Tiroler Gottesdienst im Zeichen starker Regionen

Im Stephansdom feierte Tirol den Bundesratsvorsitz mit einem Gottesdienst, der Demokratie, Dialog und Verantwortung betonte

Ein Gottesdienst im Wiener Stephansdom bildete am Dienstag den geistlichen Auftakt zum Tirolabend anlässlich der aktuellen Tiroler Präsidentschaft im Bundesrat. Vor Bundesratspräsident Markus Stotter, Landeshauptmann Anton Mattle und zahlreichen Gästen erinnerte Dekan Franz Troyer in seiner Predigt daran, dass politische und gesellschaftliche Konflikte lösbar sind – wenn Menschen bereit sind zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsame Wege zu suchen.

 

Ausgehend vom sogenannten Apostelkonzil, das er als „Sternstunde der Menschheit“ bezeichnete, zeigte Troyer auf, wie konstruktive Entscheidungsprozesse gelingen können: indem Anliegen ernst genommen, Fragen offen besprochen und Lösungen gemeinsam getragen werden. Das biblische Beispiel sei hochaktuell, so der Dekan, weil es globale Perspektive und konkretes Handeln verbinde. Politik brauche diesen weiten Blick, ohne das Praktische aus den Augen zu verlieren.

 

Zugleich betonte Troyer das christliche Verständnis von der Würde jedes Menschen. Gott mache keinen Unterschied zwischen Herkunft oder Zugehörigkeit – ein Gedanke, der nach seinen Worten auch im politischen Handeln Orientierung geben könne. Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen, sei Voraussetzung für eine lebendige Demokratie.

 

Die inhaltlichen Linien der Predigt fanden Resonanz im späteren Festakt im Parlament. Landeshauptmann Mattle hob die Bedeutung der Regionen für den Zusammenhalt Österreichs hervor. Die Vielfalt der Bundesländer sei eine Stärke, getragen von Menschen, die sich engagieren. Bundesratspräsident Stotter betonte, dass Zukunft immer vor Ort beginne – in Gemeinden, Regionen und Ländern, die digital vernetzt, widerstandsfähig und lebenswert bleiben müssen.

 

Der Tirol‑Gottesdienst war Teil des Tirolabends im Rahmen des Vorsitzmottos „Starke Regionen: digital. engagiert. zukunftsorientiert.“ Nach der Messe folgte ein landesüblicher Empfang beim Parlament, begleitet von der Musikkapelle Oberlienz, einer Bläsergruppe, der Plattlergruppe sowie den Schützen und Fahnenabordnungen aus Oberlienz. Höhepunkt war das feierliche Hissen der Tiroler Fahne auf dem Dach des Parlaments – ein sichtbares Zeichen des Tiroler Bundesratsvorsitzes und des Stellenwerts, den starke Regionen für Österreich haben.

Tiroler Gottesdienst im Zeichen starker Regionen
Foto: Land Tirol/Fitsch