Christus-Aufstieg durchs Heiliggeistloch
Vierzig Tage nach Ostern begeht die katholische Kirche mit Christi Himmelfahrt erneut ein Hochfest. Gefeiert wird die Rückkehr Jesu Christi zu Gott. Nach der Auferstehung, so berichten Lukasevangelium und Apostelgeschichte, erscheint Jesus seinen Jüngern vierzig Tage lang, bevor er vor ihren Augen emporgehoben wird und eine Wolke ihn ihren Blicken entzieht. Christi Himmelfahrt ist seit dem vierten Jahrhundert als eigenständiges Fest belegt; zuvor war die Feier Teil des Pfingstfestes. Die neun Tage von Himmelfahrt bis Pfingsten gelten als Pfingstnovene der Vorbereitung darauf.
Alter Brauch mit Seilzügen
Im Innsbrucker Dom zu St. Jakob wird am Donnerstag, 14. Mai 2026, um 10 Uhr eine Heilige Messe gefeiert; die musikalische Gestaltung übernimmt die Dommusik. Mancherorts lebt rund um den Feiertag auch ein Brauch weiter, der die biblische Erzählung sinnenfällig macht: In Kirchen wurde eine Christusfigur im Kirchenraum an Seilen hochgezogen und ließ sich schließlich durch eine Öffnung in der Decke verschwinden – oft „Heilig-Geist-Loch“ genannt. In Tirol wird diese symbolische „Himmelfahrt“ nur noch an wenigen Orten gepflegt, etwa in Mils.
Heuer kommt aber ein neuer Ort dazu: In der Pfarre Nassereith wird die Figur des auferstandenen Herrn erstmals feierlich „aufgezogen“. „Dieser Versuch passt zu unserer Tradition mit dem Heiligen Grab. Damit korrespondiert es gut mit der Osternacht bei uns“, sagt Pfarrer Josef Ahorn. Die Idee entstand am Himmelfahrtstag 2025 nach dem Hochamt beim Pfarrkaffee: „Der versammelten Runde gefiel der Vorschlag auf Anhieb und im YouTube wurde schon nachgesehen, wie es in anderen Orten gemacht wird“, schildert Christoph Schultes, Obmann des Pfarrgemeinderates. In den Wochen danach wurde eine Konstruktion erarbeitet, damit die Figur sicher „auf Fahrt“ gehen kann; Proben in der Pfarrkirche verliefen erfolgreich. Bilder der Versuche werden der Presseaussendung beigefügt. Für die Pfarre ist die Himmelfahrtszeremonie zugleich ein besonderer Tag: An Christi Himmelfahrt wird auch das 45-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Josef Ahorn begangen.
Bittgänge in manchen ländlichen Gemeinden
In vielen ländlichen Gemeinden haben sich außerdem die Bitttage erhalten: kurze Bittgänge in den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt, bei denen Anliegen vor Gott gebracht und um Schutz und Segen gebetet wird. Für 2026 sind in der Diözese Innsbruck u. a. folgende Termine veröffentlicht:
Im Seelsorgeraum Inzing–Hatting–Polling findet am Montag, 11. Mai, um 18.30 Uhr ein Bittgang von der Murkapelle zur Inzinger Pfarrkirche statt, anschließend um 19 Uhr Hl. Messe; am Dienstag, 12. Mai, um 18.30 Uhr ein Bittgang von Salchegg zur Ginzeleitkapelle, anschließend um 19 Uhr Hl. Messe; am Mittwoch, 13. Mai, um 18.30 Uhr ein Bittgang von der Innkapelle zur Hattinger Pfarrkirche, anschließend um 19 Uhr Hl. Messe.
Im Seelsorgeraum Telfs werden in Rietz ein Bittgang am Montag, 11. Mai, um 19 Uhr von der Pfarrkirche zur Auekapelle sowie am Mittwoch, 13. Mai, um 19 Uhr von der Antoniuskirche zur Bachebenkapelle angekündigt.