Kunstinterventionen in Innsbrucker Kirchen – Fastenzeit 2026

Presse-Rundgang mit Bischof Hermann Glettler und Diözesankonservator Stefan Schöch 

Die Fastenzeit eröffnet Jahr für Jahr neue Räume für spirituelle und künstlerische Auseinandersetzung. Viele Kirchen in Innsbruck werden in dieser Zeit zu begehbaren Orten, in denen zeitgenössische Kunst und liturgische Tradition in einen spannenden Dialog treten.

Die Diözese Innsbruck lud am Dienstag, 17. Februar 2026, Medienvertreter:innen zu einer geführten Tour mit Bischof Hermann Glettler und Diözesankonservator Stefan Schöch ein. Die Pressetour bot einen kompakten Überblick über die Vielfalt aktueller Kunstinterventionen in der Fastenzeit – von großformatigen Malereien über raumgreifende Installationen bis hin zu kraftvollen, spirituell aufgeladenen Bildwerken. "Die Fastenzeit ist eine wichtige spirituelle Zeit, um Gott in unserem alltäglichen Leben einen Ort zu sichern. Und es ist eine menschlich wertvolle Zeit, um sich solidarisch zu zeigen und die großen Verwundungen unserer Zeit im Gebet vor Gott zu bringen", so Bischof Hermann.

 

Fastentücher – Wiederentdeckung einer jahrhundertealten Tradition 

Bis ins Mittelalter lässt sich der Brauch zurückverfolgen, in der Fastenzeit den Altar mit Tüchern oder Leinwand zu verhüllen. Die bildlichen Darstellungen wurden damit während der Fastenzeit den Blicken der Gläubigen und des Klerus entzogen und dagegen die Entbehrung der Fastenzeit künstlerisch umgesetzt. Die ältesten Fastentücher, oft auch Hungertücher genannt, waren zunächst schlichte und schmucklose Stoffbahnen. Unter anderem in den Alpenregionen erlebte der Brauch der Fastentücher eine große Blüte und wurden ihrerseits inhaltlich stark aufgeladen und kunstvoll ausgeführt.  

 

In jüngerer Zeit werden die Fastentücher als Bedeutungsträger vermehrt wiederentdeckt und erleben als Bildfläche für künstlerische Interventionen gerade auch in der Diözese Innsbruck eine Renaissance, wie Schöpf erklärte: "Es ist erstaunlich, wie ein so traditionelles Medium moderne Entwicklungen aufnehmen kann." In der Fastenzeit sind die Besucher:innen eingeladen, den Blick weg von vertrauten Darstellungen hin auf marginalisierte Themen zu richten.

Kunstinterventionen in Innsbrucker Kirchen – Fastenzeit 2026
Jakob Kirchmayr, „Spuren des Feuers“, mehrteiliges, großformatiges Fastentuch, 2023/24, mit Feuer bearbeitete Stoffe. (Leihgabe des Künstlers)   Bildnachweis: dibk.at