Sonntagsöffnung: Diözese zur neu entflammten Debatte

Bischof Hermann: "Der arbeitsfreie Sonntag soll auch in Zukunft ein Fundament für soziale Balance und Lebensqualität sein.“

Kein Verständnis für eine Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten zeigt Bischof Hermann Glettler. Der Sonntag ist mehr als ein wirtschaftliches Thema des Handels, er ist ein gemeinsamer Ruhetag, der soziale Beziehungen, Familien, aber auch das vielfältige Ehrenamt stärkt. Bestehende Ausnahmen – etwa in Tourismusregionen und bei der Nahversorgung – tragen realen Bedürfnissen ausreichend Rechnung.

 

Bischof Hermann Glettler: „In unserer nervösen und belasteten Zeit ist der arbeitsfreie Sonntag eine heilsame Oase. Eingebettet in den 7-Tage Rhythmus der Woche ist es ein Tag der Entlastung und Erholung für Körper und Seele - auch für Menschen, die nicht an den christlichen Gottesdiensten teilnehmen. Der Sonntag hilft uns zu verstehen, dass unser Leben nicht durch Einkauf und Konsum seinen Wert erhält, sondern durch das, was wir an Beziehungen leben und im Herzen tragen. Lebensfreude, Zuversicht und Segen lässt sich nicht kaufen! Zum Glück gibt es in Österreich eine verlässliche Allianz für den freien Sonntag, nicht zuletzt auch mitgetragen von der Gewerkschaft. Diese mit einer flächendeckenden Sonntagsöffnung in Frage zu stellen, gefährdet nicht nur ein hohes immateriellen Kulturgut unseres Landes, sondern erhöht vor allem den Druck auf Beschäftigte und kleinere Betriebe. Der arbeitsfreie Sonntag soll auch in Zukunft ein Fundament für soziale Balance und Lebensqualität sein.“

Sonntagsöffnung: Diözese zur neu entflammten Debatte
Foto: Sigl/dibk.at