Bischof Hermann Glettler: Hoffnung, Nähe und Solidarität stärken

„Niemand soll sich in seiner Verletzlichkeit allein gelassen fühlen“ – Zum Welttag der Kranken 2026

Zum Welttag der Kranken richtet Bischof Hermann Glettler seinen besonderen Gruß und Segen an alle Menschen, die mit Krankheit, Schwäche oder Einsamkeit leben müssen. „Krankheit betrifft nie nur den Körper, sondern das ganze Leben – sie fordert Hoffnung, Beziehungen und Vertrauen heraus. Niemand soll sich in seiner Verletzlichkeit allein gelassen fühlen.“

Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen – von saisonalen Infektionswellen über den Mangel an Pflegepersonal bis hin zu hohen Belastungen in Krankenhäusern und Familien – betont der Bischof die Bedeutung gesellschaftlicher Solidarität. „Wir sehen, wie stark unser Gesundheitssystem gefordert ist. Gleichzeitig erleben wir täglich Großartiges: Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Ehrenamtliche und Angehörige leisten Enormes und gehen oft über ihre Grenzen hinaus. Ihnen gilt mein aufrichtiger Dank.“

Wie wir den Kranken und Schwachen begegnen, sei ein Maßstab für die Menschlichkeit unserer Gesellschaft. „Es braucht neben medizinischer Versorgung vor allem Nähe, Verständnis und solidarische Verantwortung – im Geist des barmherzigen Samariters.“

Auch neue medizinische und digitale Möglichkeiten können dazu beitragen, Menschen näher zusammenzubringen, Wege zu verkürzen und Leiden zu lindern – etwa dort, wo sie Pflege entlasten, Kommunikation ermöglichen oder Zeit für persönliche Zuwendung freisetzen. „Technik allein heilt nicht. Aber sie kann Raum schaffen für das, was heilt: Aufmerksamkeit, Zeit und mitmenschliche Nähe.“

Die Kirche wolle weiterhin Räume schaffen, in denen Menschen Trost, Zuhören und Hoffnung finden. „Gott ist den Verwundeten besonders nahe. Ich lade ein, diesen Tag im Gebet, in konkreter Zuwendung und in solidarischem Handeln zu begehen.“

 

Papst Leo: Mit dem Blick des barmherzigen Samariters 

In seiner Botschaft zum Welttag der Kranken ruft Papst Leo XIV. zum erneuten Blick auf die Gestalt des barmherzigen Samariters auf. In einer Welt, die von Schnelligkeit, Überforderung und Gleichgültigkeit geprägt ist, erinnere der Samariter an die Kraft der unterbrochenen Schritte: des Innehaltens, des Sehens, des Mitleidens. Begegnung und Mitgefühl seien keine rein privaten Gesten, sondern Ausdruck einer Liebe, die in Gott wurzelt und sich hinwendet zu den Leidenden, den Verwundeten, den Einsamen. Der Papst betont, dass echte Nächstenliebe konkrete Formen annimmt – Pflegende, Ärztinnen, Angehörige, Seelsorgende und Nachbarn leisten gemeinsam einen unverzichtbaren Dienst für die Gesellschaft. Pflege sei daher nicht nur eine soziale Notwendigkeit, sondern ein zutiefst kirchlicher Auftrag, der die Einheit des Leibes Christi sichtbar mache. Papst Leo lädt abschließend ein, Maria, das „Heil der Kranken“, um ihre Fürsprache für alle Leidenden und alle, die sie begleiten, zu bitten.

 

Seelsorge in Tirol: Begleiten, stärken, trösten 

„Kranken Menschen zu begegnen ist ein Grundauftrag der Kirche“, betont Agnes Hackl, Leiterin der Krankenhausseelsorge der Diözese Innsbruck. Zum Welttag der Kranken verteilen die Seelsorger:innen in den Krankenhäusern Innsbruck, Hall, Natters und Hochzirl liebevoll gestaltete Trostkärtchen – kleine Zeichen der Ermutigung für Patientinnen und Patienten.

In allen Tiroler Krankenhäusern stehen erfahrene Seelsorger:innen bereit, um zu begleiten, zuzuhören, zu stärken oder einfach da zu sein – für Kranke, Angehörige und Mitarbeitende. Gespräche, Gebet, Sakramente und stille Präsenz sind dabei wesentliche Elemente der seelsorglichen Begleitung.

 

Eucharistiefeier für Kranke in der Jesuitenkirche Innsbruck 

Ein besonderes Angebot der Diözese Innsbruck ist die monatliche Eucharistiefeier mit Gebet für Kranke in der Jesuitenkirche Innsbruck. Sie findet jeden zweiten Freitag im Monat um 19:00 Uhr statt und wird getragen von der Caritas der Diözese Innsbruck, der Klinikseelsorge und der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft.

Eingeladen sind alle, die körperliche oder seelische Belastungen tragen, ebenso wie jene, die im privaten oder beruflichen Umfeld Menschen begleiten.

 

Welttag der Kranken: Ein Tag der Nähe und des Gebets 

Der Welttag der Kranken wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt. Seither erinnert die Kirche weltweit am 11. Februar daran, wie wichtig die Sorge um kranke Menschen für Gesellschaft, Kirche und Gemeinschaft ist. Der Tag ruft zu Gebet, Dankbarkeit und Solidarität auf – und dazu, die Nähe Gottes sichtbar werden zu lassen in kleinen Gesten der Liebe, des Trostes und der Zeit füreinander.

Bischof Hermann Glettler: Hoffnung, Nähe und Solidarität stärken
Seit 1993 erinnert die Kirche weltweit am 11. Februar daran, wie wichtig die Sorge um kranke Menschen für Gesellschaft, Kirche und Gemeinschaft ist. Symbolfoto: pixabay