Monat Mai lädt zur Marienverehrung ein
Mit Beginn des Monats Mai rückt in der katholischen Kirche traditionell die Verehrung der Gottesmutter Maria in den Mittelpunkt. In ganz Österreich laden Diözesen, Pfarren, Domkirchen und insbesondere auch Wallfahrtsorte zu Gottesdiensten und besonderen Feierformen wie etwa Maiandachten ein. Liturgische Elemente verbinden sich dabei oft mit kulturellen und musikalischen Akzenten, mancherorts gibt es auch häusliche Marienfeiern. Der Marienmonat gilt weiterhin als eine der lebendigsten Ausdrucksformen katholischer Spiritualität im Jahreskreis.
Hochsaison haben im Mai Wallfahrten - häufig zu Marienorten - sowie die reiche Tradition an Mariengebeten. Dazu zählt das "Regina caeli" ("Königin des Himmels"), das in der Osterzeit bis Pfingsten (heuer 24. Mai) anstelle des "Angelus" ("Engel des Herrn") gebetet wird und das Ostergeheimnis mit der Menschwerdung Christi verbindet. Der Rosenkranz betrachtet in meditativer Form zentrale Stationen des Lebens Jesu und die Rolle Marias. Einen besonderen Fürbittcharakter hat zudem die Lauretanische Litanei.
Ihren Ursprung hat das Lob Mariens und die Marienverehrung bereits im biblischen Magnificat, seit dem Mittelalter sind Maiandachten bezeugt. Richtig populär wurde diese Andachtsform jedoch erst im 17. und 18. Jahrhundert von Italien aus, bis 1965 Papst Paul VI. sie in der Enzyklika "Mense maio" weltweit empfahl. Maria sei nicht selbst anzubeten, heißt es darin, denn dies gebühre nur Gott. Sie weise aber den besten Weg zu Jesus Christus. Gläubige würdigen in den Andachten Maria aufgrund ihrer tragenden Rolle bei der Empfängnis, Geburt, Kindheit und Jugendzeit Jesu sowie bei dessen Tod und Auferstehung bis hin zur "Geburtsstunde" der Kirche zu Pfingsten.
Viele Marienfeiertage
Flankiert wird der Marienmonat von einer Reihe bedeutender Gedenk- und Festtage, die unterschiedliche Aspekte der Marienverehrung hervorheben. Am 13. Mai wird "Unsere Liebe Frau von Fatima" gefeiert, in Erinnerung an die Marienerscheinungen von 1917. Das Fest "Maria, Hilfe der Christen" am 24. Mai geht auf Papst Pius VII. zurück und wurde als Dank für seine Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft eingeführt; die entsprechende Anrufung stammt aus dem Gebet der Lauretanischen Litanei.
Weitere marianische Feiern stehen in engem Zusammenhang mit der Liturgiegeschichte: Das Fest "Maria Königin", 1954 von Papst Pius XII. eingeführt, wurde später auf den 22. August verlegt. Als Abschluss des Marienmonats gilt heute meist das Fest "Mariä Heimsuchung" am 31. Mai, das 1969 dorthin übertragen wurde. Seit 2018 wird am Pfingstmontag der weltkirchliche Gedenktag "Maria, Mutter der Kirche" begangen, womit die besondere Rolle Marias im Leben der Kirche unterstrichen wird.
Eine Meldung von www.kathpress.at