Wir erwarten die Auferstehung der Toten! Wie bitte?
Der christliche Glaube an die Auferstehung der Toten gewinnt in Zeiten vielfältiger Bedrängnisse eine neue Bedeutung. Es ist die Überzeugung, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird – und dass wir am Ende des Lebens nicht im Kosmos aufgehen oder einfach im Nichts verschwinden werden, sondern zu einem liebevollen Gott heimgehen dürfen. Dieses Herzstück christlicher Hoffnung wird Bischof Hermann Glettler in seinem Vortrag am Montag, den 23. März 2026, um 19 Uhr, im Haus der Begegnung sehr lebensnah erschließen. Sein Impuls versteht sich zugleich als geistliche Einstimmung auf das bevorstehende Osterfest.
Im Anschluss richtet ein Podiumsgespräch den Blick auf die Entwicklungen in der Begräbniskultur. Rituale, Gebete und liturgische Formen sind nicht nur Tradition, sondern Ausdruck des Glaubens an die Auferstehung. Doch wie heute Abschied genommen wird, ist längst nicht mehr selbstverständlich: Individuelle Formen gewinnen an Bedeutung, familiäre Bindungen verändern sich, und kirchliche Sprache wirkt manchen fremd. Für Seelsorge und Bestattungsdienst entstehen dadurch neue Herausforderungen – und zugleich Chancen, Menschen in ihrer Trauer wieder stärker zu begleiten.
Überarbeitete Rahmenordnung geht auf veränderte Bedürfnisse ein
Die Diözese Innsbruck hat im vergangenen Jahr auf diese Veränderungen reagiert und eine überarbeitete Rahmenordnung für Begräbnisse erstellt. Sie betont die spirituelle Tiefenschicht kirchlicher Zeichen und versteht Abschiedsfeiern bewusst als Orte erfahrbarer Hoffnung. „Wie wir uns verabschieden, zeigt, was wir glauben“ – dieser Satz beschreibt die theologische Grundhaltung des Dokuments. Ziel ist es, Trauernden zu vermitteln, dass christliche Hoffnung nicht vertröstet, sondern trägt.
Der Abend im Haus der Begegnung verbindet diese pastoralen Überlegungen mit praktischen Einsichten aus Pfarrseelsorge, Begräbnisdienst und Trauerbegleitung. Fachleute diskutieren, wie eine zeitgemäße und zugleich achtsame Begräbniskultur gestaltet werden kann – und wo sie Menschen gerade in existenziellen Lebensmomenten stärkt. Der Austausch klingt mit Getränken und Snacks aus.
Vortrag: Bischof Hermann Glettler
Anschließend Podium mit Jakob Patsch, Pfarrer, Raimund Eberharter, Begräbnisleiter und Pfarrkurator, Maria Streli-Wolf, Leiterin Kontaktstelle Trauer der Tiroler Hospizgemeinschaft, Sabine Tschon, Begräbnisleiterin und Pfarrseelsorgerin
Moderation: Christine Drexler, Liturgiereferentin der Diözese Innsbruck
Musik: Jazz Duo „Prospectors“