Ort der Demokratie: 60 Jahre Haus der Begegnung

Seit sechs Jahrzehnten steht das Haus der Begegnung für Bildung, Dialog und Demokratie.

Es ist seit 60 Jahren ein fester Bestandteil der Tiroler Bildungs‑ und Zivilgesellschaft: das Haus der Begegnung (HdB). Als Einrichtung der Diözese Innsbruck hat es sich seit seiner Gründung durch Bischof Paulus Rusch zu einem zentralen Ort für gesellschaftspolitische Bildung, Dialog und bürgerschaftliches Engagement entwickelt. Generationen von Menschen haben hier diskutiert, gelernt, gestritten und gemeinsam Position bezogen – zu Fragen von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Solidarität, interkulturellem/Interreligiösem Dialog und Verantwortung für die Umwelt. „Ich bin überzeugt: Menschen brauchen gerade auch heute Räume der Begegnung, in denen Haltung entwickelt und gemeinsames Lernen stattfinden kann“, betont Programmleiterin Magdalena Modler-El Abdaoui: „Ein lebendiges demokratisches Miteinander benötigt kritische Bürger:innen, die es trotz aller Unterschiede pflegen – dafür setzen wir uns ein: mit einem Auge für Menschen und Debatten, die unser aller solidarisches Hinhören brauchen, mit Raum für persönliches Wachstum, mit Themen am Puls der Zeit.“

 

Wenn auch überparteilich ausgerichtet, versteht sich das Haus nicht als neutraler Tagungsort, sondern als aktiver und positionierter Akteur in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. „Als professioneller Veranstaltungsanbieter sind wir der ideale Rahmen für inspirierende Begegnungen. Moderne Seminar und Konferenzräume, flexible Technik, regionale nachhaltige Kulinarik und ein erfahrenes Veranstaltungsteam machen Tagungen und Kongresse bei uns, zu einem stimmigen Gesamterlebnis“, streicht Geschäftsführerin Manuela Schweigkofler hervor. Bildungsangebote, Veranstaltungen und Initiativen greifen aktuelle Herausforderungen auf und fördern kritisches Denken, Beteiligung, Persönlichkeit im professionellen Kontext und demokratische Kultur in Zivilgesellschaft und Organisationen. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und sinkender Dialogbereitschaft gewinnt diese Arbeit an Bedeutung.

Ort der Demokratie: 60 Jahre Haus der Begegnung
Im Jahr 1966 wurde das Haus der Begegnung am Innsbrucker Rennweg errichtet. Foto: HdB
„Mutausbruch“ zur Feier des Jubiläums

Das Jubiläum zum 60‑jährigen Bestehen wird am 23. April mit einer großen Feier begangen, die das Selbstverständnis des Hauses widerspiegelt: Demokratie wird dabei nicht nur thematisiert, sondern als lebendige Praxis erlebbar gemacht. Wortmeldungen aus Politik und Kirche, kulturelle Beiträge, Diskussionsformate sowie ein gemeinsamer „Mutausbruch“ als Wortgottesfeier mit Bischof Hermann setzen Akzente, ohne den Blick auf das Wesentliche zu verstellen – die langfristige Wirkung des Hauses als Ort des bürgerschaftlichen Debattierens, Lernens und Tuns. Teilnahme nur mit Anmeldung unter hdb.kurse@dibk.at

 

Über sechs Jahrzehnte hinweg hat das Haus der Begegnung Räume geschaffen, in denen Menschen einander begegnen, unterschiedliche Positionen aushalten und gemeinsame Perspektiven entwickeln konnten. Das Jubiläum ist daher weniger Rückblick als Bestätigung eines anhaltenden Auftrags, der aktueller denn je ist: Bildung als Grundlage für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft mit kritischen und engagierter Bürgerinnen und Bürger zu stärken. „Die Umwelt, das Klima, die menschenwürdigen Bedingungen, unter denen etwas produziert wird, sind unsere Kernanliegen“, so Schweigkofler. Als zertifizierter green-event Partner nimmt das HdB den Veranstaltern die Sorge um die Umwelt ab und verpflichtet sich, deren Veranstaltung als green event zu gestalten.

„Mutausbruch“ zur Feier des Jubiläums