Kunst in der Fastenzeit
Die Fastenzeit lädt traditionell dazu ein, innerlich zur Ruhe zu kommen, die eigenen Gewohnheiten zu prüfen und den Blick bewusst zu schärfen – auf das Wesentliche, das Verborgene und das Verdrängte. Kultur schafft hierfür Räume: Kunstwerke öffnen Perspektiven, Theater rückt Fragen von Mut und Gewissen ins Licht, und Filme erzählen von Glaubenswegen im Spannungsfeld von Zweifel und Aufbruch. Die Diözese Innsbruck gestaltet die Fastenzeit 2026 mit einer Vielzahl kultureller Formate, die gemeinsam eine inhaltliche Klammer bilden: die Auseinandersetzung mit Glaube, Menschlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Kunst als spiritueller Resonanzraum in Kirchen
Ab Aschermittwoch sind in zahlreichen Kirchen der Diözese wieder Fastentücher und zeitgenössische Kunstinterventionen zu sehen. Einen Schwerpunkt bilden Kirchen in der Landeshauptstadt. Zu sehen sind u.a. Werke von Aljoscha (Universitätskirche), Thomas Feuerstein (Pfarrkirche St. Nikolaus), Volker Hildebrandt (Spitalskirche), Jakob Kirchmayr (Dom zu St. Jakob), Roland Kodritsch (Jesuitenkirche), Elke Krystufek (Pfarrkirche Mariahilf) und Susi Pop (Pfarrkirche Guter Hirte).
Die modernen Kunstwerke laden dazu ein, die Fastenzeit als Phase der Wahrnehmung und Besinnung zu erleben. Sie bieten neue Zugänge zu den großen Fragen des Menschseins und machen den sakralen Raum zu einem Ort der geistigen Aufmerksamkeit. Eine Auswahl der heurigen Kunstprojekte wird beim Presserundgang am Faschingsdienstag, dem 17. Februar, vorgestellt.
Begegnung von Kunst und Glaube
Der traditionelle Aschermittwoch der Kunstinteressierten und der Künstler:innen verbindet geistliche Tiefe mit kulturellem Dialog. Propst Jakob Bürgler und Bischof Hermann Glettler laden Kunstschaffende, Kulturinteressierte und Gemeindemitglieder zu einem Abend der Inspiration ein. Beim Wortgottesdienst mit Austeilung des Aschenkreuzes im Dom zu St. Jakob um 19 Uhr gibt es eine Einführung zum aktuellen Kunstwerk. Musikalische Beiträge (Details folgen) führen in die Stille dieser besonderen Stunde. Anschließend lädt die Dompfarre zu einer Fastensuppe im Pfarrsaal – ein Raum für Begegnung über künstlerische und spirituelle Grenzen hinweg.
Theaterstücke über Gewissen, Mut und Menschlichkeit
Die Theaterlandschaft setzt während der Fastenzeit eindringliche Akzente: Das Vorarlberger Landestheater zeigt mit „Carl Lampert – das erste Gebet“ die Lebensgeschichte des seligen Tiroler Märtyrers, der für Rechtsstaatlichkeit und Glaubensfreiheit einstand und 1944 hingerichtet wurde. Eine Theaterreise nach Bregenz am Sonntag, 1. März, führt Interessierte zu diesem berührenden Stück über Unbeugsamkeit und Glaubenszeugnis.
CARL LAMPERT - DAS ERSTE GEBET | Vorarlberger Landestheater
Parallel bringt das Westbahntheater Innsbruck ab Anfang März mit „Vom Altar in die Arena“ das dramatische Leben des Pallottinerpaters Franz Reinisch auf die Bühne, der 1942 den Fahneneid auf Hitler verweigerte. Die Inszenierung zeigt Reinischs Zweifel, seine innere Stärke und die Kraft eines entschiedenen Gewissens – Fragen, die in der Fastenzeit besondere Relevanz entfalten.
Theater „Pater Reinisch“ von Bernhard James Lang – IG Autorinnen Autoren Tirol
Filmpremiere: Eine Pilgerreise zwischen Zweifel und Aufbruch
Mit der Weltpremiere des Dokumentarfilms „Ride back to Faith“ am Freitag, 20. Februar 2026, setzt das Metropol-Kino einen filmischen Höhepunkt. Der 82-minütige Film begleitet Filmemacher Hermann Weiskopf, der im Heiligen Jahr 2025 auf einer Vespa von Innsbruck nach Rom reist, um seinen Glauben neu zu entdecken. Begegnungen, Erinnerungen und eine unerwartete Wendung machen den Film zu einem spirituellen Roadmovie, das existenzielle Fragen berührend ins Bild setzt.
Ride back to Faith: Spirituelle Vespa-Reise nach Rom - Diözese Innsbruck