Elisabethsonntag: Armut ist oft näher als man denkt

Viele Tirolerinnen und Tiroler sind von finanziellen Belastungen und Unsicherheit betroffen.

Rund 92.500 Menschen in Tirol sind armutsgefährdet. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, Familien und persönliche Schicksale – oft näher, als man denkt. Für viele bedeutet Armut, täglich schwierige Entscheidungen treffen zu müssen: Heize ich meine Wohnung oder kaufe ich mir dringend benötigte Winterkleidung? Reicht das Geld für ausreichend Lebensmittel bis zum Monatsende? Was für viele selbstverständlich ist, wird für andere zur täglichen Herausforderung. 

 

Armut ist dabei nicht immer sichtbar. Sie spielt sich oft hinter verschlossenen Türen ab – mitten in unserer Nachbarschaft. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, Familien und ältere Menschen. Unerwartete Ausgaben, steigende Lebenshaltungskosten oder finanzielle Notlagen können Menschen rasch an ihre Grenzen bringen. 

 

Die Caritas Tirol setzt deshalb mit ihrer Herbstsammlung bewusst auf Hilfe direkt vor Ort. Ziel ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Die Angebote reichen von Sozialberatung und Soforthilfe über Wärmestuben bis hin zu Lernhilfeeinrichtungen und dem Jugendzentrum Space, das Kindern und Jugendlichen Halt und einen sicheren Ort bietet. 

 

„Wir erleben täglich, wie groß die Not vieler Menschen ist. Wer sich an uns wendet, braucht nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch jemanden, der zuhört, gemeinsam nach Lösungen sucht und neue Hoffnung schenkt“, betont Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb. 

 

Ein besonderer Anlass, Solidarität zu zeigen, ist der Elisabethsonntag. An diesem Tag – heuer der 15. November – kommt die Kirchen-Kollekte Menschen in Not in Tirol zugute. Genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.  

 

Elisabethsonntag: Armut ist oft näher als man denkt
In der Katharina Stube bekommen Menschen eine warme Mahlzeit und ein Lächeln. Foto: Caritas Tirol/ R. Lackner