Restaurierte Jahreskrippe strahlt in neuem Glanz
Die restaurierte Spätbarock‑Jahreskrippe des Paulinum Schwaz ist am Freitag, 20. März, im Rahmen einer öffentlichen Feier im Bischöflichen Gymnasium Paulinum der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Zahlreiche Besucher:innen verfolgten die Präsentation der aufwendig konservierten Papierkrippe, die dem größtenteils dem Götzner Krippenmaler Georg Haller sowie auch dem Schwazer Krippenbauer Christoph Anton Mayr zugeschrieben wird. Die aus über 400 Einzelfiguren bestehende Ganzjahreskrippe bildet in 32 Szenen den gesamten kirchlichen Festkreis ab – von Advent und Weihnachten über die Passionszeit bis zu Pfingsten und Mariä Himmelfahrt.
Die Krippe war 1929 von Pfarrer Johann Paul Kneringer dem damals neu errichteten Paulinum geschenkt worden. Nach einer wechselvollen Geschichte mit teils ungünstigen Lagerbedingungen wurde sie im 20. Jahrhundert wieder regelmäßig gezeigt. Der über Jahrzehnte gewachsene Erhaltungsbedarf war der Anlass für eine umfassende Restaurierung, die von der Schule gemeinsam mit der Diözese Innsbruck und dem Pauliner Absolventenverein initiiert wurde. In einem mehrjährigen Prozess wurden durch das Restaurierungsatelier Emprechtinger Risse geschlossen, Fehlstellen ergänzt, Farben gefestigt und die empfindlichen Papierträger konservatorisch gesichert, um den ursprünglichen Charakter möglichst authentisch wieder erfahrbar zu machen.
„Mit dieser Krippe kehrt ein Stück gelebter Erinnerungskultur ins Paulinum zurück – behutsam restauriert und für kommende Generationen bewahrt“, sagte der Direktor des Paulinum bei der Präsentation. „Die außergewöhnliche Dichte an Szenen und Figuren macht die Krippe zu einem anschaulichen Zeugnis barocker Frömmigkeit und Tiroler Krippenkunst.“
Die neue Ausstellungsgestaltung ermöglicht eine klare Übersicht über die 32 Szenen und ihre theologischen Bezüge. Ergänzende Hinweise erläutern Ikonografie, Entstehungszeit und Zuschreibung. Besonderen Wert legten die Projektpartner:innen auf reversible Maßnahmen und eine klimaangepasste Präsentation, um die empfindlichen Papierobjekte dauerhaft zu schützen.
Die Präsentation wurde von einem Rahmenprogramm begleitet; an den Folgetagen öffnete das Paulinum die Ausstellung für weitere Besichtigungen. Der Direktor dankte den Fördernden und Unterstützenden: „Ohne die enge Zusammenarbeit vieler wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt der Landesgedächtnisstiftung, dem Bundesdenkmalamt, dem Rotary‑Club Schwaz, der Stadtgemeinde Schwaz, dem Paulinerverein, der Diözese Innsbruck und den Tiroler Landesmuseen.“
Mit der Restaurierung und Präsentation der Jahreskrippe wird ein bedeutendes kulturgeschichtliches Objekt der Region neu sichtbar gemacht. Die Krippe vereint handwerkliche Präzision, religiöse Bildtradition und pädagogischen Wert – und knüpft zugleich an die lange Krippenkultur in Tirol an.