Starkes Zeichen der Solidarität am Aschermittwoch
Mit großem Interesse und spürbarer Solidarität aller Beteiligten fand am 18. Februar 2026 das traditionelle Benefizsuppenessen der Katholischen Frauenbewegung (kfb) vor dem Innsbrucker Stadtturm statt. Zahlreiche Besucher:innen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft folgten der Einladung und setzten so zu Beginn der Fastenzeit ein sichtbares Zeichen gelebter Nächstenliebe und weltweiter Verbundenheit. „Die Fastenzeit ist eine heilige Zeit, in der wir versuchen sollten, Gott einen Raum in uns selbst und in unserem Alltag zu sichern“, hob Bischof Hermann Glettler zu Beginn seiner Grußworte hervor. Zugleich sei die Fastenzeit „eine Lernzeit für Solidarität, um sensibler zu werden für die offensichtliche und versteckte Not in unserer Welt“. Das Suppenessen bildet jedes Jahr den Startschuss für die österreichweite Aktion Familienfasttag, deren Projekte Frauen in Asien, Afrika und Lateinamerika stärken.
Im Mittelpunkt des heurigen Jahres steht das Motto „Beteiligung kommt von Teilen“. Damit lenkt die kfb den Blick auf ein Thema, das sowohl im Globalen Süden als auch in Europa nichts an Aktualität verloren hat: gesellschaftliche Teilhabe. Es geht darum, Frauen zu ermächtigen, Entscheidungen mitzugestalten und ihre Rechte im familiären und sozialen Umfeld wahrzunehmen. „Wer Frauen unterstützt, unterstützt deren Familien, ihre Kinder und die ganze Gemeinschaft“, betonte Helene Daxecker-Okon, Vorsitzende der kfb Innsbruck, in ihren Grußworten. „Beteiligung ermöglichen Sich-beteiligen gehören zusammen. Gerade jene, die leicht übersehen werden, müssen wir in die Mitte nehmen. Und es ist notwendig, sich selbst zu engagieren und nicht nur mit empörten Worten den Zustand der Gesellschaft zu beklagen.“ Abschließend dankte der Innsbrucker Diözesanbischof allen engagierten Frauen und Unterstützenden des Projekts: „Die Fastenaktion der kfb ist ein herausragendes Beispiel für ein partizipatives Miteinander in Kirche und Gesellschaft!“
Beeindruckende Einblicke bot die Vorstellung der indischen Partnerorganisation SEEDS, die im Bundesstaat Jharkhand in 131 Dörfern tätig ist. Ihre Arbeit zeigt, wie Wandel gelingen kann, wenn Frauen Zugang zu Bildung, rechtlicher Unterstützung und gemeinschaftlichen Entscheidungsprozessen erhalten. Durch Workshops, lokale Initiativen und kontinuierliche Hilfestellung werden Frauen und Mädchen ermutigt, sich selbstbewusst einzubringen. Gleichzeitig werden Männer und Buben einbezogen, um traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen und dadurch aktiv zu einem besseren Zusammenleben in der Familie beizutragen. Frauen werden entlastet und Kinder entdecken im Vater eine Bezugsperson, die sie vorher kaum hatten. Der Alkoholkonsum wird als Problem erkannt und dadurch auch häusliche Gewalt reduziert. Aber auch Erfolge, die über das Familienleben hinausgehen werden sichtbar: Von neu gegründeten Frauenmärkten bis zum ersten Schulbuch in der Sprache der indigenen Santals reichen die Projekte, die das Selbstbewusstsein ganzer Dorfgemeinschaften stärken.
Auch das Benefizsuppenessen selbst war ein Ort der Begegnung. Beim Essen der von den Schüler:innen der HBLFA Tirol zubereiteten Suppen und des Brotes der Bäckerei Moschen bot sich Gelegenheit zum Austausch über globale Gerechtigkeit und über die Lebensrealitäten von Frauen, deren Stimmen sonst kaum gehört werden. Viele Teilnehmer:innen zeigten sich beeindruckt vom Mut und der Beharrlichkeit, mit der die Frauen in Indien ihr Umfeld verändern – und wie sehr ein gemeinsamer Beitrag aus Tirol diese Entwicklungen unterstützen kann.
Die Aktion Familienfasttag ermöglicht jährlich die Unterstützung von rund 70 Frauenprojekten weltweit. Beim Suppenessen gesammelte Spenden tragen dazu bei, Bildungsprogramme, Gewaltschutzinitiativen, lokale Selbsthilfegruppen und Zukunftsprojekte zu finanzieren. Die kfb dankt allen Beteiligten, die mit ihrem Besuch, ihrem Engagement und ihrer Aufmerksamkeit zum Gelingen dieser Auftaktveranstaltung beigetragen haben.
Weitere Informationen zum heurigen Modellprojekt SEEDS, zum Themenschwerpunkt Partizipation und zu den geförderten Projekten finden sich auf der österreichweiten Plattform teilen.at.