Kommentar zum Sonntag: ausstrahlen
Es gibt Menschen, die strahlen Ruhe, Zu-friedenheit und Dankbarkeit aus. Hitzige Gemüter beruhigen sich in ihrer Gegen-wart, Lösungen werden gefunden. Sie sind wie Lichter im Zusammenleben, wie Salz, das den Alltag schmackhafter macht. Ich bin gerne mit solchen Men-schen zusammen. Das tut gut. Und es wächst in mir der Wunsch, auch ein we-nig so sein zu können. Bei der Dankbar-keit merke ich, dass es eine Übungs- und Gewohnheitssache ist. Wenn ich meine Aufmerksamkeit jeden Tag auf etwas lenke, wofür ich dankbar bin – und sei es noch so unscheinbar – verändert sich mein alltäglicher Blickwinkel. Und das strahlt aus – oft ganz unbewusst. Wollen Sie es einmal ausprobieren? Hier habe ich eine kleine Übung dazu für Sie: 1. Le-gen Sie ihre Hand auf Ihr Herz 2. Spüren Sie die Wärme/Berührung Ihrer Hand 3. Was haben Sie heute Gutes erfahren? 4. Atmen Sie drei Mal tief ein und aus 5. Bei jedem Ausatmen sagen Sie innerlich da-für Danke! Gott beschenkt Sie jeden Tag mit vielen kleinen Dingen und Ereignis-sen. Sie können lernen, diese zu entde-cken. Auch die Stille und Ruhe braucht Raum im Alltag, um sich zu einer Gelas-senheit entwickeln zu können. Ein „ge-nießbarer“ Zeitgenosse zu sein, fällt uns nicht in den Schoß. Aber jeder Tag gibt mir die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag meinerseits zu leisten. Alltagstaugliche Inspirationen und Übungen für dieses Vorhaben finden sich bei den Exerzitien (=Übungen) im Alltag. Wäre das vielleicht eine konkrete Idee für die Fastenzeit: Ne-ben Schokolade- oder Alkoholfasten Freundlichkeit, Dankbarkeit und Wert-schätzung zu üben? Miteinander spiritu-ell unterwegs zu sein, miteinander zu „leuchten“ und dadurch die Welt etwas heller und genießbarer zu machen? Wie notwendig braucht das unsere Welt ge-rade jetzt. Der erste konkrete Schritt ist dabei meist der schwerste. Aber gute Ne-benwirkungen sind garantiert! www.dibk.at/exerzitien
Mag. Irene Weinold MAS
Fachreferentin Spiritualität, Diözese Innsbruck