Ein neuer Schritt des Miteinanders für die Gemeinde

Auftakt des Miteinanders: Kroatische Gemeinschaft der Diözese Innsbruck findet neues Zuhause in Neu-Rum
Von Danijel Jurić und Ana Stanić

Die Kroatische Gemeinschaft der Diözese Innsbruck steht vor einem bedeutenden Schritt: Sie tritt nun als öffentlicher kirchlicher Verein auf und findet ein neues Zuhause in der Pfarre und der Pfarrgemeinde Neu-Rum. Der Einzug in die Auferstehungskirche Neu-Rum steht für ein bewusstes Miteinander zweier Gemeinden, die sich gegenseitig bereichern möchten. Beide Gemeinschaften werden künftig nicht nur ein Gebäude teilen, sondern auch eine Vision: ein Ort zu sein, an dem Menschen verschiedener Herkunft gemeinsam ihren Glauben leben und wachsen können. 

 

Ein erstes sichtbares Zeichen dieses Miteinanders war der gemeinsame Gottesdienst am Sonntag, 1. März 2026, um 10.15 Uhr im Rahmen der Pfarrmesse. Diese Feier war zugleich der Einstand und der gemeinsame Auftakt: ein bewusst gemeinsam begangener Beginn des neuen Miteinanders in Neu-Rum. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt – Mitglieder beider Gemeinden kamen zusammen und machten die Verbundenheit spürbar. 

 

Ab dem 8. März feiert die Kroatische Gemeinschaft regelmäßig an Sonn- und Feiertagen um 11.30 Uhr – unmittelbar im Anschluss an den Pfarrgottesdienst – die heilige Messe in kroatischer Sprache in der Auferstehungskirche Neu-Rum. In der Fastenzeit findet zudem jeden Freitag um 19.00 Uhr eine Kreuzwegandacht mit anschließender heiliger Messe statt. 

 

Jesus als Mitte des gemeinsamen Weges  

Die kroatische Gemeinde blickt auf Jahrzehnte pastoraler Arbeit zurück, geprägt von Veränderungen, Standortwechseln und Wachstum. In all diesen Entwicklungen blieb eines konstant: der Glaube an Christus, der Menschen verbindet und Gemeinschaft trägt. 

 

Mit der Vereinsgründung und dem neu gewählten Vorstand erhält die Gemeinde ein klares Gesicht nach außen und stärkt zugleich die Zusammenarbeit mit der Diözese und der Pfarre Neu-Rum. 

 

In seiner Predigt beim gemeinsamen Gottesdienst am 1. März ermutigte Bischof Hermann Glettler beide Gemeinden ausdrücklich, sich einander zu öffnen und bewusst Schritte aufeinander zuzugehen. Er griff das Wort Gottes aus der ersten Lesung auf, in der Gott zu Abram spricht: „Steh auf und geh …“ – ein Ruf, sich aufzumachen, Vertrautes hinter sich zu lassen und ohne Angst einen bewussten Schritt auf den anderen zuzugehen, vielleicht sogar auf das noch Unbekannte hin. Gerade in dieser Offenheit liege die Chance, einander zu bereichern und gemeinsam zu wachsen. 

 

Eine Liturgie, die Brücken baut 

Die zweisprachige Liturgie – auf Deutsch und Kroatisch – machte beim gemeinsamen Gottesdienst erfahrbar, wie lebendig Kirche ist, wenn Vielfalt nicht trennt, sondern verbindet. 

 

Vertreterinnen und Vertreter beider Gemeinden trugen die Fürbitten jeweils in ihrer Muttersprache vor. Die Gebete waren geprägt von Offenheit, Dankbarkeit und der klaren Bereitschaft zu einem gemeinsamen Weg in die Zukunft. So wurde nicht nebeneinander, sondern miteinander gebetet. 

 

Besonders in Erinnerung bleiben die herzliche Aufnahme der kroatischen Gemeinschaft, die ermutigenden Worte des Bischofs und die spürbare Freude bei der gemeinsamen Agape im Anschluss an die Feier. 

 

Gemeinschaft, die trägt und wächst 

Die Kroatische Gemeinschaft der Diözese Innsbruck mit ihrem Priester und Seelsorger Damjan Soldo betreut Gläubige, deren Muttersprache Kroatisch ist. Sie stammen vor allem aus Kroatien sowie aus Bosnien und Herzegowina, aber auch aus anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Die Seelsorge geschieht zentral in Innsbruck, aber zusätzlich auch an weiteren Orten der Diözese, wo kroatischsprachige Menschen Heimat gefunden haben und das Bedürfnis verspüren, Gottesdienste und Sakramente in ihrer Muttersprache zu feiern. Dazu gehören unter anderem Hall in Tirol, Jenbach, Reutte und Mayrhofen im Zillertal. 

 

Mit dem neu gegründeten Verein und dem engagierten Vorstand – bestehend aus Stjepan Jurić, Damjan Soldo, Mateo Jelić, Ivana Andrić, Ana Stanić, Josip Karamatić und Magdalena Batinić – gewinnt die Gemeinschaft von rund 5.000 Gläubigen eine stabile Struktur, die ihr Miteinander stärkt und ihre Zukunft auf ein solides Fundament stellt. 

 

Der gemeinsame Weg in Neu-Rum ist mehr als eine organisatorische Entscheidung. Er ist ein geistliches Zeichen: Zwei Gemeinden machen sich auf, einander zu begegnen. In diesem bewussten Schritt liegt die Hoffnung, dass aus Begegnung Vertrauen wächst und aus Vertrauen eine lebendige, vielfältige und tragende Gemeinschaft entsteht. 

Ein neuer Schritt des Miteinanders für die Gemeinde
Fotos: Stanic/dibk