Opferwidder-Prozession nach Obermauern: Virgener Brauchtum

Die traditionelle Widderprozession vereinte auch heuer Virgen und Prägraten im Zeichen des Glaubens.

Am sogenannten "Weißsamstag", dem ersten Samstag nach Ostern, wurde im Virgental erneut ein jahrhundertealtes Glaubens- und Brauchtum lebendig: Die traditionelle Opferwidderprozession führte von Virgen und Prägraten zur Wallfahrtskirche Maria Schnee in Obermauern. Auch in diesem Jahr machten sich zahlreiche Gläubige betend auf den Weg, um das gemeinsame Verlöbnis der beiden Gemeinden zu begehen.

 

Pfarrer Siegmund begleitete die Bittprozession von Virgen nach Obermauern. Das Gebet unterwegs, das bewusste Gehen und die Begegnung der beiden Prozessionen unterstrichen die spirituelle Tiefe dieses besonderen Tages. In der Wallfahrtskirche wurde der geschmückte weiße Widder nach altem Ritual dreimal um den Altar geführt.

 

Die Verantwortung für die Haltung des Opferwidders lag heuer bei der Familie Egger aus Virgen. Mit großer Sorgfalt und Hingabe wurde das Tier über Monate hinweg gehegt und gepflegt – ein Dienst, der bis heute Ausdruck des gemeinschaftlichen Charakters des Brauchtums ist. Im Anschluss an den Gottesdienst fand die traditionelle Verlosung statt. Über den Gewinn des diesjährigen Opferwidders durfte sich Martina Steiner freuen.

 

Die Opferwidderprozession geht auf ein Gelöbnis aus dem 17. Jahrhundert zurück, als die Bevölkerung in Zeiten der Pest um göttlichen Beistand bat. Seit 2015 ist dieses Virgentaler Brauchtum als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt und wird weiterhin von Generation zu Generation getragen – als Zeichen lebendigen Glaubens und gelebter Dorfgemeinschaft.

Opferwidder-Prozession nach Obermauern: Virgener Brauchtum
Gewinnerin Martina Steiner mit Valentin Egger sowie ihrem Patenkind - Fotos: Egger/Pfarre Virgen