Barockes Ostergrab in neuer Strahlkraft
Heilige Gräber sind in vielen Tiroler Kirchen eine bedeutende Tradition und symbolisieren das Leiden und die Auferstehung Christi. Sie können ausgesprochen groß sein und müssen dann von mehreren Personen gemeinsam aufgebaut werden. Im 20. Jahrhundert wurden Ostergräber seltener, erfreuen sich aber seit dem Ende des 20. Jahrhunderts/Beginn des 21. Jahrhunderts wieder größerer Beliebtheit. Diese kunstvollen Darstellungen des heiligen Grabes werden vor allem in der Karwoche und zu Ostern ausgestellt. Sie sind nicht nur ein religiöses, sondern auch ein kunsthistorisches Erbe, das die lange Tradition sakraler Kunst im Alpenraum widerspiegelt.
Die Pfarrkirche zum hl. Pankratius in Telfes zeigt zu Ostern 2026 wieder das vollständig restaurierte barocke Heilige Grab – eines der größten und kunsthistorisch bedeutendsten Ostergräber Tirols.Zwischen 1763 und 1765 von Johann Nepomuk Pfaundler geschaffen, besteht es aus monumentalen Kulissenbögen, reich gestalteten Rocaillen, illusionistischen Architekturmalereien und figürlichen Szenen der Passion und Auferstehung. Es nimmt beinahe das gesamte Presbyterium ein und schafft jene beeindruckende Tiefe, für die Tiroler Ostergräber seit Jahrhunderten berühmt sind. Da der Aufbau äußerst arbeitsintensiv ist, wird das Große Heilige Grab nur alle vier Jahre vollständig errichtet. 2026 ist es wieder soweit – ein besonderes kulturelles und spirituelles Ereignis für das Stubaital.
Restaurierung abgeschlossen
Die Restaurierungswerkstatt Franz Niederhauser (Thaur) machte das 260 Jahre alte Werk wieder stabil und farbkräftig. Schäden an Leinwand, Malschichten und Holzstrukturen konnten nachhaltig behoben werden.
Liturgisches Programm und Führungen – Gründonnerstagsliturgie mit Bischof Hermann
Von Gründonnerstag (2. April) bis Weißer Sonntag (12. April) ist das Ostergrab in der Kirche zu sehen. Die Gründonnerstagsliturgie feiert Bischof Hermann mit der Gemeinde um 19 Uhr. Die Pfarre bietet Führungen u. a. mit Pfr. Rudi Silberberger und Karlheinz Töchterle an.