Neu beginnen - zusammen wachsen

Ein Weg zur Stärkung und Begleitung für Paare in zweiter Ehe

Die Initiative „Neu beginnen“ richtet sich an Menschen, die nach Trennung oder Scheidung einen neuen Partner bzw. eine neue Parternin gefunden haben. Viele gehen ihren gemeinsamen Weg ganz bewusst.
Lebensgeschichten kommen zusammen, auch Vergangenes bleibt lebendig - Schönes und mitunter auch Schmerzliches. Deshalb braucht es genügend Zeit für gegenseitiges Erzählen und Aussprechen von Enttäuschungen. Ebenso wichtig ist auch das Benennen von stärkenden Lebenserfahrungen, die in der Zeit der Krise gemacht wurden.
Auch wenn eine zweite kirchliche Eheschließung nicht möglich ist, möchten wir allen Paaren deutlich machen, dass sie in der Mitte unserer Kirche ihren Platz haben. Auch als Kirche machen wir Lernprozesse durch und wagen neue Wege. Wir wollen voneinander lernen sowie geistvoll und lebensrelevant begleiten.
Eine große Ermutigung für die Initiative „Neu beginnen“ kommt von Papst Franziskus, wenn er zuspricht: „Liebe ist fähig, Zukunft zu wagen“ und „Die Quelle des christlichen Glaubens eröffnet neue Wege und ungeahnte Möglichkeiten“. 

Ich lade Sie herzlich ein, die Einladung anzunehmen!
+Hermann Glettler, Bischof 

Ein Angebot der Diözese Innsbruck in vier Schritten

1. Schritt: Beziehungsgeschichte(n) erzählen Sowohl die verletzenden Erfahrungen und Enttäuschungen, als auch die stärkenden Momente sollen zur Sprache kommen. Alles, was geschehen ist, wirkt herein in die Gegenwart. Es zu benennen, macht frei.
2. Schritt: Lebenserfahrungen mitteilen Als wichtige Lernerfahrung erweist sich im Nachhinein
oft das, was sich im Augenblick als Niederlage anfühlt. Was würde man/frau jetzt anders machen? Den positiven Ertrag aus der Zeit der Krise miteinander teilen.
3. Schritt: Einen aufmerksamen Rundblick wagen Trennungen betreffen mehr als zwei Personen. Kinder, Verwandte, Freunde, Pfarrangehörige u.a. sind automatisch involviert. Ein aufmerksamer Blick ermöglicht Versöhnung und gibt Kraft für neue Begegnungen.
4. Schritt: Biblischen Erzählungen nachgehen In der Heiligen Schrift wird vielfach menschliches Scheitern und Neubeginnen thematisiert. Gott richtet den Menschen auf und schenkt neue Lebensenergie. Jesus ist Gottes Barmherzigkeit in Person.
Versöhnungs- und Segensfeier: Diese Feier bildet den Abschluss des gemeinsamen Weges. 

Orte und Termine

In jeder Region der Diözese Innsbruck haben Sie die Möglichkeit, an diesem Weg teilzunehmen, in einer Reihe von vier Abenden, an einer kombinierten Form oder mit Übernachtung in St. Michael.
Sie werden dabei von Seelsorgern und eigens geschulten Paaren begleitet, die selbst einen Weg der Trennung und des Neubeginns durchschritten haben. 

Außerfern: Samstag, 23.03.2019, 20.00-22.00 Uhr im Pfarrstadel Breitenwang und Samstag, 30.03.2019, 10.00-17.00 Uhr im Schwesternhaus Elbigenalp (Margarethe und Alois Gedl | Franz Neuner)
Oberland: Freitag, 8.3. | 15.3. | 22.3. | 29.3., 17.30-19.00 auf der Kronburg (Brigitte und Bernhard Wasle | Herbert Traxl und Johannes Schwemberger)
Innsbruck: Mittwoch, 20.3. | 3.4., jeweils von 14.00-18.00 im Haus der Begegnung (Ursula Glaser-Schuierer und Anton Schuierer) sowie Montag, 11.3. | 18.3. | 25.3. | 1.4., 19.00-21.00
im Haus Marillac (Katrin Geiger und Alfred Natterer)
Unterland: Donnerstag 7.3. | 14.3. | 21.3. | 28.3., jeweils von 19.00-21.00 im Schloss Wohlgemutsheim, Baumkirchen (Sandra Felderer-Drewes und Peter Felderer | Franz Weber)
Wipptal: Freitag, 5.4.19, 18.00–21.00 Uhr bis Samstag, 6.4.19, 9.00–16.00 Uhr im Bildungshaus St. Michael (Paul und Marion Lazzari | Karl Eller)
Osttirol: im Bildungshaus Osttirol (Details und Termine auf Anfrage im Familienreferat) 

Zitate von Papst Franziskus aus Amoris laetitia (Die Freude der Liebe)

  • „Viele Verwundungen und Krisen entstehen, wenn wir aufhören, uns anzuschauen.“ (AL128)
  • „Die Gegenwart des Herrn wohnt in der realen, konkreten Familie mit all ihren Leiden, ihren
  • Kämpfen, ihren Freuden und ihrem täglichen Ringen.“ (AL315)
  • „Was die Geschiedenen in neuer Verbindung betrifft, ist es wichtig, sie spüren zu lassen, dass sie Teil der Kirche sind. Diese Situationen verlangen eine aufmerksame Unterscheidung und von großem Respekt gekennzeichnete Begleitung.“ (AL243)
  • „Es sind Urteile zu vermeiden, welche die Komplexität der verschiedenen Situationen nicht berücksichtigen.“ (AL79)
  • „Es ist eine tiefe geistliche Erfahrung, jeden geliebten Menschen mit den Augen Gottes zu betrachten.“ (AL323)
  • „Liebe ist fähig, die Zukunft zu wagen.“ (AL131)