Bischofskonferenz: Neue Aufgaben für Bischof Hermann

Die Frühjahrsvollversammlung bringt weitreichende Änderungen in den Ressorts des Innsbrucker Diözesanbischofs

Die Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in St. Johann bei Herberstein, Steiermark, hat eine umfassende Neuordnung der Zuständigkeiten gebracht. Dies wirkt sich deutlich auf die künftigen Aufgaben von Bischof Hermann Glettler aus, der in zentralen gesellschaftlichen und kulturellen Themen Verantwortung trägt.

 

Mit der Reform der inneren Struktur wurden drei neue bischöfliche Kommissionen geschaffen, um übergreifende Zusammenarbeit zu fördern. In der Kommission „Gesellschaft und Soziales“ spielt der Innsbrucker Diözesanbischof künftig eine Schlüsselrolle: Er verantwortet das neue Referat „Gesellschaftliches Engagement“, das die katholischen Laienorganisationen, Fragen des Lebensschutzes, soziale und ökologische Anliegen sowie die katholische Sozialakademie bündelt. Ein wesentlicher Teil dieses Bereichs ist das kirchliche Ehrenamt. Tausende Freiwillige tragen in Tirol und in der Diözese Innsbruck wesentlich das kirchliche Leben und werden durch das neue Ressort stärker in ihren Anliegen sichtbar und unterstützt.

 

Weiter für Kunst und Kultur zuständig 

Zusätzlich wurde Glettler erneut mit dem Bereich „Kunst und Kultur“ betraut, zu dem kirchliche Museen, Denkmalschutz und kulturelle Initiativen gehören. Diese Ressorts haben für die Diözese Innsbruck besondere Bedeutung: Von der kirchlichen Kulturlandschaft im Alpenraum bis zu aktuellen Projekten in der sakralen Kunst reichen hier die Schnittstellen zu Tirol.

 

Überregional standen die Beratungen im Zeichen geopolitischer Konflikte, wachsender sozialer Herausforderungen und der Zukunft des Religionsunterrichts. Die Bischöfe mahnten Solidarität mit bedrängten Christen ein, forderten verstärkte diplomatische Bemühungen im Nahen Osten und warnten vor einer Verschärfung der Armutsentwicklung. Insgesamt markiert die Neuordnung eine deutliche inhaltliche Profilierung: Die Bischöfe setzen stärker auf gesellschaftspolitische Präsenz – und Bischof Hermann wird einer ihrer zentralen Taktgeber in Fragen sozialer Verantwortung, Kultur, Ehrenamt und Laienengagement.

 

Kathpress-Dossier zur Frühjahrsvollversammlung 2026 der Bischofskonferenz abrufbar unter: https://www.kathpress.at/goto/dossier/2561737/  

Bischofskonferenz: Neue Aufgaben für Bischof Hermann
Foto: Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

"Stopp dem Krieg!"- Bischöfe fordern Frieden im Nahen Osten

Warnung vor noch größerem Flächenbrand - Eine auf Gewalt basierende Weltordnung kann keine stabile und gerechte Ordnung schaffen

Österreichs Bischöfe sind erschüttert über das Leid, dass der Iran-Krieg für den Nahen Osten und die Region der Golfstaaten gebracht hat. Sie warnen in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in St. Johann bei Herberstein vor einem noch größeren Flächenbrand, wenn die Kampfhandlungen nicht bald ein Ende nehmen. "Stopp dem Krieg!" lautet demgemäß auch der Aufruf der Bischöfe.

 

"Alle Menschen im Nahen Osten haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und in Achtung ihrer unveräußerlichen Würde", so die Bischöfe wörtlich. Der Weg dorthin sei möglich, jeder Krieg hingegen ein schwerer Rückschlag. "Krieg allein ist keine Lösung und kann keine Demokratie herstellen, sondern er legt meist die Saat für noch größeren Hass und neue Gewalt", heißt es in der Erklärung wörtlich.

 

Die Bischöfe fordern die politisch und militärisch Verantwortlichen auf, den Hilfswerken der Vereinten Nationen und allen anderen humanitären Werken uneingeschränkt Zugang zu den Menschen in Not zu gewähren und das Völkerrecht zu achten. Mit höchster Besorgnis stelle man eine weitere Erosion des Völkerrechts fest, "weil militärisch Mächtige es immer weniger achten", so die Bischöfe. Eine auf Gewalt basierende Weltordnung kann aber niemals eine stabile und schon gar keine gerechte und friedliche Ordnung schaffen. Zum Völkerrecht, zur Arbeit internationaler Organisationen und zur Diplomatie gebe es keine Alternative.

