nach der Begegnung mit Jesus im Seesturm bekennen es alle Jünger*innen im Boot. Und nun tritt Petrus als Sprecher für die anderen vor. Jesus könnte ihm antworten:  “Simon Petrus, “Fels-Worte” hast du gewählt. Deine konkrete Erfahrung zeichnet dich aus, dass ich dich gerettet habe, als du zu versinken drohtest, - weil dein Vertrauen in mich bröckelte. Das Felsbild passt zu deinem Beinamen “Stein” (=Petros). Wie aus dem Senfkorn ein Baum wird, so wird aus dem Stein ein Fels (=Petra). Dein “Kleinglaube” ist groß geworden. Auf diese Erfahrung können wir aufbauen. Sie soll alle ermutigen zu weitherzigem Vertrauen, weil “Gott hilft”, wie mein Name “Jesus” es ausdrückt. Selbst wenn du mich verleugnen wirst, lasse ich dich nicht fallen, sondern rette dich, weil meine Liebe dich auffängt. Du gibst dein persönliches Beispiel, dass Vergebung wie ein passender Schlüssel erlöst, der neuen Zugang zum Leben erschließt. Sie richtet auf und heilt. Sie öffnet für den himmlischen Blick. Und das ist ein Reichtum, den wir nicht für uns allein behalten können. Ihr alle dürft voll Vertrauen in meine Fußstapfen treten, um als Davids Erb*innen das neue Friedensreich zu entdecken und mitaufzubauen.”

Lic. theol. Sibylle Geister-Mähner 

Seelsorgerin im Landeskrankenhaus Hall

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