Münster - SR Jenbach-Wiesing-Münster

ERNTEDANK

 

Jedes Jahr im Herbst werden in den Kirchen die Altäre farbenfroh mit Obst und Gemüse, Getreide und Blumen geschmückt: Anfang Oktober ist Erntedank. 

Wenn wir die menschliche Kultur studieren, können wir feststellen, dass es in fast jeder Kultur Erntefeste gibt. Auch in meinem Heimatland gibt es ein Erntedankfest. Wir haben es in der letzten Woche gefeiert. Wir nennen es ONAM. Alle Menschen, unabhängig von ihrer Religion, feiern es jetzt. Wir danken Gott für eine gute Ernte. Vor allem für die Reisernte. Obwohl mein Papa von Beruf Mechaniker war, hatte er ein ziemlich großes Reisfeld. Meine Kindheitserinnerungen gehen auf die Erntetage in meiner Familie zurück.  

Im Alten Testament wird von zwei Erntedankfesten berichtet, die zur Getreideernte und zur Weinlese gefeiert wurden: Sukkot im September/Oktober und Schawout im Mai/Juni. Bei beiden Festen wurde Jahwe als Herrn der Schöpfung für die Ernte gedankt. Das heutige Erntedankfest ist den jüdischen Festen recht ähnlich. 

Jesus nennt Gott im Matthäusevangelium, Kapitel 9, Vers 38, den Herrn der Ernte. Die symbolische Bedeutung der Ernte in der Heiligen Schrift umfasst zwei Hauptbereiche: Gottes Versorgung für uns und Gottes Segen für andere. Während wir nur einmal im Jahr eine Erntezeit feiern, erleben wir den Geist der Ernte die ganze Zeit über. Jeden Tag, an dem wir zur Arbeit gehen und einen Gehaltsscheck verdienen, erleben wir die Ernte. Jedes Mal, wenn wir Liebe von unserer Familie und den Menschen in unserem Leben erhalten, erleben wir Ernte. Jedes Mal, wenn wir die Nähe Gottes auf eine Weise erfahren, die uns geistlich erfüllt, erleben wir die Ernte. Jedes Mal, wenn wir satt sind, erleben wir Ernte.

Das Erntedankfest ist eine gute Gelegenheit, Kindern wie Erwachsenen den Wert unserer Lebensmittel deutlich zu machen und zu erklären, dass Brot, Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen und wie viel Arbeit von der Aussaat bis zur Ernte darin steckt. 

Themen des Gottesdienstes sind neben dem Dank für die Lebensmittel auch die Bewahrung der Schöpfung und unsere Verantwortung gegenüber Natur und Tieren. Zum christlichen Kern des Erntedankfestes gehört neben dem Dank auch das Teilen. Die christliche Verantwortung fordert uns dazu auf, in der Dankbarkeit für die Gaben, die wir empfangen durften, die Brüder und Schwestern in Not nicht zu vergessen. 

Die Ernte ist also nicht etwas, das wir einmal im Jahr erleben, sondern etwas, das wir täglich erleben. Möge der Gott der Ernte uns segnen, damit wir sie jeden Tag in unserem Leben erleben. 

Predigt, Xavier Sebastian

                          

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