 

Das Mitgefühl und die Gebete der Bischöfe seien "bei den unfassbar vielen Opfern und ihren Angehörigen der friedlichen Demonstrationen zum Jahresbeginn im Iran" und ebenso bei den zivilen Opfern und ihren Angehörigen der aktuellen Kampfhandlungen. Die Sorge der Bischöfe gilt in besonderer Weise aber auch den christlichen Gemeinschaften in den vom Krieg betroffenen Ländern. In Konflikten und Kriegen würden immer die Minderheiten zuerst unter die Räder kommen. Die Warnungen der katholischen Nahost-Patriarchen und Bischöfe vor einem weiteren Exodus der Christen aus ihrer Heimat müssten ernst genommen werden. "Christliches Leben, das seit der Urkirche über zwei Jahrtausende bestanden hat, droht gänzlich zu verschwinden", heißt es in der Erklärung.

 

Die Bischöfe danken zudem der österreichischen Bundesregierung für alle Bemühungen auf bilateraler oder multilateraler Ebene, um der Gewalt im Nahen Osten ein Ende zu setzen. Dazu gehöre neben den diplomatischen Mitteln auch die Ausweitung der humanitären Hilfe. Die Bischöfe rufen zudem zum Spenden und zum beharrlichen Gebet und Fasten für den Frieden.

 

Eine Meldung von www.kathpress.at 

Österreichs Bischöfe fordern mehr Solidarität mit verfolgten Christen

Appell an die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen - 380 Mio. betroffene Christinnen und Christen weltweit - Hasskriminalität auch in Österreich traurige Realität

Österreichs Bischöfe mahnen mehr Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit ein. Ihre Forderung richtet sich sowohl an die Politik, wie auch an Verantwortliche in Kirche, Religionen und Gesellschaft, wie es am Freitag in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz heißt. Die Bischöfe hatten sich am Montag zum Auftakt ihrer Beratungen in St. Johann bei Herberstein im Rahmen eines Studientages intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt.

 

Eingehende Analysen zeigten, dass das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christinnen und Christen in vielen Ländern zugenommen habe und es dafür unterschiedliche Erscheinungsformen und Ursachen gibt, so die Bischöfe nun in ihrer Erklärung. Sie greifen darin auch die von Papst Leo XIV. zuletzt verwendete Zahl von 380 Mio. betroffenen Christinnen und Christen weltweit auf.

 

In Österreich habe das Recht auf Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert. Das sollte alle Verantwortlichen in Staat, Kirchen, Religionen und Gesellschaft darin bestärken, sich für Religionsfreiheit weltweit einzusetzen. Das Unrecht zu benennen, sei der erste Schritt, um es zu überwinden. Gefordert seien das Gebet und konkrete Unterstützung, etwa durch Hilfswerke und Projekte für verfolgte Christen. Es brauche mehr Bewusstsein für dieses globale Problem.

 

Die Bischöfe begrüßen zugleich, dass die Politik in Österreich vor zwei Jahren im Bundeskanzleramt die "Stabstelle Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten" eingerichtet hat. Auf Ebene der Europäischen Union gebe es zwar seit 2016 einen Sonderbeauftragten für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der EU. Diese Position sei jedoch schon seit Ende 2024 vakant und müsse endlich nachbesetzt werden, so die Bischöfe.

 

Die Bischöfe halten schließlich fest, dass die Verletzungen der Religionsfreiheit im Zusammenhang mit Hasskriminalität auch in Österreich eine traurige Realität sei. Sie verweisen auf den vom Innenministerium veröffentlichten Lagebericht zu "Hate Crime". Wie die seit 2020 stattfindenden polizeilichen Erhebungen zeigten, habe religiös motivierte Hasskriminalität etwa im Zusammenhang mit Verhetzung, Körperverletzung oder Sachbeschädigungen zugenommen. Die meisten Fälle würden den Antisemitismus betreffen, gefolgt von antimuslimischen und antichristlichen Delikten. Wer davon betroffen ist, sollte solche Straftaten unbedingt bei der Polizei anzeigen, ermutigen die Bischöfe.

 

Damit aus Vorurteilen nicht Hass, Gewalt und Verfolgung entstehen, brauche es neben rechtlichen und politischen Maßnahmen auch das Engagement der Gläubigen sowie der Kirchen und Religionsgemeinschaften, so die Bischöfe. Gerade in Österreich habe sich unter den Kirchen und Religionen eine Kultur des Respekts und des Miteinanders entwickelt, die weiter gepflegt werden müsse, wie es in der Erklärung abschließend hieß.

 

Eine Meldung von www.kathpress.at